Wie politisch muss Kirche sein?


Bild: rbb/Ulrike Bieritz
Die Diskussion um die Politik in der Kirche ist fast so alt wie die Kirche selbst. Und aktuell sehr präsent: Denn einerseits laufen der Kirche die Mitglieder weg, andererseits kommt der Kirche in Zeiten der Flüchtlingskrise eine große integrative Bedeutung zu. Der evangelische Christ Klaus-Rüdiger Mai hat eine Streitschrift mit dem Titel „Geht der Kirche der Glauben aus?“ geschrieben. Seine Thesen findet der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche, Johann-Hinrich Claussen, „hochagressiv“. Ulrike Bieritz ist mit beiden im Streitgespräch.

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Claus-Rüdiger Mai ist nicht zufrieden mit der gegenwärtigen Lage der Kirche in Deutschland. Zumindest nicht so zufrieden, wie er es sich wünschen würde. Er sieht, wie um ihn herum viele Menschen aus der Kirche austreten. „Freunde und Bekannte haben die Kirche verlassen, weil sie das Gefühl haben, dass sie sich zu stark ideologisiert und politisiert“, beschreibt er Ulrike Bieritz seinen Unmut. Seiner Meinung nach befindet sich die Kirche in einer Krise, weil sie sich zu sehr einmischt, vor allem parteipolitisch würde er mehr Zurückhaltung befürworten.

Ganz konkret falle Mai das auf, wenn er die einzelnen Milieus in der Kirche betrachte. Es habe sich ein rot-grünes Milieu entwickelt, dem viele Äußerungen entspringen. Zwar findet er eine starke Linke in der Kirche auch wichtig, befürchtet jedoch, dass dieser Zweig in der Kirche die Konservativen verdrängt: „Es hat was zu tun glaube ich mit den Illusionen, in denen man aufgewachsen ist. Dann vertritt man diese Meinung und hat die Kirche an dem Punkt auch gespalten, wo es Menschen gibt die anderer Meinung sind. Die werden dann scheel angeguckt.“

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