Seelen-Suche


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Was sind die seltsamsten Fragen, die du je gegoogelt hast? Meine könnten sein (für mein neuestes Buch): „Wie viele Menschen haben je gelebt?“ „Woran denken Menschen kurz vor dem Tod?“ und „Wie viele Bits würde man benötigen, um in einer virtuellen Realität jeden wieder auferstehen zu lassen, der jemals gelebt hat?“ (Es ist 10 hoch 10123).

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

Mit Hilfe von Googles Autovervollständigung und Keyword Planner Tools hat das britische Internetunternehmen Digitaloft eine Liste von 20 der verrücktesten Suchanfragen erstellt, darunter „Bin ich schwanger?“ „Sind Aliens echt?“ „Warum haben Männer Nippel?“ „Ist die Erde flach?“ und „Kann ein Mann schwanger werden?“

Das ist alles sehr unterhaltsam, aber laut dem Ökonomen Seth Stephens-Davidowitz, der bei Google als Datenwissenschaftler arbeitete (er ist jetzt Autor für die New York Times), können solche Suchen als „digitales Wahrheitsserum“ für tiefergehende und dunklere Gedanken dienen. Wie er in seinem Buch „Everybody Lies: Big Data, New Data, and What the Internet Can Tell Us About Who We Really Are” (Dey Street Books, 2017) erklärt: „Im vordigitalen Zeitalter versteckten die Menschen ihre peinlichen Gedanken vor anderen Menschen. Im digitalen Zeitalter verstecken sie sie immer noch vor anderen Menschen, aber nicht vor dem Internet und insbesondere vor Seiten wie Google und PornHub, die ihre Anonymität schützen.“ Der Einsatz großer Datenforschungsinstrumente „erlaubt uns endlich zu sehen, was die Menschen wirklich wollen und tun und nicht das, von dem sie sagen, es zu wollen und zu tun“.

Z. B. können Leute Meinungsforschern sagen, dass sie nicht rassistisch sind und Umfragedaten legen nahe, dass bigotte Haltungen über Themen wie interkulturelle Ehe, Rechte der Frauen und gleichgeschlechtliche Ehe seit Dekaden unvermindert abnimmt und anzeigen, dass Konservative heute sozial liberaler sind, als es Liberale in den fünfziger Jahren waren.

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