Mit Wut gegen sexuelle Belästigung


Will Mut machen mit Wut: Julia Bomsdorf. (Foto: 24mmjournalism)
Frauen, die in Clubs feiern, müssen mit Belästigungen aller Art rechnen. Dagegen hat Julia Bomsdorf das Kollektiv Wut gegründet.

Von Marietta Jestl | Süddeutsche Zeitung

Julia Bomsdorf, 23, ist wütend. Sie ist so wütend, dass sie deshalb ein Kollektiv gegründet hat: Wut. Um die 30 junge Frauen haben sich unter diesem Namen zusammengeschlossen, weil sie es nicht mehr hinnehmen wollen, dass Frauen, wenn sie in Clubs feiern wollen, mit Belästigungen aller Art rechnen müssen. „Angefasst zu werden oder nicht in Ruhe gelassen zu werden, obwohl man klar ,Nein‘ sagt, sind Alltäglichkeiten und werden oft zu unrecht als selbstverständlich aufgefasst“, sagt Julia. „Clubs brauchen eine Struktur, die in solchen Momenten Hilfe und Unterstützung bietet.“ Allerdings müsse „auch schon im Voraus von allen Läden nach außen hin vermittelt werden, dass eine Null-Toleranz-Politik für so etwas herrscht“.

Hinter dem zerzausten Kurzhaarschnitt und dem schlichten, aber dennoch prägnanten Septum-Piercing trifft man auf eine selbstbewusste und von ihren Ansichten sehr überzeugte Persönlichkeit. „Niemand sollte sich daran gewöhnen müssen, sich unwohl zu fühlen oder Angst haben zu müssen. Deshalb arbeiten wir an Konzepten, die wir mit den Clubs teilen möchten“, sagt sie. Julia hat bereits einige Anlaufpunkte in der Münchner Clubszene. Neben ihrem Studium der Sozial- und Kulturwissenschaften macht sie selbst elektronische Musik und organisiert Veranstaltungen, seit sie 17 Jahre alt ist. Sie bespielt regelmäßig das Harry Klein und wirkt bei den QueerSquad-Veranstaltungen der Roten Sonne mit.

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