Religion und Verantwortung gehören zusammen


Besonders in Asien nimmt die Zugehörigkeit zu Religionsgemeinschaften zu. Hier ein Foto aus Indonesien.Foto: AFP
Warum die deutsche Außenpolitik auf den Austausch mit Religionsvertretern setzt.

Von Michael Roth | DER TAGESSPIEGEL

Ich bin Parlamentarier im doppelten Sinne: Als Mitglied des Deutschen Bundestages engagiere ich mich für mein Land. Als Mitglied der Synode, des Kirchenparlaments der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, übernehme ich auch Verantwortung für meine Kirche. Staat und Kirche, Politik und Religion sind in Deutschland zwar traditionell getrennte Lebensbereiche. Zwischen ihnen bestehen aber vielfältige Beziehungen und Verflechtungen, die auch unsere Außenpolitik betreffen.

In einer Zeit, in der die Welt im dramatischen Umbruch ist, Ordnungen zerfallen und Konflikte pseudo-religiös aufgeladen werden, gewinnen Religionsgemeinschaften als nichtstaatliche Akteure an Bedeutung. Die Säkularisierung mag ein Trend in Deutschland, ja in der westlichen Welt sein. Der politische Einfluss von Religion generell wächst – gerade auch außerhalb Europas. Weltweit bekennen sich über 80 Prozent der Menschen zu einer Kirche oder Religionsgemeinschaft. In einer Zeit, in der die Zivilgesellschaft ein immer bedeutenderer Partner der Außenpolitik wird, sind Religionsvertreterinnen und -vertreter für uns unverzichtbare Ansprechpartner.

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