Dem Katholizismus droht die ewige Ruhe


Der prächtigen Gestaltung des Innern zum Trotz ziehen die katholischen Kirchen in der Schweiz immer weniger Gläubige an. (Bild: Selina Haberland / NZZ)
Zehntausende werden in Genf Papst Franziskus zujubeln. Doch solche Bilder täuschen über die tiefe Krise der Schweizer Kirche hinweg. Besserung ist nicht in Sicht.

Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Ihre Stimmen sind kräftig. Die spirituellen Lieder, die sie singen, füllen den Innenraum des öffentlichen Busses. Dutzende junge Priester sind zur Einsetzung des neuen Bischofs gekommen. Lässig ist ihr Auftreten. Selbstbewusst und schnittig. Die restlichen Passagiere müssen ob der Gesangsdarbietung lächeln. Können sich solche Szenen heute im Oberwallis abspielen? Oder im Freiburgischen? Es ist schwer vorstellbar. In der ganzen Schweiz gibt es bloss 50 Priester unter 40 Jahren. Der Auftritt der extrovertierten Nachwuchskleriker im Bus fand kürzlich auf einer Insel Kroatiens statt – in einer Gegend, wo der Katholizismus noch lebendig und selbstverständlich ist.

Energie werden auch die 40 000 Gläubigen ausstrahlen, die am Donnerstag Papst Franziskus in Genf zujubeln. Doch solche Bilder können nicht über den Zustand des Schweizer Katholizismus hinwegtäuschen. Schleichend verliert die Volkskirche an Bedeutung.

weiterlesen

2 Comments

  1. Schön wär´s ja, aber der Nährboden „Dummheit“ sorgt schon dafür, dass dieses Unkraut so schnell nicht vergeht.

    Liken

Kommentare sind geschlossen.