Warum Leben auf Basis von Silizium unwahrscheinlich ist


Darstellung eines menschenähnlichen Wesens von HR Giger. (Bild: Alamy)
Im Periodensystem der Elemente sind Kohlenstoff und Silizium enge Verwandte. Doch die Fülle an organischen Verbindungen, die Kohlenstoff bildet, lässt sich mit Silizium nicht nachbauen. Forscher aus Japan haben nun herausgefunden, warum das so ist.

Uta Neubauer | Neue Zürcher Zeitung

Hortas sind ausserirdische Lebewesen, die sich durch das Gestein des Planeten Janus VI bewegen wie Fische durchs Wasser. Die haufenartigen «Star Trek»-Geschöpfe unterscheiden sich auch chemisch von allen uns bekannten Organismen: Ihre Lebensmoleküle basieren auf Silizium statt auf Kohlenstoff. Wäre das eine Alternative für irdisches Leben? So abwegig ist die Frage nicht: Silizium ist das zweithäufigste Element auf der Erde, zudem gehört es wie Kohlenstoff zur vierten Hauptgruppe des Periodensystems. Das heisst: Beide Elemente besitzen vier äussere Elektronen, die für chemische Bindungen zur Verfügung stehen, und sollten daher ähnliche Reaktionen eingehen.

Chemiker tüfteln schon seit dem 19. Jahrhundert daran, Kohlenstoff in organischen Verbindungen ganz oder teilweise durch Silizium zu ersetzen. Nicht ohne Erfolg: Man denke an die Dichtungsmassen und gummiartigen Kuchenbackformen aus Silikonen. Vor zwei Jahren veränderten US-amerikanische Forscher Bakterien gentechnisch sogar derart, dass sie Silizium in Biomoleküle einbauen.1

weiterlesen