Die türkische Rechte macht Stimmung gegen Kritiker


Eren Erdem spricht als CHP-Abgeordneter vor dem Parlament in Ankara im November 2015.(Bild: EPA/STR)
In der Türkei ist ein bekannter Oppositionspolitiker verhaftet worden. Gleichzeitig versucht das Regierungslager, Oppositionelle und Journalisten einzuschüchtern.

Inga Rogg | Neue Zürcher Zeitung

In der Türkei ist in der Nacht auf Freitag der bekannte Oppositionspolitiker und Journalist Eren Erdem festgenommen worden. Erdem gehört der Führung der Republikanischen Volkspartei (CHP), der grössten Oppositionspartei des Landes, an. Bis vor kurzem sass er für die Partei auch im Parlament.

Die Polizei habe ihn vor seiner Wohnung in Ankara festgenommen, twitterte Erdem um kurz vor 2 Uhr morgens. «Den Grund dafür kenne ich nicht.» Zwei Anwälte und Parteifreunde teilten später mit, Erdem werde beschuldigt, Mitglied einer bewaffneten Terrororganisation zu sein. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu bestätigte dies am Freitagmorgen. Erdem sei aufgrund eines Haftbefehls des Oberstaatsanwalts von Istanbul festgenommen und von Ankara in seine Heimatstadt verlegt worden. In Istanbul wurde er Oppositionspolitiker dem Richter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Das Regierungsblatt «Sabah» nannte ihn einen «Fetö-Verdächtigen» – als «Fetö» (Fethullahistische Terrororganisation) bezeichnet die Regierung seit zwei Jahren die Bewegung des in Amerika lebenden Predigers Fethullah Gülen, die sie für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich macht.

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