Japan kommt wegen Plutonium unter Druck


Japan hat auf lange Sicht keine Chance, seine Plutoniumbestände zu verringern. Die USA bedrängen den Verbündeten aus sicherheitspolitischen Gründen.

Patrick Welter | Neue Zürcher Zeitung

Der japanische Forschungsreaktor Monju hat viel Geld gekostet und wenig Erkenntnis gebracht. Diese Botschaft übermittelte Japans Rechnungshof vor einigen Wochen der Regierung in Tokio. Mindestens 1,13 Billionen Yen (8,8 Milliarden Euro) kostete der Schnelle Brüter laut der Aufsicht. Der Forschungsreaktor war 1994 in Betrieb genommen worden, danach aber wegen Pannen nur 250 Tage lang gelaufen. Ende 2016 beschloss die Regierung das Aus für Monju und den Abriss.

Fiktion Brennstoffkreislauf

Das Ende von Monju war ein schwerer Schlag für die politischen Träume eines nuklearen Brennstoffkreislaufs in Japan, den Länder wie Deutschland schon lange aufgegeben haben. Der mit Natrium gekühlte Reaktor sollte aus verbrauchtem Nuklearbrennstoff Plutonium «erbrüten» und verbrauchen.

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