Die Plastiklawine rollt jetzt rückwärts


Düstere Aussichten: Ein Strand in Libanon ist vollkommen verdreckt von Plastikmüll. Bild: dpa
Seitdem China die Grenzen für Plastikmüll aus dem Ausland geschlossen hat, herrscht große Not. Wohin nur mit dem ganzen Abfall? Die neuesten Zahlen lassen nur eine Option zu.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Plastiklawine rollt weiter, und sie rollt jetzt mit Wucht rückwärts: Als China zum Jahreswechsel ein Importverbot für industriellen Plastikmüll in Kraft gesetzt hat, ging das noch im internationalen Politikchaos unter. Als dann wenig später die Europäische Kommission ihre Plastikstrategie vorgestellt und angekündigt hatte, Strohhalme, Wattestäbchen und Plastikgeschirr bald verbieten und die Recyclingquote dringend steigern zu wollen, zuckten einige zusammen und stimmten das alte Klagelied von der „Brüsseler Verbotskultur“ an. Es blieb beim leisen Grollen. Doch das Donnern der Lawine ist am am Industriehimmel inzwischen unüberhörbar. Es droht der Plastikkollaps. Die passenden Zahlen dazu lieferte jetzt das Wissenschaftsmagazin “Science Advances“.

Ohne China, vor allem aber ohne schnelle eigene Gegenmaßnahmen der Industrienationen, könnte der weltweite Plastikmüllhandel zusammenbrechen, die Verschmutzung der Meere und Böden weltweit in kürzester Zeit explodieren.

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