Forscher züchten erstmals Neandertaler-Minihirne


foto: ap Nachbildung des Kopfes eines vierjährigen Neandertalerkindes, basierend auf computerunterstützten Rekonstruktionen des Schädels
War der Neandertaler weniger hell im Kopf als der moderne Mensch? Forscher gehen dieser Frage mit einer etwas verrückt anmutenden Methode nach.

derStandard.at

Es ist zweifellos eine der spannendsten Fragen, die Anthropologen und ihre Fachkollegen umtreibt: Was war verantwortlich dafür, dass vor rund 30.000 Jahren die Neandertaler ausstarben und der moderne Mensch als einziger Vertreter der Gattung Homo übrig blieb?

Die Publikationen zu diesem Thema gehen längst in die Tausende. Das liegt auch daran, dass sich all die aufgestellten Hypothesen empirisch nur schwer überprüfen lassen. Mit der Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms im Jahr 2009 durch Forscher um den Paläogenetik-Pionier Svante Pääbo erhoffte man sich harte Fakten. Und tatsächlich wies die Neandertaler-DNA zwar nur wenige, aber doch signifikante Abweichungen von der unsrigen auf.

Vermutung der höheren Intelligenz

Doch können diese Unterschiede im Genom unsere vermutete geistige Überlegenheit erklären? An der Gehirngröße selbst kann es jedenfalls nicht gelegen haben, denn in den Schädeln unserer nächsten Verwandten war mehr Platz für graue Zellen als bei uns. Doch da sich von der Hirnmasse selbst natürlich nichts erhalten hat, konnten Forscher bisher nur die Hohlräume in den Schädeln studieren.

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