Astronomen werden Zeugen, wie ein Planet wächst und gedeiht


Das Bild zeigt den Planeten, der in der protoplanetaren Scheibe des Sterns PDS 70 kreist. Der Stern selbst ist ausgeblendet (schwarzes Loch im Zentrum). Der Planet befindet sich am inneren Rand der Lücke, die in der Scheibe klafft. (Bild: ESO / A. Müller et al.)
Mit Teleskopen bekommt man (wenn überhaupt) nur ausgewachsene Planeten zu sehen. Jetzt haben Astronomen einen Protoplaneten entdeckt, der noch jung und hungrig ist – eine einmalige Gelegenheit, Modelle der Planetenentstehung zu testen.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Planeten sind gewissermassen ein Nebenprodukt der Sternentstehung. Sie bilden sich in der Scheibe aus Staub und Gas, von der junge Sterne umgeben sind. Dass ein Stern schwanger mit einem Planeten geht, erkennen Astronomen an einer Lücke, die der heranwachsende Planet in der protoplanetaren Scheibe hinterlässt. Weitaus schwieriger ist es, den Planeten selbst sichtbar zu machen. Zwar gab es in den letzten Jahren immer wieder Erfolgsmeldungen. Aber stets blieben Zweifel, ob der Protoplanet nicht durch Strukturen in der Scheibe vorgetäuscht werde. Mit dem Very Large Telescope in Chile haben Astronomen nun erneut einen Planeten in der Lücke einer protoplanetaren Scheibe entdeckt. Und diesmal sind sie sicher, dass es wirklich einer ist.

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