So kam es zur Proklamation des Papstprimats


© Bild: Ernst Herb/KNA
Es war eines der kürzesten Konzilien der Kirchengeschichte. Vor 150 Jahren einberufen, fällte das Erste Vatikanum eine Entscheidung, die die Kirche bis heute prägt.

Johannes Schidelko | katholisch.de

Es war die bis dahin größte Kirchenversammlung aller Zeiten. Insgesamt 774 der 1.050 stimmberechtigten Kardinäle und Bischöfe der Weltkirche nahmen am Ersten Vatikanischen Konzil teil, das am 8. Dezember 1869 eröffnet wurde. Doch schon nach acht Monaten wurde dieses nach römischer Zählung 20. Ökumenische Konzil aufgrund der politischen Wirren auf unbestimmte Zeit vertagt.

Mehrjährige Geheimsondierungen

Über 300 Jahre lang, seit dem Konzil von Trient (1545-63), hatte keine Allgemeine Synode mehr getagt. Am 29. Juni 1868, zur 1.800-Jahrfeier des Martyriums der Apostel Peter und Paul, kündigte Pius IX. (1846-1878) nach mehrjährigen Geheimsondierungen das Konzil an. Es sollte die katholische Welt zu einer machtvollen Manifestation der Wahrheit versammeln, die kirchliche Disziplin den veränderten Zeitverhältnissen anpassen und angesichts der „Irrtümer der Zeit“ die kirchliche Lehre neu bekräftigen.

weiterlesen