Bamberger Gericht lässt Klage gegen Neonazis liegen


Im Juli vor zwei Jahren hat die Staatsanwaltschaft bereits Anklage gegen die vier mutmaßlichen Neonazis gestellt Quelle: dpa-infocom GmbH
Sie sind angeklagt, Mitglieder einer verbotenen Vereinigung gewesen zu sein und Anschläge auf Asylbewerberheime geplant zu haben. Dennoch sind vier mutmaßliche Neonazis frei – weil das Gericht in Bamberg überlastet ist.

Von Sandra Tjong | DIE WELT

Die Bamberger Justiz hat vier Neonazis wieder laufen lassen müssen, weil sich die zuständige Strafkammer wegen Arbeitsüberlastung nicht in der Lage sah, den Fall vor Gericht zu bringen. Die Gruppe, drei Männer und eine Frau, werden beschuldigt, einer inzwischen verbotenen Neonazi-Organisation angehört und Anschläge auf Asylbewerberheime geplant zu haben. Weiter sollen sie an einer gefährlichen Körperverletzung beteiligt gewesen sein und pyrotechnisches Material im Ausland bestellt haben.

Bereits im Juli 2016 hatte die Bamberger Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Über deren Zulassung aber hat das Landgericht Bamberg fast zwei Jahre später immer noch nicht entschieden. Die Angeklagten befinden sich deswegen jetzt wieder auf freiem Fuß.

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