Kippa und Kopftuch im Klassenraum erwünscht


Schulmäppchen © birgitta hohenester / pixelio.de, bearb. MiG
Die Drei-Religionen-Grundschule in Osnabrück will Radikalisierung, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit vorbeugen. Dort lernen christliche, jüdische und muslimische Schüler gemeinsam und voneinander.

Von Martina Schwager | MiGAZIN

Sebastian und Ali kennen sich aus mit Moscheen, Kirchenliedern und Gebetsmänteln. Die beiden Neunjährigen besuchen die Drei-Religionen-Schule in Osnabrück. Kippa und Kopftuch gehören für die Kinder dort zum Alltag. Sie wissen, dass „halal“ und „koscher“ Speisevorschriften bezeichnen. Sie kennen Feste wie Chanukka, Zuckerfest oder auch Christi Himmelfahrt. Hat es wegen der Religion schon mal Streit auf dem Pausenhof gegeben? Der Katholik Sebastian zuckt die Schultern: „Nö, ich glaub‘ nicht.“

Klar hat Ali christliche Freunde. Und mit dem einzigen Juden in seiner Klasse versteht er sich „normal“. Dann wechselt der junge Muslim das Thema: „Im Sommer komm ich aufs Gymnasium“, erzählt er stolz. „Und im Ramadan faste ich – die ganze Zeit, obwohl ich noch gar nicht muss.“

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