Philosophie als Klassenkampf

Louis Althusser prägte eine ganze Generation von einflussreichen Philosophen wie Michel Foucault, Etienne Balibar oder Jacques Rancière. (Passagen-Verlag / picture-alliance / dpa)
Niemand beeinflusste die Marx-Deutung in Frankreich so sehr wie Louis Althusser. Jetzt ist aus seinem Nachlass eine „Einleitung in die Philosophie für Nichtphilosophen“ in deutscher Übersetzung erschienen – eine zwiespältige Lektüre.

Von Andrea Roedig | Deutschlandfunk Kultur

Althusser erinnere ihn an einen „mittelalterlichen Gelehrten, der sich verzweifelt in seiner phantasierten Begriffswelt zu orientieren versucht“ – so schrieb Tony Judt einmal in einem polemischen Essay. Ganz von der Hand weisen lässt sich diese böse Charakterisierung nicht, wenn man die „Einleitung in die Philosophie für Nichtphilosophen“ liest, eine aus dem Nachlass herausgegebene Schrift aus den Jahren 1978 bis 1980. Althusser hatte sie – unter dem Eindruck einer „Krise des Kommunismus“– als ein Lehrbuch für Laien konzipiert, in dem er die Philosophie als einen „Klassenkampf in der Theorie“ darstellen und die Idee einer „neuen Praxis der Philosophie“ auf den Punkt bringen wollte.

Die Philosophie und die Ideologien der herrschenden Klassen

Die Sprache ist klar gehalten, und fast klippschulmäßig einfach beginnt das Buch mit dem großen Gegensatz von idealistischem versus materialistischem Denken. Ihr Antagonismus bilde das notwendige Bewegungsprinzip, das die Philosophie durch ihre Geschichte treibe, wobei keine der beiden Seiten rein sei, jede trage ihr Gegenteil in sich. Als Marxist ist Althusser klar auf der Seite der materialistischen Philosophie, die der Praxis einen Vorrang vor der Theorie einräumt.

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Auf die DSGVO folgt die EPVO

Grafik: TP
Nach der DSGVO und dem EU-Leistungsschutzrecht holt die EU zum nächsten Schlag zum Schutz der Verbraucher aus. Mit der in Vorbereitung befindlichen neuen E-Privacy-Verordnung soll verhindert werden, dass der Internetnutzer mit Restaurantvorschlägen und Ähnlichem traktiert wird.

Christoph Jehle | TELEPOLIS

Wer das Internet noch aus den 1990er-Jahren kennt, wird sein deja-vu-Erlebnis haben. Starre Banner wie sie vor der unruhigen Zeit der Pop-up-Banner und der personalisierten Werbung üblich waren, werden wieder kommen, wenn die sich derzeit in Vorbereitung befindliche ePrivacy-Verordnung (EVPO) verabschiedet wird. Die EVPO soll die alte E-Privacy-Richtlinie von 2002 sowie die Cookie-Richtlinie von 2009 ersetzen, welche den meisten Nutzern nur über die Cookie-Warnungen bekannt ist, die inzwischen auf fast jeder Website aufpoppen.

Anders als die DSGVO ist die EPVO nur für Unternehmen relevant, die Kommunikationsdienstleistungen anbieten. Das beginnt beim Telefon, trifft den Internetzugang, die E-Mails sowie Chats, Messenger-Systeme, seien es reine Audio- oder Videochats. Es trifft aber auch jedes kommerzielle Medienangebot, das Tracking-Cookies einsetzt und personalisierte Onlinewerbung im Sortiment hat. Wenn man bedenkt, dass zahlreiche Online-Medien, welche den Nutzern kostenlos angeboten werden, sich über personalisierte Werbung finanzieren, zeigt sich die mögliche Sprengkraft der EPVO.

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Skurril: Der Nippel und die Evolution

Der Nippel: auch aus evolutionsbiologischer Sicht ein interessantes Objekt © Ostill/ istock
Mal größer und mal kleiner: Die Größe der Brustwarzen variiert bei Frauen deutlich stärker als bei Männern. Dieses Ergebnis eines wissenschaftlichen Nippel-Vergleichs überrascht Evolutionsbiologen. Denn bisher galt: Körperteile, die eine wichtige Funktion erfüllen, entwickeln sich bedingt durch den Selektionsdruck bei allen Individuen einer Art ähnlich. Anders als sein männliches Pendant erfüllt der weibliche Nippel mit dem Stillen eine solche Aufgabe – und kommt dennoch variantenreicher daher, wie sich nun herausstellt.

scinexx

In der Evolutionstheorie gilt: Wer am besten angepasst ist, gewinnt. Aus diesem Grund haben sich die Merkmale der meisten Pflanzen und Tiere im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte so verändert, dass sie optimal mit den vorherrschenden Umweltbedingungen zurechtkommen – und ihre Funktion besonders gut erfüllen können. Ein prominentes Beispiel ist der Kolibri-Schnabel, der häufig exakt die Form der von den Vögeln bevorzugt besuchten Blüte aufweist.

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Der erste Mormone, der US-Präsident werden wollte

John Smith und seine erste Frau Emma vor dem Verwaltungsgebäude der Mormonen in Salt Lake City. – (c) imago stock&people (imago stock&people)
Am 27. Juni 1844 wurde Jospeh Smith als bisher einziger US-amerikanischer Präsidentschaftskandidat während eines Wahlkampfs getötet. Bekannt ist er aber wegen etwas anderem: Er ist Gründer der Religion der Mormonen und wird von ihnen als Prophet verehrt.

Teresa Wirth, Felix Stippler | DIE PRESSE.com

Wenn ein Amerikaner das Amt des Präsidenten anstrebt, kommt er an Gott nicht vorbei. Spätestens beim Amtseid muss er auf die Bibel schwören, üblicherweise wird ein „So wahr mir Gott helfe“ an den Schwur angehängt. Dennoch, formal sind in den USA sind Religion und Staat strikt getrennt.

Joseph Smith Jr. wollte das ändern. Der 39-Jährige, der 1844 als unabhängiger Kandidat bei der Präsidentschaftswahl in den USA antrat, wollte eine „Theo-Demokratie“ aufbauen, „in der Gott und das Volk die Macht haben.“ Er war der Gründer der Religionsgemeinschaft der Mormonen, und wird heute als Prophet verehrt. Kritische Historiker bezeichnen ihn als größenwahnsinnigen Okkulisten.

Smiths Wahlkampf dauerte nicht lange. Fünf Monate, nachdem er seine Kandidatur bekannt gab, wurde er von aufgebrachten Bürgern am 27. Juni 1844 ermordet. Als erster und bisher einziger Präsidentschaftskandidat. Das kam jedoch nicht völlig überraschend.

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Paragraph 219a: Lebensschutz oder Informationsdefizit?

© Bild: KNA/Harald Oppitz
Welche Zukunft hat das Werbeverbot für Abtreibungen? Am Mittwochabend äußerten sich Experten im Rechtsausschuss des Bundestags zu der Regelung im Strafrechtsparagraf 219a. Ein klares Votum gab es nicht.

Steffen Zimmermann | katholisch.de

Der Rechtsausschuss des Bundestags hat sich am Mittwochabend in einer öffentlichen Anhörung mit dem geltenden Werbeverbot für Abtreibungen beschäftigt. Mit Blick auf drei vorliegende Gesetzentwürfe von FDP, Linken und Grünen äußerten sich Experten aus juristischer, medizinischer und religiöser Perspektive zu dem Verbot, das in Paragraf 219a des Strafgesetzbuchs geregelt ist.

Der Paragraf steht unter Druck, seit das Amtsgericht Gießen im November vergangenen Jahres die Ärztin Kristina Hänel unter Verweis auf den Paragrafen wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche zu einer Geldstrafe verurteilt hatte. Ausgelöst durch diesen Fall hatten die drei Fraktionen Gesetzentwürfe in das Parlament eingebracht, die eine Abschaffung (Linke und Grüne) oder eine Reform (FDP) von Paragraf 219a fordern. Die SPD hatte ihren Entwurf, der sich ebenfalls für eine Streichung des Paragrafen aussprach, dagegen im März zurückgezogen, da in der Großen Koalition in dieser Frage keine Einigkeit erzielt werden konnte. Weil die Union das Werbeverbot beibehalten möchte, wurde das Bundesjustizministerium beauftragt, einen Kompromiss zu erarbeiten.

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39 Prozent in Bayern halten „die CSU“ für das größte Problem

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei einer Pressekonferenz. (Foto: dpa)
  • Der Streit um die Asylpolitik belastet Europa und droht, die Union aus CDU und CSU zu spalten.
  • Die Christsozialen bekommen die Auswirkungen des Streits nun auch durch Umfrageergebnisse zu spüren: Mit der Arbeit der Kanzlerin zeigen sich mehr Menschen zufrieden als mit der des Ministerpräsidenten.
  • Gefragt nach den größten Problemen in Bayern, nannten 39 Prozent die CSU an erster Stelle – gefolgt von Flüchtlingen und dem Wohnungsmarkt.

Süddeutsche Zeitung

Sollte die CDU bei Bundestagswahlen in Bayern antreten, würde sie einer Umfrage zufolge der CSU mehr als die Hälfte der bisherigen Wähler (54 Prozent) abjagen. Das berichtet die Zeit unter Berufung auf eine Forsa-Erhebung, die zwischen dem 21. und 22. Juni in Bayern in 1033 Wahlberechtigte befragt hat. Die CDU käme damit in Bayern auf 33 Prozent. In einer offen gestellten Frage nannten die meisten Befragten zudem als größtes Problem in Bayern die „CSU“ (39 Prozent) vor „Flüchtlingen“ (30 Prozent) und der „Lage am Wohnungsmarkt“ (24 Prozent).

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Ist ‚Oumuamua doch ein Komet?

Das interstellare Objekt ‚Oumuamua – ist er ein Asteroid oder ein Komet? © ESO /M. Kornmesser
Verräterische Drift: Der zigarrenförmige Brocken ‚Oumuamua galt bisher als interstellarer Asteroid – als steiniger „Besucher“ aus einem fremden Sternensystem. Doch neue Daten sprechen dafür, dass ‚Oumuamua doch ein Komet sein könnte. Denn sein Flug durch unser Sonnensystem zeigt Abweichungen von einer rein durch die Schwerkraft der Sonne und Planeten bedingten Bahn, wie Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Am 19.Oktober 2017 entdeckten Astronomen ein rätselhaftes Objekt im All: Ein zigarrenförmiger, mehrere hundert Meter langer Brocken raste mit extrem hoher Geschwindigkeit auf einer parabelförmigen Kurve durch das Sonnensystem. Nähere Untersuchungen legten nahe, dass der ‚Oumuamua getaufte Brocken aus einem fremden Sternsystem, vielleicht sogar einem Doppelsternsystem stammen könnte.

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Erdoğan lässt Ausnahmezustand auslaufen

reuters / kayhan özer Kein Ausnahmezustand mehr: Der wiedergewählte türkische Staatschef Erdoğan und sein politischer Partner Bahçeli von der rechtsnationalistischen Partei MHP verständigten sich auf diesen Schritt. Erdoğan regiert nach der Wahl in einem neuen, auf seine Person zugeschnittenen Präsidialsystem mit weitreichenden Kompetenzen.
Der seit zwei Jahren geltende Ausnahmezustand in der Türkei soll nach dem 19. Juli enden

Markus Bernath | derStandard.at

Nach den gewonnenen Präsidenten- und Parlamentswahlen am vergangenen Sonntag will der türkische Staatschef den Ausnahmezustand nicht mehr verlängern. Darauf verständigte sich Tayyip Erdoğan laut einem Bericht der regierungsnahen Tageszeitung „Sabah“ vom Donnerstag in einem Gespräch mit seinem rechtsgerichteten Bündnispartner Devlet Bahçeli.

Der Ausnahmezustand war zuletzt bis 19. Juli verlängert worden. Erdoğan hatte ihn nach dem vereitelten Putsch im Juli 2016 verhängt. Er regiert seither mit Notstandsdekreten, die fallweise nachträglich von seiner Regierungsmehrheit im Parlament gebilligt wurden. Durch den Ausnahmezustand wurde die Versammlungs- und Meinungsfreiheit in der Türkei eingeschränkt sowie der Polizeigewahrsam für Festgenommene zum Teil auf 30 Tage ohne Vorführung vor einem Richter ausgeweitet.

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Kreationismus in deutschen Grundschullehrplänen

Dass der Kreationismus überall dort blüht, wo fundamentalistische Kräfte walten, ist längst bekannt. Aber nicht nur in Ankara oder Kansas wird jungen Menschen das „Intelligent Design“ vermittelt, in deutschen Grundschulen ist das Unterrichten der Schöpfungsgeschichte die Regel und die Evolutionstheorie die Ausnahme. Die Analyse von über 70 Lehrplänen hält noch andere Überraschungen bereit.

Von Helge Brunswick | hpd.de

Gerade im Grundschulalter stellen Kinder elementare Fragen zu sich und der Welt. Diese Fragen aufzugreifen und in eine Erweiterung des Horizontes und der Erkenntnis zu wandeln, ist Aufgabe einer jeden Lehrkraft. Doch deutsche Grundschulen nutzen diese Chance nicht, wenn es um die Frage geht, woher der Mensch stammt.

Schon rein quantitativ zeigt sich: das Wort „Evolution“ kommt nur in zwei Lehrplänen vor, die „Schöpfung“ ist in über 30 Lehrplänen erwähnt. Die Evolutionstheorie wird, wenn sie denn überhaupt Eingang in den Unterricht findet, nicht dort vermittelt, wo sie hingehört. Kein einziger Sachkundelehrplan in Deutschland nimmt sich dem Thema an.

Der Bock zum Gärtner

Die religiösen Lehrpläne besetzen eine Lücke, die im Sachkundeunterricht klafft. Immerhin: in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und im Saarland werden naturwissenschaftliche Konzepte in ihrer inhaltlichen Aussagekraft biblischen Erzählungen übergestellt. So sei der Schöpfungsmythos „heute nicht mehr als naturwissenschaftliche Aussage zu interpretieren“, wie es im Lehrplan zum Fach „Evangelische Religion“ im Saarland heißt.

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Üble Tiertransporte: Tierschutzbestimmungen werden regelmäßig verletzt

Foto: dpa
Die verendeten Kühe werden mit Kleinbaggern aus den LKW gezogen. Sie sind verdurstet oder von Artgenossen in den engen Transportern zu Tode getrampelt worden. Andere sind Opfer der tagelangen Hitze geworden, die auf den Transporten über tausende Kilometer hinweg geherrscht hat.

Von Stefan Sauer | Berliner Zeitung

Die Überlebenden kommen früher oder später unters Messer, und das ist wörtlich zu verstehen. Männer durchtrennen mit primitiven Dolchen die Schlagadern der Tiere, die ohne Narkose bei schwindendem Bewusstsein verbluten. Die Bilder, die ZDF und ARD in zwei Dokumentationen im November 2017 und im Mai 2018 ausstrahlten, sind entsetzlich.

2017 wurden 700.000 lebende Rinder aus der EU exportiert

Es handelt sich um Kühe aus der Europäischen Union, die über die EU-Grenzen in Drittstaaten gelangen. Allein 2017 wurden 700.000 lebende Rinder aus der EU exportiert, 81.000 davon kamen nach Angaben des Statistischen Bundesamts aus deutschen Ställen.

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Spanien klagt Puigdemont und 12 katalanische Politiker wegen Rebellion an

Der Oberste Gerichtshof in Madrid. Bild: FDV/CC BY-SA-3.0
An den absurden Vorwürfen wird festgehalten und im nächsten Schritt werden sieben katalanische Parlamentarier suspendiert, die sich im Knast oder im Exil befinden

Ralf Streck | TELEPOLIS

Nichts bringt den spanischen Ermittlungsrichter Pablo Llarena und seinen Obersten Gerichtshof von absurden Anschuldigungen gegen katalanische Politiker ab. In einem Beschluss hält der Oberste Gerichtshof die Llarena-Anklage wegen Rebellion gegen den ehemaligen katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont und 12 seiner Mitstreiter als „realistisch genug“. Es habe angeblich „eine Erhebung“ mit einem „Machtmissbrauch“ gegeben, um die Unabhängigkeit von Katalonien von Spanien zu erreichen, argumentieren drei Richter am Obersten Gerichtshof in einem Beschluss, der am Mittwoch bekanntgeben wurde.

Mit diesen Umschreibungen versucht der Gerichtshof die Tatsache zu umschiffen, dass für eine Rebellion in Spanien eine „gewaltsame öffentliche Erhebung“ notwendig ist. Das steht wortwörtlich im Rebellionsartikel, der 1995 ins Strafgesetzbuch aufgenommen wurde. Als der Sozialdemokrat Diego López Garrido den Artikel formulierte, hatte er den Putsch der Generäle unter Franco 1936 gegen die Republik und den Putschversuch 1981 vor Augen, als die paramilitärische Guardia Civil das Parlament stürmte. Deshalb hält auch Garrido die Rebellionsvorwürfe gegen die Katalanen für überzogen. Führende Verfassungsrechtler halten diese Anklage schlicht für grotesk. Javier Pérez Royo meint, es könne keine Rebellion sein, gewaltfrei für das Ziel der Unabhängigkeit einer Region einzutreten: „Ohne Gewalt gibt es keine Rebellion“, erklärte der andalusische Professor mit Blick auf die gewaltfreien Proteste in Katalonien.

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War er Darwins Ideengeber?

Der Geologe Robert Jameson war Darwins Professor – und er verfasste damals bereits Texte zur Evolutionstheorie. © historisch
Von seinem Lehrer inspiriert? Charles Darwin könnte entscheidende Ideen zu seiner Evolutionstheorie schon während seines Studiums in Edinburgh aufgeschnappt haben. Denn wie sich jetzt herausstellt, hat sein damaliger Geologieprofessor schon im Jahr 1826 einen Schlüsseltext zur Evolutionstheorie veröffentlicht – anonym. Erst jetzt hat eine Analyse mittels künstlicher Intelligenz den wahren Autor dieses wegweisenden Artikels identifiziert.

scinexx

Der britische Naturforscher Charles Darwin gilt heute als der Vater der Evolutionstheorie. Sein Werk „The Origin of Species“ – zu deutsch „Die Entstehung der Arten“ – legte den Grundstein für so fundamentale biologische Prinzipien wie den Artbegriff, die Selektion und die Entstehung und Weiterentwicklung von Spezies.

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Ukrainischer Lauschangriff auf niederländische MH17-Ermittler

Bild: Openbaar Ministerie
In den Niederlanden, die mit Australien Russland für den Abschuss verantwortlich machten, ist man darüber nicht erfreut, es werden Risse im Gemeinsamen Ermittlungsteam (JIT) deutlich

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wie RTL Nieuws aus angeblich verlässlichen Quellen erfahren haben will, hat die ukrainische Regierung nach dem Abschuss der MH17 niederländische Diplomaten, Militärs, Geheimdienstmitarbeiter und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft (Openbaar Ministerie) abgehört. Das Ausspionieren eines befreundeten Landes, das noch dazu zusammen mit der Ukraine sowie Australien, Malaysia und Belgien im Gemeinsamen Ermittlungsteam (JIT) nicht nur mitarbeitet, sondern dieses leitet, ist ein Affront. Kiew dürfte sich damit keine Freunde in den Niederlanden gemacht haben, wo auch der Prozess gegen die weiterhin unbekannten oder unbenannten Angeklagten stattfinden wird.

Nach dem Abschuss waren zahlreiche niederländische Beamte in die Ukraine zur Ermittlung und zur Bergung der Leichen und Wrackteile gereist und hatten eng mit dem SBU, dem ukrainischen Geheimdienst, zusammengearbeitet, von dem für die Ermittlung wichtige Informationen wie abgehörte Telefongespräche stammen. Die Niederländer wurden in ihren Hotelzimmern ausspioniert, dazu sollen ihre Computer und Telefone verwanzt worden sein.

Offenbar war die Lauschaktion der Ukrainer so massiv, dass allen Niederländern geraten wurde, vorsichtig zu sein, Informationen nur verschlüsselt zu senden und keine Funknetzwerke zu benutzen. Vertrauliche Gespräche wurden in der Botschaft in Kiew nur in abhörsicheren Zimmern geführt. Man war anscheinend auch deswegen auf die Spionage der SBU gekommen, weil sich Kameras und Mikrofone der Smartphones, Tablets und Notebooks plötzlich anschalteten und sich mit dem WLAN verbanden. Zudem waren Wanzen in den Hotelzimmern und Lauschprogramme auf den Geräten der Heimkehrenden gefunden wurden.

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„New York Times“ entlarvt chinesische Umweltverschmutzer

Polarlichter über dem Südpol – dort, wo das Ozonlocht am größten ist. (Foto: Patrick Cullis/NOAA via AP)
  • Die Unternehmer setzen das ozonschädliche Mittel ein, weil sie glauben, so Kosten zu sparen.
  • Wegen des illegalen FCKW-Einsatzes in China wird es wahrscheinlich länger dauern, bis sich der durchlöcherte Ozonschutzschild der Erde wieder erholt.
  • Bereits Mitte Mai hatten Atmosphärenforscher gewarnt, in der Luft sei weitaus mehr von der ozonschädlichen Chemikalie als erlaubt.

Von Hanno Charisius | Süddeutsche Zeitung

Große Mengen des Ozonkillers Trichlorfluormethan in der Atmosphäre stammen wahrscheinlich aus kleinen, illegalen Fabriken in Ostchina, die den Stoff benutzen, um Kunststoffe aufzuschäumen. Das geht aus einem Bericht der New York Times hervor. Die Unternehmer setzen das ozonschädliche Mittel ein, weil sie glauben, so Kosten zu sparen.

Trichlorfluormethan gehört zu den Fluorchlorkohlenwasserstoffen, kurz FCKW, die 1987 mit dem Montrealabkommen weltweit verboten wurden. Diese Stoffe zerstören das Ozon in den höheren Schichten der Erdatmosphäre und damit den natürlichen Schutzschild der Erde, der Pflanzen, Menschen und Tiere vor zu viel UV-Licht von der Sonne bewahrt. Wegen des illegalen FCKW-Einsatzes in China wird es wahrscheinlich länger dauern, bis sich der durchlöcherte Ozonschutzschild der Erde wieder erholt.

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Saturn Moon Enceladus Is First Alien ‚Water World‘ with Complex Organics

The Cassini spacecraft first flew through the plumes of Saturn’s moon Enceladus in November 2009, capturing this image along the way. Now, new data suggests that those plumes might contain complex organic (carbon-based) molecules. Credit: NASA/JPL/Space Science Institute
Complex organic molecules have been discovered for the first time coming from the depths of Saturn’s moon Enceladus, a new study reported.

By Charles Q. Choi | SPACE.com

Spacecraft scheduled to launch soon could explore what this new discovery says about the chances of life within icy moons like Enceladus, the study’s researchers said.

The sixth largest of Saturn’s moons, Enceladus is only about 314 miles (505 kilometers) in diameter. This makes the moon small enough to fit inside the borders of Arizona. [Photos of Saturn’s Icy Moon Enceladus]

In 2005, NASA’s Cassini spacecraft detected plumes of water vapor and icy particles erupting from Enceladus, revealing the existence of a giant ocean hidden under the moon’s frozen shell. Because there is life virtually wherever there is water on Earth, these findings suggested that life might also exist on Enceladus.

Previously, scientists had detected only simple organic (carbon-based) compounds, each less than about five carbon atoms in size, in the plumes of Enceladus. Now, researchers have detected complex organic molecules from the moon, including some at least 15 carbon atoms in size.

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Erzbistum Köln distanziert sich von Anti-Abtreibungsaktion

Eine Einladung der Deutschen Zentrumspartei zu einer „interreligiösen Trauerfeier“ für abgetriebene Kinder stößt auf Kritik des Erzbistums Köln. „Mit Nachdruck“ distanziert sich die Erzdiözese von „falschen Behauptungen“.

DOMRADIO.DE

Damit ist ein Einladungsschreiben gemeint, nach dem der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki an der Veranstaltung im Juli in Wiesbaden teilnehme, sagte Sprecher Christoph Heckeley am Donnerstag auf Anfrage in Köln. Das Erzbistum prüfe derzeit juristische Schritte.

Einladung an Bundestagsabgeordnete

Die Einladung wurde an Bundestagsabgeordnete versandt. Beigefügt ist ein Flyer, der unter anderem von „Kinderschlachtung im Akkord“, „Kindermordindustrie“und „Babyzid“ spricht. Über einem Foto einer Abtreibungsklinik ist der Schriftzug „Abtreiben macht frei“ zu lesen – in Anlehnung an die Aufschrift „Arbeit macht frei“ über dem Tor des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

Gesundheitsrisiko Aschekreuz: Erzbistum Freiburg reagiert

© Bild: KNA
Nach dem Auftragen des Aschekreuzes am Aschermittwoch hatten einige Gläubige schwere Verätzungen. Der Grund: Der Asche wurde Wasser beigemischt. Das ist im Erzbistum Freiburg nun verboten.

katholisch.de

Für das traditionelle Aschekreuz, das Priester den Gottesdienstbesuchern am Aschermittwoch auf die Stirn streichen, gilt: je feuchter die Asche, umso besser haftet das Kreuz. Deshalb werden der Asche mancherorts größere Mengen Wasser beigemischt. Mit dieser Praxis ist nun zumindest im Erzbistum Freiburg Schluss.

Gesundheitsgefährdende Folgen

Das Erzbistum verbot das Vermischen von Asche und Wasser mit sofortiger Wirkung, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heißt. Begründet wurde dieser Schritt mit „möglichen, teilweise erheblich gesundheitsgefährdenden Folgen durch den Kontakt einer Mischung aus Asche und Wasser mit menschlicher Haut“.

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Kirchliche Initiative für CSU-Kursänderung erhält Rückenwind

CSU-Logo Wildbad Kreuth
Einem Appell zur politischen Kursänderung an die CSU haben sich mittlerweile mehr als 170 großteils kirchliche Unterstützer angeschlossen.

evangelisch.de

Neu hinzugekommen seien unter anderem der Diözesan-Caritasverband München und Freising sowie weitere Ordensgemeinschaften, Verbände und Lehrstuhlinhaber, teilten die Initiatoren am Mittwoch in Nürnberg mit. Dem Initiatoren-Trio gehören der Sozialethiker Pater Jörg Alt, Beatrice von Weizsäcker, Mitglied im Präsidium des Evangelischen Kirchentags, und der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose an.

In ihrem Appell fordern Alt, von Weizsäcker und Hose die CSU und ihre Wähler auf, sich an christlichen und sozialen Grundsätzen zu orientieren. Konkret sprachen sie dabei die Schere zwischen Arm und Reich, Abschiebungen von Flüchtlingen in Kriegsgebiete oder die geplante Grenzsicherung gegen illegale Migration an.

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Erfurter Stadtrat vertagt Votum zu Katholikentag 2024

© Bild: Jörg Hackemann/Fotolia.com
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken will, das der Katholikentag 2024 in Erfurt stattfindet. Doch der Erfurter Stadtrat hat eine Entscheidung erneut vertagt.

katholisch.de

Der Erfurter Stadtrat hat die Entscheidung über einen möglichen Katholikentag im Jahr 2024 in der thüringischen Landeshauptstadt erneut vertagt. Das Parlament verwies eine Beschlussvorlage von Bürgermeister Andreas Bausewein (SPD), die eine Bewerbung der Stadt um den Katholikentag sowie einen kommunalen Finanzzuschuss von maximal 1,2 Millionen Euro vorsieht, am Mittwoch ohne Aussprache an den städtischen Hauptausschuss; dort soll die Vorlage am 14. August beraten werden.

Wann der Stadtrat stattdessen über die Beschlussvorlage abstimmen wird, ist noch unklar. Ein positives Votum des Parlaments wäre aber ohnehin nur eine Art Willensbekundung; ob der Katholikentag in sechs Jahren tatsächlich in Erfurt stattfindet, wäre damit nicht entschieden.

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Politik erkennt Revolutionspotenzial von Forschung nicht

Bild: Deutscher Ethikrat
Veränderungen im Erbgut, Algorithmen im menschlichen Gehirn, Entscheidungen von künstlicher Intelligenz: Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, hat von der Politik mehr Aufmerksamkeit für einschneidende technologische Entwicklungen gefordert.

evangelisch.de

„Entwicklungen im Bereich der Genetik, der Hirnforschung und der künstlichen Intelligenz fordern das heraus, was wir als Grundlage unseres Gemeinwesens verstehen: die Menschenwürde“, sagte Dabrock dem epd. Der Ethikrat beriet am Mittwoch auf seiner Jahrestagung in Berlin, wie Technologie und Wissenschaft das Menschsein in seiner jetzigen Form infrage stellen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) fordert ethische Regeln.

Dabrock sprach von „stillen Revolutionen“, die sich vor allem in den drei Forschungsbereichen ereigneten. „Das Revolutionspotenzial ist von weiten Teilen der Politik und Gesellschaft noch nicht erkannt“, sagte er. Im Bereich der Genetik werfe insbesondere die sogenannte Gen-Schere Menschheitsfragen auf. „Immerhin geht es um die Veränderung der biologischen Grundlagen des Menschseins“, sagte er. Die Gen-Schere Crispr-Cas9 ermöglicht präzise Veränderungen der DNA bei Pflanzen, Tieren und Menschen, die das Erbgut auf Dauer verändern könnten.

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