2018 ist ein „Zeckensommer“

In diesem Sommer gibt es besonders viele Zecken – damit steigt auch das Risiko für die von ihnen übertragenen Krankheiten. © Schlegelfotos/ iStock
Achtung Blutsauger: In diesem Sommer gibt es besonders viele Zecken – so viel wie nie in den letzten zehn Jahren, wie Forscher ermittelt haben. Der extreme „Zeckensommer“ erhöht das Risiko, von diesen Blutsaugern gebissen zu werden. Damit ist auch die Übertragung von Krankheiten wie Hirnhautentzündung oder Borreliose vermehrt möglich. Im Schnitt jede vierte Zecke in Deutschland trägt die Erreger der Lyme-Borreliose in sich.

scinexx

Rund 20 Zeckenarten gibt es bei uns in Deutschland – und sie sind gerade jetzt im Sommer aktiv. An Gräsern, Büschen oder anderem Unterholz warten sie auf ihre Beute – meist kleinere Säugetiere, aber auch Hunde, Katzen oder uns Menschen. Gelangt die Zecke auf die Haut, beißt sie zu und saugt Blut. Dabei gibt sie einen Teil des Blutes vermischt mit ihrem Speichel wieder zurück – und genau hier droht Gefahr. Denn vor allem der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) kann bei uns die viralen Verursacher der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, aber auch die bakterielle Lyme-Borreliose.

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Religiotie – wenn apostolische Greise von Verhütung reden

© Bild: picture alliance/KEYSTONE/GAETAN BALLY
Der Schweizer Bischof Vitus Huonder verurteilt jede Form von Verhütungsmitteln – und empfiehlt stattdessen die natürliche Familienplanung: Doch auch beim Thema Enthaltsamkeit ist für ihn nicht alles erlaubt.

katholisch.de

Der Schweizer Bischof Vitus Huonder (76) hat in seinem jüngsten Hirtenbrief jede Form von Verhütungsmitteln verurteilt. „Verhütung gehört zur Kultur des Todes, von welcher der heilige Papst Johannes Paul II. immer wieder gesprochen hat“, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Schreiben des Bischofs von Chur. Allerdings seien sich viele dessen nicht bewusst, weil ihnen diese Zusammenhänge nicht aufgezeigt würden.

Laut Huonder steht Verhütung nicht nur im Widerspruch zur göttlichen Schöpfungsordnung, sondern auch im Gegensatz zur ehelichen Liebe. Diese solle „vollmenschlich“, ganzheitlich, treu und ausschließlich sowie fruchtbar sein. Mit Empfängnisverhütung lehnten die Ehegatten einen Teil der Frau, ihre natürliche Fruchtbarkeit, ab. Es gehe um Handlungsweisen und um die Frage, womit der Mensch seine Geschlechtlichkeit steuere, schreibt der Bischof: „Ob er es mit seinem Charakter, mit Selbstbeherrschung tut oder ob er die Steuerung einem Verhütungsmittel beziehungsweise einem Dritten, zum Beispiel dem Arzt, überlässt.“

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Die türkische Rechte macht Stimmung gegen Kritiker

Eren Erdem spricht als CHP-Abgeordneter vor dem Parlament in Ankara im November 2015.(Bild: EPA/STR)
In der Türkei ist ein bekannter Oppositionspolitiker verhaftet worden. Gleichzeitig versucht das Regierungslager, Oppositionelle und Journalisten einzuschüchtern.

Inga Rogg | Neue Zürcher Zeitung

In der Türkei ist in der Nacht auf Freitag der bekannte Oppositionspolitiker und Journalist Eren Erdem festgenommen worden. Erdem gehört der Führung der Republikanischen Volkspartei (CHP), der grössten Oppositionspartei des Landes, an. Bis vor kurzem sass er für die Partei auch im Parlament.

Die Polizei habe ihn vor seiner Wohnung in Ankara festgenommen, twitterte Erdem um kurz vor 2 Uhr morgens. «Den Grund dafür kenne ich nicht.» Zwei Anwälte und Parteifreunde teilten später mit, Erdem werde beschuldigt, Mitglied einer bewaffneten Terrororganisation zu sein. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu bestätigte dies am Freitagmorgen. Erdem sei aufgrund eines Haftbefehls des Oberstaatsanwalts von Istanbul festgenommen und von Ankara in seine Heimatstadt verlegt worden. In Istanbul wurde er Oppositionspolitiker dem Richter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Das Regierungsblatt «Sabah» nannte ihn einen «Fetö-Verdächtigen» – als «Fetö» (Fethullahistische Terrororganisation) bezeichnet die Regierung seit zwei Jahren die Bewegung des in Amerika lebenden Predigers Fethullah Gülen, die sie für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich macht.

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Humboldt-Uni gründet Institut für Islam-Theologie

Am Institut sollen muslimische Geistliche und Religionslehrer ausgebildet werden. Dafür werden 13 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Berliner Morgenpost

Nach monatelangen Diskussionen ist es an diesem Freitag soweit: Die Humboldt-Universität (HU) entscheidet über die Gründung eines Instituts für Islamische Theologie. Die Zustimmung ist so gut wie sicher. Am Institut sollen muslimische Geistliche und Religionslehrer ausgebildet werden. Umstritten ist, dass dem Institutsbeirat nur traditionell-konservative Islamvertreter angehören sollen.

So werden die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden (IGS), der Zentralrat der Muslime und die Islamische Föderation in Berlin im Beirat sitzen. Dem Gremium, dem auch zwei Wissenschaftler angehören werden, wird ein Vetorecht aus religiösen Gründen bei der Besetzung von Professuren eingeräumt. Entschieden werden soll mit Zweidrittelmehrheit. Zum Wintersemester 2018/19 werden an dem Institut fünf Professuren eingerichtet. Das Land Berlin stellt bis 2022 dafür 13 Millionen Euro zur Verfügung.

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Facebook patentiert heimliches Mithören mittels Mikrofon

foto: ap/kane Dass Facebook heimlich mithört, wird schon länger behauptet – Beweise gibt es dafür keine. Nun hat der Konzern eine entsprechende Technologie patentiert
System wird von unhörbaren Signalen in Fernsehwerbung aktiviert, soll laut Facebook „niemals“ zum Einsatz kommen

derStandard.at

Facebook hat eine Technologie patentiert, bei der zum Beispiel das Smartphone-Mikrofon durch unhörbare Signal aktiviert werden kann. Läuft im Fernsehen eine bestimmte Werbung, kann diese bestimmte Geräte aufwecken und einschalten. So könnten Werbekunden erfahren, wer welche Sendungen sieht und damit feststellen, ob ihre Werbeclips effektiv platziert sind. In einem weiteren Schritt können individuelle Profile für Nutzer verfeinert werden.

Massive Kritik

Berichte über das Patent lösten heftige Kritik aus. Die Electronic Frontier Foundation (EFF), einer der wichtigsten Datenschutzorganisationen der Welt, bezeichnete die Technologie als „extrem beunruhigend“. Es handle sich um ein Eindringen in die Privatsphäre, ohne dass der Nutzer dies mitbekommen soll. Facebook dementierte jedoch rasch, dass das Patent umgesetzt werden soll. Es werde „niemals“ zum Einsatz kommen, sagte eine Sprecherin.

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Australien: Die anglikanische Kirche muss für Missbrauch bezahlen

Bild: WAZ

In Australien sollen rund 60.000 Missbrauchopfer mit insgesamt 2,5 Milliarden Euro entschädigt werden. Zahlen sollen das die Institutionen, deren Mitarbeiter für das Leid verantworlich sind. Um das zu finanzieren, müssen anglikanische Diozösen Kirchen und Friedhöfe verkaufen.

evangelisch.de

Am 1. Juli tritt in Australien aller Voraussicht nach das Gesetz über die Entschädigung von Missbrauchsopfern in Kraft. Der Entschädigungsfonds ist eine der Empfehlungen der staatlichen Missbrauchskommission, die den Umgang von religiösen und weltlichen Institutionen mit sexuellem Missbrauch von Kindern untersucht hatte.

Das wird für Anglikaner, andere Kirchen und weltliche Institutionen richtig teuer. Schätzungen zu Folge werden für die insgesamt rund 60.000 Missbrauchsopfer umgerechnet 2,5 Milliarden Euro benötigt. Die Zahlungen sollen von jenen Institutionen geleistet werden, von deren Mitarbeitern die Betroffenen missbraucht wurden. Erst wenn eine Institution nicht mehr existiert oder bankrott ist, soll die öffentliche Hand als Geldgeber einspringen.

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Starkregen auf dem Mars?

Wie war das Klima des frühen Mars? Eine mögliche Antwort liefert nun die Form der Flussnetzwerke auf dem Roten Planeten. © NASA/JPL-Caltech/Cornell Univ./Arizona State Univ
Wechsel von Dürre und Sturzfluten? Die verzweigten Flusstäler auf dem Mars sind wahrscheinlich nicht durch Grundwasser oder lange bestehende Flüsse entstanden, sondern durch Starkegen und Sturzfluten. Denn wie eine Vermessung enthüllt, ähneln die Winkel ihrer Verzweigungen verblüffend denen von Flusstälern in irdischen Trockengebieten. Solche Verzweigungswinkel wiederum sind typisch für Flüsse, die sich bei Starkregen füllen, wie Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

scinexx

Wie viel Wasser gab es einst auf dem Mars? Über diese Frage streiten Planetenforscher bis heute. Denn einerseits zeugen Spuren alter Seen, verzweigter Flusstäler sowie abgelagerte Tonminerale davon, dass es auf dem Roten Planeten einst Wasser gab – vielleicht sogar einen ganzen Ozean. Andererseits gibt es auch Indizien dafür, dass das Klima selbst vor rund 3,7 Milliarden Jahren zu kalt und die Marsatmosphäre zu dünn war.

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Die schwere Jagd deutscher Ermittler auf Dschihad-Rückkehrer

Bild: nationalreview.com
Mehrere Hundert IS-Anhänger sind aus Syrien nach Deutschland zurückgekehrt. Doch die Ermittler können den Terroristen wenig nachweisen.

Christian Unger | Hamburger Abendblatt

  50 Dollar Gehalt bekommt Deniz B. jeden Monat vom „Islamischen Staat“. Er arbeitet als Pfleger in einem Krankenhaus der Terrororganisation in Tal Afar, 60 Kilometer westlich von Mossul. 50 Dollar pro Familienmitglied, für sich selbst und seine Frau, die Deutsch-Türkin Sibel H., geboren 1987 in einer Kleinstadt im Norden Bayerns. Ein IS-Vertrauter namens „Abu Salahuddin“ bürgt für B., als dieser als Pfleger anheuern will.

Es ist Sommer 2016, der IS erleidet schwere militärische Rückschläge, doch kontrolliert er noch immer große Gebiete in Syrien und Irak, Hunderte Islamisten reisen weiterhin aus aller Welt in das Kampfgebiet. Sie schwärmen vom IS-Staat, wollen ihr „Kalifat“ aufbauen – nach rigider Scharia und mit aller Brutalität gegen jeden, der sich ihnen in den Weg stellt.

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Ägypter: Kosmetik aus dem Chemie-Labor

Altägyptische Kosmetikbehälter. In ihnen sind bis heute Reste von Puder, Cremse und Co erhalten. © CEA/ Laurence Godart
Überraschend fortgeschritten: Schon vor rund 3.500 Jahren produzierten die Ägypter einen wichtigen Grundstoff für ihre Kosmetika mittels chemischer Synthese. Und auch die antiken Griechen synthetisierten ein begehrtes Weißpigment selbst, statt es nur aus Mineralen zu gewinnen. Das enthüllt die erste Radiokarbon-Datierung von Bleikarbonaten in solchen Kosmetikresten. Bisher galten solche mineralischen Verbindungen als nicht geeignet für die C-14-Datierung – ein Irrtum, wie die Forscher nun belegen.

scinexx

Make-up und Kosmetik sind keine Erfindung der Neuzeit – im Gegenteil. Archäologische Funde belegen, dass schon die alten Ägypter vor mehreren tausend Jahren Parfum, Hautcremes und Augenschminke herstellten und nutzten. So pflegte Pharaonin Hatschepsut ihre Haut mit einer – leider krebserregenden – Hautlotion, wie Cremereste in einem rund 3.500 Jahre alten Flakon belegen. Die hochrangigen Ägypterinnen betonten ihre Augen zudem mit einem bleihaltigen schwarzen Lidstrich.

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Aale haben ein echtes Drogenproblem

Quelle: Getty Images/WaterFrame RM/Reinhard Dirscherl
Dass der Konsum von Drogen für uns Menschen ungesund ist, ist klar. Dass aber auch Fische darunter leiden, ist weniger bekannt. So nehmen Aale ungewollt Kokain zu sich. Mit fatalen Folgen für die sowieso schon vom Aussterben bedrohten Tiere.

Von Viola Ulrich | DIE WELT

Der Europäische Aal hat gleich mehrere Sorgen: Durch die Umgestaltungen von Flüssen für die Schifffahrt, Wasserwerken und -schleusen schrumpft sein Lebensraum. Außerdem schmeckt er gut, sodass er überfischt ist. Sein Bestand schrumpft seit Jahrzehnten. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat ihn sogar schon auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht eingestuft.

Laut dem EU-Drogenbericht 2018 steigt der Kokainkonsum in Europa wieder an. Analysen zeigen, dass vor allem die Gewässer rund um die Metropolen in Großbritannien, Belgien, Spanien und den Niederlanden mit der Droge verseucht sind. Mit fatalen Folgen für die Gesundheit der Aale, wie italienische Forscher der Universität Neapel Federico II schon 2015 in einer Studie berichteten.

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Bundestag beschließt Entschädigung für Atomkonzerne

Kühltürme des Kernkraftwerks Gundremmingen Quelle: dpa-infocom GmbH
RWE und Vattenfall erhalten eine millionenschwere Entschädigung für den 2011 entschiedenen Atomausstieg. Der Bundestag setzte ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts um. Die genaue Summe steht noch nicht fest.

DIE WELT

Für den 2011 beschlossenen Atomausstieg erhalten die Energiekonzerne RWE und Vattenfall eine millionenschwere Entschädigung. Der Bundestag verabschiedete am späten Donnerstagabend eine entsprechende Gesetzesänderung und setzte damit ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts um.

Die Karlsruher Richter hatten im Dezember 2016 entschieden, dass die Stromkonzerne für bereits getätigte Investitionen und für verfallene Stromproduktionsrechte entschädigt werden müssen.

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So kam es zur Proklamation des Papstprimats

© Bild: Ernst Herb/KNA
Es war eines der kürzesten Konzilien der Kirchengeschichte. Vor 150 Jahren einberufen, fällte das Erste Vatikanum eine Entscheidung, die die Kirche bis heute prägt.

Johannes Schidelko | katholisch.de

Es war die bis dahin größte Kirchenversammlung aller Zeiten. Insgesamt 774 der 1.050 stimmberechtigten Kardinäle und Bischöfe der Weltkirche nahmen am Ersten Vatikanischen Konzil teil, das am 8. Dezember 1869 eröffnet wurde. Doch schon nach acht Monaten wurde dieses nach römischer Zählung 20. Ökumenische Konzil aufgrund der politischen Wirren auf unbestimmte Zeit vertagt.

Mehrjährige Geheimsondierungen

Über 300 Jahre lang, seit dem Konzil von Trient (1545-63), hatte keine Allgemeine Synode mehr getagt. Am 29. Juni 1868, zur 1.800-Jahrfeier des Martyriums der Apostel Peter und Paul, kündigte Pius IX. (1846-1878) nach mehrjährigen Geheimsondierungen das Konzil an. Es sollte die katholische Welt zu einer machtvollen Manifestation der Wahrheit versammeln, die kirchliche Disziplin den veränderten Zeitverhältnissen anpassen und angesichts der „Irrtümer der Zeit“ die kirchliche Lehre neu bekräftigen.

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Polizisten erschossen vergangenes Jahr 14 Menschen

Polizist mit Waffe Bild: dpa
13 der 14 Todesfälle gehen laut der Polizei auf Notwehr oder Nothilfe zurück. In einem Fall sei Fluchtvereitelung der Grund gewesen. Außerdem haben Polizisten mit Schusswaffen 39 Menschen verletzt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Polizisten in Deutschland haben im vergangenen Jahr bei Einsätzen 14 Menschen erschossen. Wie aus einer Erhebung der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster hervorgeht, wurden zudem 39 Menschen verletzt. Die Zahlen lagen 2017 erneut etwas höher als in den Jahren zuvor.

2016 waren es 11 Tote und 28 Verletzte durch Polizeischüsse gewesen, 2015 waren 10 Menschen gestorben, weitere 22 waren verletzt worden. 2014 waren es sieben Tote und 30 Verletzte gewesen und im Jahr 2013 acht Tote und 20 Verletzte, wie aus Statistiken hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Angesichts von rund 300.000 Beschäftigten bei der Polizei im Bund und in den Ländern bewegt sich der Schusswaffengebrauch in Deutschland auf eher niedrigem Niveau.

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Die von der AfD gescholtenen „Systemmedien“ bringen fast nur noch AfD-Themen

Grafik: TP
Soziale Themen wie Löhne, Mieten und Rente erhalten kaum Aufmerksamkeit, Politiker und Medien reagieren oft nur noch

Nico Beckert | TELEPOLIS

In deutschen Großstädten müssen mehr als 1,6 Millionen Menschen „mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Kaltmiete ausgeben“. Die Anzahl der Sozialwohnungen hat sich zwischen den 1990er Jahren und heute mehr als halbiert. In München stiegen die Einkommen seit 1995 um 46 Prozent. Die Häuserpreise stiegen allerdings um 146 Prozent.

Die Bundesregierung spart jährlich 10 Milliarden Euro, weil sie die Regelsätze von Hartz4-Empfängern nach unten rechnet. 2017 wurden 226.125 falsche Hartz4-Bescheide zu Lasten der Ärmsten ausgestellt. Durch Sanktionen sinkt die staatliche Versorgung unter das Existenzminimum.

Seit den 1970er Jahren hat sich der Anteil der Einkommen der unteren Hälfte der Bevölkerung halbiert. Die oberen 10% steigerten ihren Anteil auf 40%. Deutschland ist so ungleich wie vor 100 Jahren. Bei den Vermögen ist Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Staaten besonders ungleich.

Ein Drittel aller alleinerziehenden Mütter sind von Armut bedroht. In Pflege- und Altenheimen herrscht Personalnotstand. Es gibt nicht genug Kita-Plätze. In den Bahnhöfen der Großstädte trifft man spätestens nach 10 Minuten auf Flaschensammler. 2 Millionen Kinder, fast jedes siebte Kind in Deutschland, leben von Hartz4. Das sind 8,6 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Seit 2005 ist die Leiharbeit von 400.000 auf nahezu 1 Million angewachsen.

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How Theoretical Physicists Can Help Find E.T.

Extraterrestrial life might not resemble the kind of biological life we see on Earth. Credit: Illustration: Space.com; Shutterstock
If and when humans discover extraterrestrial intelligence, should we expect to find it in the form of biological brains or artificially intelligent robots? Could it be something in between biological and technological or something else so out of this world that humans have yet to even fathom it?

By Hanneke Weitering | SPACE.com

When searching for E.T., scientists tend to look for signs of life with certain similarities to life on Earth. But abiding by that narrow definition of life could be the reason we still haven’t found any aliens. Are we truly alone in the universe, or do we simply have no idea what we’re looking for?

Scientists may have better luck finding aliens if they can come up with a definition of life that isn’t so „Earth-centric,“ some researchers have said. In other words, scientists need to broaden the scope of the search to account for the possibility that extraterrestrial life may have nothing in common with life on Earth. Biologists and chemists may have a hard time wrapping their heads around a more universal definition of life, because everything they know about life is based on observations of Earth. Theoretical physicists, however, may have a better approach. [13 Ways to Hunt Intelligent Alien Life]

„When I think about looking for life, I’m not really thinking about looking for cells on a planet or molecules in an atmosphere. I think about looking for an entirely new sector of physics,“ Sara Walker, an astrobiologist and theoretical physicist at Arizona State University, said during a panel discussion at the World Science Festival in New York City. During the panel, she and a group of extraterrestrial experts pondered the possibilities of life beyond Earth and the very nature of life itself.

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Warum Kirchen ihren Geruch verjüngen sollten

Die menschliche Nase ist das empfindlichste Sinnesorgan. Riecht man Gestank, geht man diesem eher aus dem Weg. Wohlige Gerüche ziehen einen magisch an. Aber wie riechen Kirchen? Muffig? Der Kölner Dom wurde gar schon mal neu „beduftet“.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Wie greifen Gerüche in unser Verhalten ein?

Prof. Hanns Hatt (Geruchsforscher an der Ruhr-Uni Bochum): Ganz tief, ganz intensiv und eigentlich die ganze Zeit. Es gibt keinen duftfreien Raum. Überall wo wir gehen und stehen, schwirren die Duftmoleküle herum. Wir nehmen sie mit der Atmung auf, die Nase analysiert sie und meldet das unmittelbar an unser Gehirn, sozusagen mit einer Standleitung mit fester Verdrahtung in das Emotions- und Erinnerungszentrum. Da werden sie miteinander gekoppelt und abgespeichert. Das heißt jeder Duft, den ich rieche, wird fest im Gehirn verankert und mit dieser Emotionen und der Situation abgespeichert und deswegen sind die Düfte etwas ganz Besonderes.

DOMRADIO.DE: Tiere riechen noch viel besser als Menschen. Warum ist das Riechen trotzdem für uns Menschen so unmittelbar?

Hatt: Weil es eben ein sehr altes System ist, das tatsächlich noch von der Entwicklungsgeschichte her direkten Zugang zu den ältesten Teilen unseres Gehirns hat. Das heißt, normalerweise werden Seh- und Hörreize zuerst durch das Tor zum Bewusstsein – wie Neurophysiologen sagen – in Thalamus geschaltet. Die Düfte gehen direkt in das Erinnerungs- und das Emotionszentrum und haben deswegen eine unmittelbare Wirkung auf uns, oft ohne dass wir es bemerken.

Wir lenken natürlich zu wenig Aufmerksamkeit auf die Düfte. Das heißt wir gehen zu wenig mit offener Nase durch die Welt, andernfalls könnten wir viel mehr Düfte wahrnehmen und vielleicht auch besser riechen. Wir würden zwar nicht die Hunde erreichen, aber immerhin in die Nähe der Hunde kommen.

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Dodo Müller warnt vor „Protestantisierung“ der Kirche

Gerhard L. Müller links im Bild
Nach Ansicht von Kardinal Gerhard Ludwig Müller ist die deutsche Kirche auf keinem guten Weg. Er kritisiert einen Großteil des deutschen Episkopats.

katholisch.de

Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat vor einem „eklatanten Prozess der Protestantisierung“ der Kirche gewarnt. Der Kardinal warf der Mehrheit der Deutschen Bischofskonferenz und Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzendem eine Anbiederung an die Moderne vor. Sie sähen sich „als Trendsetter der katholischen Kirche auf dem Weg in die Moderne“, so Müller in einem Interview des US-Internetportals „Catholic World Report“. Diese Bischöfe wollten alle Glaubenslehren reformieren, die dem zeitgenössischen gesellschaftlichen Konsens entgegenstünden. Um ihre Ziele zu erreichen, seien sie auch bereit, die Spaltung der Bischofskonferenz zu akzeptieren.

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John-F.-Kennedy-Schule: Die Schüler sangen „ab nach Auschwitz in einem Güterzug“

Einem Neuntklässler soll unter anderem Zigarettenqualm ins Gesicht geblasen worden sein mit der Aufforderung, an seine Vorfahren in den Gaskammern der Nazis zu denken. Der Vorfall ereignete sich an der John-F.-Kennedy-Schule im Stadtteil Zehlendorf.
Antisemitismus im Villenviertel: Die deutsch-amerikanische John-F.-Kennedy-Schule in Berlin ist eine Elite-Einrichtung für Kinder von Diplomaten und Professoren. Jetzt steht sie wegen eines judenfeindlichen Mobbingfalls unter Druck.

DIE WELT

Ein Sticker auf dem Rücken mit einem Hakenkreuz, Rauch aus einer E-Zigarette ins Gesicht gepustet mit der Einschüchterung: „Das soll dich an deine vergasten Vorfahren erinnern.“ Was die Leiter der renommierten deutsch-amerikanischen John-F.-Kennedy-Schule in Berlin am Donnerstag erzählen, dürfte nur ein Teil des Mobbings sein, mit dem Schulkameraden einem Neuntklässler zusetzten. Wenn die Berichte stimmen, die jetzt die Runde machen, hat der jüdische Junge tiefe seelische Verletzungen davongetragen.

Zuletzt gab es in Berlin immer wieder Fälle von Antisemitismus, so bei dem Angriff auf einen Kippaträger aus Israel. Der neue Fall hat aber wohl nichts mit muslimischen Einwanderern zu tun, mit „Problemvierteln“ wie Wedding oder Neukölln, sondern spielte sich im bürgerlichen Zehlendorf ab, in der „Mitte der Gesellschaft“. So reden Experten, wenn sie beschreiben wollen, wie sich Judenhass im deutschen Alltag eingenistet hat.

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Hamburg: Wieso das Erzbistum die Genossen ablehnt

Erzbischof Stefan Heße will in der kommenden Woche seine Entscheidung zu einer Kooperation verkünden Quelle: dpa
Nach den Kirchengremien hat auch die Schulleiterkonferenz Nein zu einer Kooperation gesagt. Die Schulgenossenschaft wird nicht gegründet. Wie geht es jetzt weiter mit den katholischen Schulen in Hamburg?

Von Julia Witte genannt Vedder | DIE WELT

Wie geht es mit den katholischen Schulen in Hamburg weiter? Nach dem Nein von sechs Gremien des Erzbistums zu einer Kooperation mit der Hamburger Schulgenossenschaft ist die Frage drängender denn je geworden – und eine Lösung deutlich in die Ferne gerückt. Vor allem, da am Donnerstag bekannt geworden ist, dass sich auch die Schulleitungen der heute noch 21 katholischen Schulen in der Hansestadt gegen weitere Verhandlungen mit der privat getragenen Initiative ausgesprochen haben.

Von den schulischen Gremien war durchaus eine Zustimmung zu den Plänen der Schulgenossenschaft erwartet worden. Die Genossenschaft hatte sich gegründet, nachdem das Erzbistum die Schließung von bis zu acht Schulen verkündet hatte. Nun steht die Genossenschaft selbst vor dem Aus.

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Betreiber von Plattform „Migrantenschreck“ aus Ungarn nach Berlin überstellt

Die Internetseite migrantenschreck.ru – Screenshot von 2016 – ist nicht mehr erreichbar.Screenshot: Matthias Meisner/Tagesspiegel
Die deutsche Justiz ermittelt gegen den 34-Jährigen Mario R. wegen illegalen Waffenhandels sowie Volksverhetzung und Verleumdung.

DER TAGESSPIEGEL

Der mutmaßliche Betreiber der Internetseite „Migrantenschreck“ ist von den Behörden in Ungarn nach Deutschland überstellt worden. Der 34-jährige Mario R. traf in Begleitung von zwei Polizeibeamten des Landeskriminalamts Berlin am Donnerstagnachmittag auf dem Flughafen Schönefeld ein, wie die Generalstaatsanwaltschaft in der Hauptstadt mitteilte. Gegen R. wird wegen illegalen Handeltreibens und Einfuhr von Waffen sowie wegen Volksverhetzung und Verleumdung ermittelt.

R. betrieb nach früheren Angaben der Ermittler von Mai bis November 2016 von Ungarn aus einen illegalen Onlinewaffenversandhandel mit dem Namen „Migrantenschreck“.

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