Eine „Festung Europa“ wird Rechtspopulisten nicht stoppen


foto: afp/louisa gouliamaki Im Kampf gegen illiberale Kräfte wäre eine Abschottung von Migranten der falsche Weg, sagen Gegner einer „Festung Europa“.
Europa müsse erst zur Festung werden, damit Toleranz und Liberalismus auf dem Kontinent wieder eine Chance bekämen, schreibt STANDARD-Journalist Eric Frey. Diesem Gedankengang liegt allerdings ein Widerspruch zugrunde. Eine Replik

Peter Mayr, András Szigetvari | derStandard.at

Der Befund ist radikal, die Idee ist interessant. Zuerst muss Europa zur Festung werden, damit Toleranz, Liberalismus und Vielfalt wieder eine Chance bekommt, schreibt Kollege Eric Frey in seinem Plädoyer für ein Europa mit geschlossenen Außengrenzen. Denn die liberale Asylpolitik habe dazu geführt, dass die rechten und illiberalen Kräfte die Hoheit im Diskurs erringen konnten. Ohne das Reizthema Migration und Asyl gäbe es keinen Brexit, keinen Donald Trump im Weißen Haus, keine AfD im Deutschen Bundestag und keine FPÖ in der österreichischen Bundesregierung.

Müssen wir also zuerst Mauern hochziehen, das Mittelmeer abriegeln, Auffanglager weitab der europäischen Küsten einrichten, um zu einem moderaten Weg in der Politik zurückfinden zu können? Das mag sein. Doch gute Gründe sprechen dafür, dass die Preisgabe liberaler Prinzipien und Haltungen Europa noch weiter in die Hände von Nationalisten und Populisten treibt.

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