Sterbehilfe: Keine Chance auf tödliche Medikamente


Medikamente zur Selbsttötung, wie hier in Belgien zu sehen, sollen Patienten in Deutschland nicht erhalten. (Foto: dpa)
  • In einem Schreiben des Gesundheitsministeriums an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte heißt es, dass Patienten keine letale Dosis eines Betäubungsmittels bekommen sollen.
  • Hintergrund des Schreibens ist ein wegweisendes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Frühjahr 2017, das Patienten in bestimmten Fällen den Zugang zu solchen Medikamenten erlaubt hat.
  • Experten fordern seit Langem von der Bundesregierung, bestehende Paragrafen zu überarbeiten und damit endlich Klarheit für Patienten zu schaffen.

Von Kristiana Ludwig, Felix Hütten | Süddeutsche Zeitung

Schwerkranken Patienten soll der Zugang zu einem tödlichen Medikament zum Zweck der Selbsttötung untersagt werden. Das geht aus einem Anschreiben des Staatssekretärs des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), Lutz Stroppe, an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hervor, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Nach Aussage eines Ministeriumssprechers handelt es sich hierbei um eine „schriftliche Aufforderung mit rechtsverbindlichem Charakter“.

In dem Brief bittet Stroppe das BfArM, Anträge von Patienten auf eine letale Dosis eines Betäubungsmittels abzulehnen. Damit versucht der neue Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für mehr Klarheit in der Debatte um „Sterbehilfe“ in Deutschland zu sorgen. Das BfArM ist dem Gesundheitsministerium unterstellt.

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