Könnten Menschen ewig leben?

Tanzen bis 105: Nach diesem Geburtstag steigt das Sterberisiko gar nicht mehr an Quelle: Getty Images/Westend61
Wenn Menschen älter werden, steigt das Risiko, dass sie ihren nächsten Geburtstag nicht mehr erleben, immer schneller. Doch nach dem 80. Geburtstag ändert sich das. Das zeigt eine neue, viel diskutierte Studie.

Von Stefan Parsch, Valentin Frimmer | DIE WELT

Das Risiko, innerhalb eines Jahres zu sterben, nimmt einer Studie zufolge ab einem Alter von 105 nicht mehr zu. Das schreibt ein internationales Forscherteam im Journal „Science“. Es hatte Daten über Tausende hochbetagte Italiener ausgewertet. Die Ergebnisse befeuern die Debatte, ob es für Menschen ein Höchstalter gibt.

„Unsere Daten zeigen, dass bei der Lebenszeit des Menschen bislang keine feste Obergrenze in Sicht ist“, sagte Studienautor Kenneth Wachter von der University of California. Unabhängige Experten warnen aber vor übermäßiger Euphorie, einige kritisieren die Studie sogar scharf.

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Die Bilder des deutschen Scheiterns

24. Dezember 2011 in Ankara: Mesut Özil übergibt Recep Tayyip Erdogan ein Trikot von Real Madrid. Bild: Getty
Viele wissen nicht, dass es schon früher Fotos von Özil und Erdogan gab. Die Reaktionen auf das jüngste Bild vor der WM symbolisieren eine dramatische deutsche Entwicklung weit über den Fußballplatz hinaus.

Von Michael Horeni | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Dass Mesut Özil und Ilkay Gündogan kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft dem türkischen Staatspräsidenten ihre Trikots geschenkt haben und sich neben ihm zum Foto aufstellten, war nicht nur ein Akt der Höflichkeit, wie Gündogan später sagen sollte, als die Bilder in Deutschland hohe Wellen schlugen. Es war auch, zumindest was Özil angeht, ein Akt der Gewohnheit. Aus den vergangenen Jahren existieren einige Aufnahmen, die Özil und Erdogan zeigen, wie sie einander die Hände schütteln oder einfach nur gemeinsam in die Kamera blicken.

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Philosophin Seyla Benhabib: Die Politik der Flüchtlings-Angst ist nur ein Symptom

„Kant, mein Lieblingsphilosoph im 18. Jahrhundert, sagte, der Globus sei etwas, das wir mit anderen teilen müssen“: Seyla Benhabib. Foto: Getty Images/Tetra images RF
In ganz Europa erstarken rechte Parteien, gibt es fremdenfeindliche Strömungen, deren Vertreter die Aufnahme von Flüchtlingen kritisieren. In Deutschland droht deshalb die Regierungskoalition zu zerbrechen, und auch die Europäische Union ist angegriffen.

Von Susanne Lenz | Berliner Zeitung

Die Philosophin Seyla Benhabib beschäftigt sich seit langem mit solchen Themen. Unser Treffen fand im Jüdischen Museum statt, kurz bevor sie dort im Rahmen der W. Michael Blumenthal Lectures über die globale Flüchtlingskrise und die Herausforderung für die Demokratie sprach.

Es ist drei Jahre her, dass Angela Merkel den Satz gesagt hat „Wir schaffen das.“ Und gerade ist durch ihre Haltung Flüchtlingen gegenüber ihre Kanzlerschaft ins Wanken geraten.  Was denken Sie darüber?

Das ist in der Tat absurd. Wenn man auf die gesamte Diskussion über Flüchtlinge blickt und nicht nur über Tagespolitik redet, dann muss man die Haltung der CSU ganz klar populistisch nennen. Aber es ist auch die Art und Weise fehlerhaft, wie in der Europäischen Union die  Aufnahme von Flüchtlingen geregelt ist. Das 1997 in Kraft gesetzte Dublin  Abkommen kam zustande, um mit einem Problem fertig zu werden, das man „refugees in orbit“ nennt, also Flüchtlinge, die in verschiedenen Ländern gleichzeitig einen Asylantrag stellen.

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Verschmutztes Wasser – trübe Aussichten

Binnenalster. Bild: Alexander Blecher / CC-BY-SA-4.0
Eine aktuelle Gewässerstudie des BUND verweist auf den schlechten Zustand der Flüsse und Seen in Deutschland. Einzelne Fließgewässer sollen nun renaturiert werden

Susanne Aigner | TELEPOLIS

Etwa 92 Prozent der rund 15.000 Flüsse und mehr als 12.000 Seen sind hierzulande in einem denkbar schlechten Zustand, kritisiert der BUND in seinem Gewässerreport vom Mai 2018. In mehr als 93 Prozent von insgesamt 9000 Flüssen finden sich nicht mehr die Gemeinschaften aus Fischen, Pflanzen und Kleintieren, die dort eigentlich leben müssten, heisst es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen vom März 2018.

Gemessen an den vorgegebenen EU-Kriterien werden gerade mal 6,6 Prozent der bewerteten Fließgewässer als ökologisch bedenkenlos eingestuft. Ausbau, Uferbebauung aber auch die Unterbrechung durch Wehre haben nahezu 80 Prozent der Fließgewässer in ihrer Struktur deutlich verändert. Es gibt kaum noch mäandernde Flüsse, kritisiert Laura von Vitorelli, Gewässer-Expertin beim BUND in einem Interview mit 3sat.

Zum Beispiel die Elbe: Um den Fluss für Schiffe durchgängig passierbar zu machen, wurde das Bett der mittleren und oberen Elbe derart mit Buhnen, Deck- und Leitwerken ausgebaut, dass eine natürliche Seitenerosion nicht mehr möglich ist. Nicht nur die Fließgeschwindigkeit erhöht sich mit zunehmender Begradigung, auch die Flussufer werden immer monotoner. Außerdem liegt das Flussbett nun um bis zu zwei Meter tiefer. Mit dem Wasserspiegel sinkt das Grundwasser in der Flussaue.

Die Ausbaggerung der Elbe hat zur Folge, dass das UNESCO-Welterbe Dessau-Wörlitzer Gartenreich weiter austrocknet. Zudem werden überall dort, wo Flüsse durch Schleusen unterbrochen sind, die Wanderwege von Fischen und anderen Wassertieren zerstört.

Auch in der Weser führten Flussvertiefungen nicht nur zu höheren Fließgeschwindigkeiten, sondern auch zu kürzeren Laufzeiten der Sturmfluten von der Nordsee bis nach Bremen sowie zur Verschlickung von Nebenarmen.

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Facebook hat Daten seiner Nutzer mit 52 Unternehmen geteilt

foto: apa/afp/lionel bonaventure
Darunter auch chinesische Firmen wie Alibaba und Huawei – Mit 38 mittlerweile Zusammenarbeit aufgekündigt

derStandard.at

Auch mehrere Monate nachdem der Skandal rund um Cambridge Analytica die Datensammelei von Facebook unter massive Kritik gebracht hat, ist das Ausmaß dieser Praxis bisher noch immer nicht vollständig geklärt. Nur nach und nach liefert der Social-Media-Gigant weitere Details, ein solches Puzzlestück liefert nun eine Anfragebeantwortung an das „Energy and Commerce Committee“ des US-Repräsentantenhaus.

Datenweitergabe

Facebook hat in den letzten Jahren die Daten seiner Nutzer mit insgesamt 52 anderen Unternehmen geteilt, dies geht aus dem insgesamt 747-seitigen Dokument hervor. Besonders umstritten: In der Liste finden sich zahlreiche chinesische Unternehmen, von Alibaba über Huawei und Lenovo bis zu Oppo. Ein Umstand, der schon in den letzten Wochen für zahlreiche Kritik gesorgt hatte, nun wird allerdings erst das konkrete Ausmaß bekannt.

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Über „Angstprediger“ und christliche Rechtspopulisten

Cover: Verlag Droemer
Selbst Bischof Felix Genn wird mitunter im Netz heftig angegriffen, mit dem absurden Vorwurf, er würde linke Positionen tolerieren oder verbreiten. Kritik von rechts am Bischof von Münster oder weiteren Amtsbrüdern wie Kardinal Reinhard Marx oder dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode ist kein Einzelfall, ebenso ein Fremdeln mit dem Kurs von Papst Franziskus bis hin zu Häme und offener Feindseligkeit.

Kirche+Leben

In den sozialen Medien, in den Kommentarspalten des Internets und auf eigenen Blogs sind rechte Christen sehr aktiv: Sie lehnen den angeblichen „Gender-Wahn“ ab, warnen vor einer Islamisierung des Abendlandes und tadeln eine vorgebliche Anpassung an den Zeitgeist. In der rechtspopulistischen Partei AfD finden sie häufig ihre politische Heimat.

„Über Netzwerke gut organisiert“

Rechte Christen, Evangelikale ebenso wie Katholiken, seien über verschiedene Netzwerke gut organisiert, stellt die Publizistin und Juristin Liane Bednarz in ihrem Werk „Die Angstprediger“ fest. Sie verstünden es, auch auf Politiker und die Kirchen Druck auszuüben. Der Buchtitel „Die Angstprediger“ klingt reißerisch, doch Bednarz liefert einen seriösen, guten Einblick in das christliche Milieu. Die Aufzählung ist längst nicht vollständig, sie kann es beim begrenzten Umfang des Buches auch nicht sein.

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Publizisten auf Twitter: Permanent entgeistert

Zum Teil ist das Publizisten-Verhalten auf Twitter einfach professionell: Fassungslosigkeit bringt Reichweite. (Foto: dpa)
Warum sich in sozialen Medien selbst die nachdenklichsten Intellektuellen fassungslos geben.

Von Felix Stephan | Süddeutsche Zeitung

Wie verführerisch soziale Medien für Publizisten sind, erkennt man vielleicht am besten daran, wie viele ihrer Verlockung schon zum Opfer gefallen sind: der ehemalige Katzenkrimi-Autor Akif Pirinçci, der ehemalige Spiegel-Kultur-Ressortleiter Matthias Matussek, der Medienphilosoph Norbert Bolz – alles erfahrene Publizisten, die auf gedrucktem Papier bewundernswerte Texte geschrieben haben, nach kurzer Zeit in den Feedbackmühlen der sozialen Medien jetzt aber wirken, als seien sie an die falsche Droge geraten.

Und das sind nur die prominentesten Fälle. Dass Publizisten, die die Arena der sozialen Medien betreten, eine Verwandlung durchlaufen, kommt im Grunde ständig vor. Am deutlichsten werden die Verhältnisse auf Twitter: Das ist das soziale Netzwerk, auf dem sich Politiker, Ökonomen, Bürgerrechtler und Publizisten am liebsten herumtreiben und damit wiederum Leute anziehen, die sich etwas davon versprechen, von diesen Leuten wahrgenommen zu werden. Auf diese Weise treffen Welten aufeinander, die sich meist erfrischend wenig zu sagen haben. Und das Geschäftsmodell von Twitter besteht darin, dass das möglichst wortreich geschieht.

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Neil Young: „Musik ist von Tech-Konzernen kastriert worden“

„Ich kann mir meine Songs nicht auf Spotify anhören, das macht mich verrückt“, sagt Neil Young Quelle: WireImage,
Für Rock-Legende Neil Young ist die miserable Klangqualität auf Spotify und Apple Music ein Verbrechen an der Kunst. Mit einem eigenen Streaming-Angebot will er langfristig eine Alternative bieten.

Von Martin Scholz | DIE WELT

Die kanadische Rock-Legende Neil Young („Heart Of Gold“, „Rockin‘ In The Free World“) hat IT-Giganten wie Apple und Streamingdiensten wie Spotify vorgeworfen, Musik durch schlechte Klangqualität zu ruinieren. „Die Musik ist von monopolitischen Tech-Konzernen kastriert worden“, sagte Young im Interview mit WELT AM SONNTAG, „ich kann mir meine Songs nicht auf Spotify anhören, das macht mich verrückt. Höre ich mir das an, denke ich sofort: ,Das ist doch nicht der Song, den ich aufgenommen habe. Die Leute sollten sich so einen Scheiß nicht anhören müssen.‘“

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Syrien Rebellen geben Städte im Süden auf

Bild: tagesschau.de
Syriens Präsident Assad steht offenbar vor einem wichtigen Sieg. Seine Truppen erobern die Region Daraa im Süden des Landes mehr und mehr zurück – dort, wo 2011 die Proteste gegen Assad begannen.

tagesschau.de

Nach der massiven syrisch-russischen Offensive gegen die Rebellen im Süden Syriens haben die Aufständischen mehrere Städte aufgegeben und der Regierung überlassen. Mindestens acht Orte im Norden und Osten der Provinz Daraa hätten eine entsprechende Vereinbarung akzeptiert, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Diese seien durch die mit der syrischen Regierung verbündeten Russen und örtlichen Politikern vermittelt worden. Damit würden die Regierungskräfte mehr als die Hälfte der Provinz kontrollieren, zu Beginn der Eskalation seien es rund 30 Prozent gewesen.

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Die blinden Flecken im linken Migrationsdiskurs

Foto: sea-eye.org
Von Arbeitsmigration ist kaum die Rede und das hat politische Konsequenzen

Peter Nowak | TELEPOLIS

Der unionsinterne Streit könnte sich versachlichen. „Merkel bleibt Kanzlerin“, hieß es schon in einem Deutschlandfunk-Kommentar. Gestritten wird zwischen den Unionsparteien jetzt vor allem über die Integration des EU-Gipfels zur Migrationsabwehr.

Denn, wenn er auch offiziell nicht so genannt wird, ging es bei dem Gipfel genau darum. Darüber sind sich CDU und CSU einig. Das ist auch der Grund, warum CSU-Politiker jetzt wieder besonders herauskehren, dass sie die europäische Lösung wollen und auch nie gegen eine europäische Lösung waren. Damit haben sie sogar Recht.

Es war ein Teil der Linken, die dem Merkel-Lager von Grünen bis zu Teilen der CDU auf den Leim geht, wenn sie wieder einmal Europa beschwören. Doch was heißt das denn eigentlich? Die Manipulation beginnt ja schon da, wo Europa und EU gleichgesetzt wird.

Zudem besteht der dominante Zug inner- wie außerhalb der EU in der Flüchtlingsabwehr. Kann sich jemand vorstellen, dass es in der EU einen Integrationsgipfel gibt und hätte der auch nur eine relevante Unterstützung?

„Ein Europa, das schützt“ – dieses Motto, mit dem Österreich seine EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, spricht da Bände. Gäbe es europäische Umfragen, hätte eine solche Agenda auch starke Mehrheiten. Es ist wohlfeil, nun den angeblichen Rassismus großer Teile der Bevölkerung zu geißeln.

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Insekten werden rar – werden Mordermittlungen dadurch schwieriger?

Campus Magazin Leichen sezieren im Medizin Studium Die Medizinstudenten Schirin Ibrahim und Alex Hungerbühler kommen erstmals mit dem toten menschlichen Körper in Berührung. Schirin Ibrahim beim Sezieren. Universität Irchel, Zürich. 19.09.2011 Bild Janine Schranz
Hunderte von Insektenarten bevölkern tote Körper – und liefern Experten eine Vielzahl an Spuren. Doch mit dieser Methode könnte es bald vorbei sein, glaubt Mark Benecke. Als mögliche Ursachen nennt er unter anderem den Einsatz von Neonikotinoiden, die zum Ende dieses Jahres in der EU weitgehend verboten sind, und Klimaveränderungen im Allgemeinen.

Von Fabian Nitschmann | Neue Zürcher Zeitung

Insekten auf Leichen können eine wichtige Hilfe bei Mordermittlungen sein. Doch das Insektensterben macht den Experten die Arbeit schwer – behauptet zumindest einer von ihnen. Doch ist das wirklich so?

In einer Leiche kann viel Leben stecken – vor allem, wenn das Herz schon länger nicht mehr schlägt. Hunderte von Insektenarten bevölkern dann den toten Körper – und liefern Experten eine Vielzahl an Spuren. Besonders bedeutend sind dabei die Larven von bestimmten Fliegen und Käfern. Doch mit dieser Methode könnte es bald vorbei sein, glaubt zumindest Mark Benecke. Der bekannte Kriminalbiologe aus Köln befürchtet, dass durch das Insektensterben wichtige Hinweise unter anderem bei Mordermittlungen verloren gehen. Andere Wissenschaftler seines Faches haben grosse Zweifel an dieser These.

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Seyran Ateş: „Dieses Institut ist eine Totgeburt“

Seyran Ates: „Sie wollen nicht die Unruhe, die wir als Reformmuslime in die muslimische Gemeinschaft bringen.“ (picture-alliance / dpa / Soeren Stache)
Die Anwältin Seyran Ates übt heftige Kritik an dem neuen Islam-Institut an der Humboldt-Universität in Berlin, das heute beschlossen worden ist. Es werde von konservativen Kräften dominiert, sagt Ates – und kündigt die Gründung eines eigenen Instituts an.

Deutschlandfunk Kultur

Heute wurde beschlossen, dass an der Humboldt-Universität ein Institut für Islamische Theologie entstehen wird. Dort sollen ab dem Wintersemester 2019/20 muslimische Geistliche und Religionslehrer ausgebildet werden. Im Beirat sitzen die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS), der Zentralrat der Muslime in Deutschland und die Islamische Föderation. Die DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) als einer der größten Moscheeverbände ist nicht dabei ist.

Pluralität des Islam sieht anders aus

Die Menschenrechtsanwältin und Gründerin der Berliner Ibn-Ruschd-Goethe-Moschee Seyran Ateş sieht die Pluralität des Islams in Deutschland an diesem Institut nicht abgebildet. Sie hat sich deswegen mit ihrer Gemeinde in einem offenen Brief an die Universität gewandt:

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Dodo Spahn will Pflegekräfte aus Albanien und dem Kosovo anwerben

Mit Pflegepersonal aus Südosteuropa will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Personalnot in der Pflege bekämpfen. Er kritisiert Probleme bei der Visavergabe und will ausländische Berufsabschlüsse schneller anerkennen.

DIE WELT

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will im Kampf gegen die Personalnot in der Pflege gezielt Fachkräfte in Südosteuropa anwerben. Besonders im Kosovo und in Albanien gebe es ein hohes Potenzial an jungen Fachkräften, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Dort ist die Pflegeausbildung häufig besser, als wir denken.“

Es gebe aber erhebliche Probleme bei der Visavergabe: „Was mich verzweifeln lässt: Diese ausgebildeten Fachkräfte müssen oft zehn Monate auf ein Visum für Deutschland warten. Diese Abläufe müssen wir beschleunigen.“ Auch die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse dauere zu lange.

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Töpfchen und Kröpfchen – Haltungen der Wohlmeinenden

Grafik: TP
Güteklassen für Menschen als Merkmal eines gut gemeinten Rassismus. Ein Kommentar

Marcus Hammerschmitt | TELEPOLIS

Vorbemerkung: In dem folgenden Artikel geht es nicht um kriminelle Handlungen von Ausländern, Flüchtlingen, Migranten. Dieses Thema wird landauf, landab in den Medien besprochen, ab und zu in sinnvoller, oft in weniger sinnvoller Weise. Es geht hier auch nicht um den offensichtlichen Rassismus der offensichtlichen Rassisten. Darüber wird ebenfalls viel debattiert. In diesem Artikel geht es um bestimmte Haltungen der Wohlmeinenden.

Online-Petitionen – man kann sie als Trostpflaster für die Ohnmächtigen in der parlamentarischen Demokratie sehen, als Beschäftigungstherapie oder als das Geschäftsmodell einer Klasse von NGOs, die mit ihnen erst entstanden ist. Wer ganz optimistisch denkt, hält sie für die Vorbereitung auf eine Zeit, in der die Stimmberechtigten wirklich etwas zu entscheiden haben. Würde das die Gesellschaft verbessern?

Ob bei change.org, Campact, Avaaz, openPetition – ein Thema gehört ganz gewiss zu den Klassikern auf allen Plattformen: Der Rassismus in all seinen hässlichen Erscheinungsformen, ob er nun von staatlichen oder nichtstaatlichen Akteuren ausgeht. Die Machenschaften im Zusammenhang mit dem Tod von Oury Jalloh, rassistische Äußerungen von Politikern oder ganz banaler Alltagsrassismus – Online-Petitionen haben sich dieser Themen immer wieder angenommen.

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Österreich: Bischöfe proben die Oppositionsrolle – ja dürfen sie denn das?

Du sollst kein Zeugnis ablegen wider Sebastian Kurz? Österreichs Bischöfe proben bei der Arbeitszeitflexibilisierung die Oppositionsrolle. Um Himmels willen?

Die Presse.com

Christian Kern ist nicht zu beneiden. Da stiehlt dem SPÖ-Vorsitzenden gestern, Samstagnachmittag, die Gewerkschaft mit einer Großdemonstration in Wien die Show. Und dann muss er sich sogar auch noch von Bischöfen vorexerzieren lassen, wie Opposition geht.
Die Flexibilisierung der Arbeitszeit (türkis-blauer Sprech) oder der Zwölf-Stunden-Tag (rot-grün-ÖGB-Sprech) wurde zuletzt vom Episkopat in einer Weise kritisiert, die an Zeiten harter Abtreibungsdebatten erinnert. Die Bischöfe sehen in dem Regierungsvorhaben unter anderem einen Verstoß gegen das Völkerrecht. Keine Lappalie.

Die mit der höchsten Weihe versehenen Männer sehen das Konkordat unterhöhlt, den völkerrechtlichen Vertrag zwischen Republik Österreich und Heiligem Stuhl. Dort festgezurrte Feiertage könnten dem Gutdünken des Arbeitgebers ausgeliefert werden, so die Befürchtung. In der besonders im Internet intensiv geführten Debatte gab es vielfach Kritik: Religion sei Privatsache, die Bischöfe sollten sich nicht in die Politik einmischen, gerade Priester arbeiteten an Sonntagen etc. Dem liegen mehrere Missverständnisse zugrunde. Es wird doch nicht böser Wille sein! Zwei seien erwähnt.

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Unesco erklärt Wikingerstadt Haithabu zum Weltkulturerbe

Haithabu war einer der bedeutendsten Handelsplätze der Wikinger im Mittelalter. Heute können Besucher in einem Museum erleben, wie die Menschen früher lebten Quelle: pa/dpa/Christian Hager
Vor 1000 Jahren war Haithabu für die Wikinger das Tor zu Europa. Von Schleswig-Holstein aus trieben sie Handel bis nach Bagdad. Nun hat die Unesco die Siedlung und ihre Verteidigungsanlage Danewerk zum Weltkulturerbe erklärt.

DIE WELT

Die Wikingerstätten Haithabu und Danewerk in Schleswig-Holstein sind zum Weltkulturerbe der Unesco ernannt worden. Das Welterbekomitee nahm die deutsche Bewerbung bei der Sitzung in der bahrainischen Hauptstadt Manama an. Die Stätte sei ein einzigartiges Zeugnis der Wikingerzeit und ihrer kulturellen Traditionen, hieß es zur Begründung. Bei der deutschen Delegation brach nach der Entscheidung Jubel aus.

Damit gibt es in Deutschland nun 43 Unesco-Welterbestätten. Die deutsche Unesco-Chefin Maria Böhmer zeigte sich erfreut: „14 Jahre Arbeit an dieser herausragenden Nominierung sind damit erfolgreich zu Ende gegangen.“ Jetzt gelte es, Haithabu und das Danewerk als Erbe der Menschheit zu erhalten. „Die Stätte macht deutlich, dass unsere Geschichte seit jeher vom Handel und Austausch über nationalstaatliche Grenzen hinweg geprägt ist“, sagte Böhmer.

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Kirchenvertreter rufen zu Wertschätzung von Politikern auf

(Bild: geralt / gemeinfrei)
Vertreter der großen Kirchen haben zu einem respektvolleren Umgang mit Politikern aufgerufen. Sie kritisierten vor allem die Unart, im Internet über Abgeordnete herzuziehen. Statt sie anzufeinden, könne man ihnen auch dankbar sein.

DOMRADIO.DE

„Wir erleben zunehmend, dass sich die politische Debatte in die elektronischen Medien verlagert und dort Abgeordnete in aggressivster Weise angefeindet, eingeschüchtert und sogar bedroht werden“, sagte der Vertreter der katholischen Kirche beim Bund, Karl Jüsten, der „Berliner Zeitung“ am Samstag. Dies sei nicht akzeptabel.

Politiker seien Menschen, die bewusst Verantwortung für die Gesellschaft übernähmen, betonte der Vertreter der evangelischen Kirche beim Bund, Martin Dutzmann. Dafür könne man „nicht dankbar genug sein“.

Bier auf einen Streit ist Zeichen von Respekt

Wenn sich Politiker im Bundestag heftig bekämpfen und danach „trotzdem einträchtig zu einem Bier zusammensetzen“, sei dies kein Zeichen von Heuchelei, sondern von gegenseitigem Respekt und politischer Kultur, betonte Jüsten. So sei eine „harte Auseinandersetzung um Streitfragen bei gleichzeitig anständigem menschlichem Umgang“ möglich.

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Experte: Begriff „rechtsfreier Raum“ kommt aus Verschwörungstheorien

Der Experte für rechte Verschwörungstheorien, Michael Butter, hält die Rhetorik der CSU im aktuellen Streit über die Asylpolitik für besorgniserregend.

evangelisch.de

Die CSU habe in den vergangenen Monaten „ganz massiv rechtspopulistische Rhetorik“ übernommen, sagte der Tübinger Professor dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Sie suggeriert ebenso wie die AfD, 2015 sei explizit gegen geltendes Recht verstoßen worden, was so nicht stimmt“, sagte er und ergänzte: „Das ist problematisch, denn es unterminiert Vertrauen in die staatlichen Institutionen und führt garantiert dazu, dass die demokratiefeindlichen Kräfte gestärkt werden.“

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Türkische Behörden schließen deutsche Schule in Izmir

Izmir.Foto: GURCAN OZTURK/AFP
Vertreter der Bildungsbehörden und ein Dutzend Polizisten kommen in die Schule. Angeblich fehlt die „rechtliche Grundlage“. Die Affäre könnte aber neue Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei verursachen.

DER TAGESSPIEGEL

Türkische Behörden haben nach offiziellen Angaben die deutsche Schule in Izmir geschlossen. Schulleiter Dirk Philippi sagte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag, eine Delegation der örtlichen Bildungsbehörden begleitet von rund einem Dutzend Polizisten habe die Schule am Donnerstag besucht und „schriftlich und mündlich erklärt“, ihr fehle die „rechtliche Grundlage“. Die Schule sei dann versiegelt worden. Den Unterricht stört die Maßnahme nicht – es sind Sommerferien. Die Delegation sei drei Stunden nach Ende der letzten Klasse gekommen, sagte Philippi.

Die Affäre könnte aber neue Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei verursachen. Die gemeinnützige Schule ist laut Philippi offiziell als deutsche Auslandsschule anerkannt und „strukturell dem Generalkonsulat in Izmir zugeordnet“.

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Wahl Dodo des Monats Juni 2018

Dodo des Monats Juni 2018 ©HFR

Der Monat Juni war angereichert mit einer Fülle von kruden Obskurantismus. Der Papst stellt immer mehr unter Beweis ein Schwätzer zu sein, mit einer großen Diskrepanz zwischen Wort und Tat.
Alexander Gauland mit seinem Vogelschiss-Getöse und einer Beschönigung deutscher Geschichte die ihresgleichen sucht. Markus Söder übt sich weiter in der Prostitution seines Glaubens, der Tatsache zum trotz, dass es bis auf einige Theologen so richtig niemanden interessiert.
Die Bundesfamilienministerin Giffey findet Burkinis, als Badebekleidung für Mädchen ganz toll, und schmeißt so, ganz nebenbei ein paar wichtige Errungenschaften der Aufklärung ins Klo.
Religiotie ist zur Staatsdoktrin verkommen und einmal mehr erweisen sich Politiker als willfährige Steigbügelhalter der Gegenaufklärung.

Die Wahl ist bis zum 07. Juli 2018, 18:00 Uhr befristet. Mehrfachauswahl ist möglich. Der Preisträger wird am folgenden Tag hier gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Vitus Huonder, „alter Mann, der gern in fremden Schlafzimmern mitreden will.“
  2.  Jens Spahn, „selbstbestimmtes Sterben Schwerkranker verhindert er postalisch.“
  3.  Deutsche Zentrumspartei, „bedient sich in der Debatte um Abtreibungen nationalsozialistischer Vergleiche. Den Tenor kennen wir von den Kirchen.“
  4.  Sigurd Rink, „mit Waffen für den Frieden, ist wie Vögeln für die Jungfräulichkeit.“
  5.  Franziska Giffey, „ist es eine Frage der Zeit, wann sie in einer Burka auftritt?“
  6.  Joachim Heinz, „dilettiert gern über die Staatsleistungen an die Kirchen.“
  7.  Matteo Salvini, „weg mit der Impfpflicht in Italien.“
  8.  Detlev F. Neufert, „der Jesus-Walker von München.“
  9.  Gero Winkelmann, „Homoheiler mit Glaubulis. Zucker ist alles.“
  10.  Papst Franz, „sein Familienverständnis ist aus der Zeit gefallen.“
  11.  Rainer Hangler, „Homosexualität ist Mord.“
  12.  Jürgen Klopp, „betet des Ball ins Tor.“
  13.  Peter Dabrock, „mit bigotter christlicher Moral zum Werbeverbot von Abtreibungen.“
  14.  Alexander Gauland, „verzerrte Wahrnehmung in Sachen Vogelscheiße.“

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