John-F.-Kennedy-Schule: Die Schüler sangen „ab nach Auschwitz in einem Güterzug“


Einem Neuntklässler soll unter anderem Zigarettenqualm ins Gesicht geblasen worden sein mit der Aufforderung, an seine Vorfahren in den Gaskammern der Nazis zu denken. Der Vorfall ereignete sich an der John-F.-Kennedy-Schule im Stadtteil Zehlendorf.
Antisemitismus im Villenviertel: Die deutsch-amerikanische John-F.-Kennedy-Schule in Berlin ist eine Elite-Einrichtung für Kinder von Diplomaten und Professoren. Jetzt steht sie wegen eines judenfeindlichen Mobbingfalls unter Druck.

DIE WELT

Ein Sticker auf dem Rücken mit einem Hakenkreuz, Rauch aus einer E-Zigarette ins Gesicht gepustet mit der Einschüchterung: „Das soll dich an deine vergasten Vorfahren erinnern.“ Was die Leiter der renommierten deutsch-amerikanischen John-F.-Kennedy-Schule in Berlin am Donnerstag erzählen, dürfte nur ein Teil des Mobbings sein, mit dem Schulkameraden einem Neuntklässler zusetzten. Wenn die Berichte stimmen, die jetzt die Runde machen, hat der jüdische Junge tiefe seelische Verletzungen davongetragen.

Zuletzt gab es in Berlin immer wieder Fälle von Antisemitismus, so bei dem Angriff auf einen Kippaträger aus Israel. Der neue Fall hat aber wohl nichts mit muslimischen Einwanderern zu tun, mit „Problemvierteln“ wie Wedding oder Neukölln, sondern spielte sich im bürgerlichen Zehlendorf ab, in der „Mitte der Gesellschaft“. So reden Experten, wenn sie beschreiben wollen, wie sich Judenhass im deutschen Alltag eingenistet hat.

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