Unterwanderung der Kirchen: „Christen mit Rechtsdrall“


Das Kreuz mit den Religionen
Wo treffen sich Rechte und Christen? Liane Bednarz über Islamfeindlichkeit, den sogenannten Genderwahn und den Einfluss konservativer Christen auf CDU und AfD.

Patricia Hecht | taz.de

taz: Frau Bednarz, Sie bezeichnen rechte Christen als „Angstprediger“. Um wen geht es?

Liane Bednarz: Gemeint ist ein Teil des konservativen Milieus beider Konfessionen, das sich momentan zunehmend von genuin konservativen Haltungen verabschiedet und rechte Feindbilder übernimmt. Inhaltlich geht es besonders um die angebliche Islamisierung und den sogenannten Genderwahn. Über diese beiden Themen reden gen rechts gedriftete Christen Bedrohungsszenarien herbei und verstärken damit den Einfluss rechter Populisten.

Wie groß ist das Spektrum, von dem Sie sprechen?

Es geht schätzungsweise um 20 bis 30 Prozent innerhalb des konservativ-christlichen Mi­lieus in Deutschland. In Zahlen ist das schwer auszudrücken. Die Relevanz begründet sich aber auch dadurch, dass Vertreter und Kampagnen sehr aktiv und laut sind und darüber auch in Unionskreise eindringen.

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