Italien: Auf Kollisionskurs mit der Kirche


Auf einer Versammlung der Lega Nord Patania spricht Parteichef Matteo Salvini. (picture alliance / dpa / Pierre Teyssot)
Die neue italienische Regierung wirft der katholischen Kirche vor, sich als moralische Instanz in der Flüchtlingspolitik aufzuspielen, aber die Probleme der Einheimischen zu ignorieren. Papst Franziskus solidarisiert sich mit verzweifelten Migranten, Bischöfe und Priester sind unentschieden.

Von Thomas Migge | Deutschlandfunk

„Das Problem ist nicht der Papst“, sagt Matteo Salvini. „Die Kirche tut so viel Gutes. Das Problem ist aber, dass sie anscheinend nicht richtig unterscheiden kann zwischen illegalen Flüchtlingen und Flüchtlingen, die ein Recht auf Aufnahme bei uns haben. Ich finde es nicht gut, dass es da Leute gibt, die sich als moralische Instanzen auf Kosten anderer aufspielen“.

Matteo Salvini liebt die Konfrontation, das bekommt auch die katholische Kirche zu spüren. Salvini ist Chef der Partei Lega und seit kurzem auch italienischer Innenminister und Vizeregierungschef. Als solcher hat er jetzt die Möglichkeit, die von ihm seit Jahren propagierten Parolen in Sachen Einwanderungsbegrenzung in die Tat umzusetzen: Weniger Einwanderer und raus mit jenen, die keine Aufenthaltsgenehmigung haben. Das ist sein erklärtes Ziel. Rund 60 Prozent aller Italiener, das bestätigen Umfragen, denken in Sachen Einwanderer wie er. Und so nimmt er es selbstbewusst auch mit der katholischen Kirche und ihrem Oberhaupt auf. Seit er Innenminister ist, hat sich sein Ton verschärft:

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