Erdogan organisiert sich Zehntausende Syrer als Erstwähler


Bild: Magazin „The Economist“
In den Monaten vor der Wahl hat die türkische Regierung Zehntausende syrische Flüchtlinge einbürgern lassen. Die Erstwähler dürften sich am Sonntag dankbar zeigen. Und genau dort abstimmen, wo Erdogan sie besonders gut gebrauchen kann.

Von Murat Bay | DIE WELT

Huzeyfe kann seine Freude kaum verstecken, als er seinen türkischen Ausweis aus der Hosentasche holt. Vor einem Jahr hat er die türkische Staatsangehörigkeit beantragt und vor sechs Monaten die Papiere erhalten. „Als ich die Staatsbürgerschaft annahm, empfahl mir der Beamte, meinen Namen zu ändern – um Probleme zu vermeiden. Ich habe ihm gesagt, dass ich meinen Namen eigentlich ganz gerne mag“, erzählt der 28-Jährige.

Vor vier Jahren flüchtete er mit seinen fünf Geschwistern aus der syrischen Stadt Rakka, die damals von der Terrormiliz Islamischer Staat kontrolliert wurde, ins 150 Kilometer entfernte Urfa auf der türkischen Seite der Grenze. In seiner Heimat war Huzeyfe Mathematiklehrer. Auch in Urfa unterrichtet er syrische Kinder.

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