Vorwürfe der libyschen Küstenwache: Der deutsche Kapitän der Lifeline ist sich keiner Schuld bewusst


Das Rettungsschiff „Lifeline“ im Hamburger Hafen unter dem früheren Namen Sea-Watch 2. Foto (von 2016): Hol and / CC BY-SA 4.0
Mit dem EU-Gipfel wird der Aktionsradius der NGOs deutlich eingeschränkt – eine Konsequenz aus einer Kampagne, zu der das Verhalten der Hilfsorganisationen mit beigetragen hat

Thomas Pany | TELEPOLIS

Er sei sich keiner Schuld bewusst, sagt der Kapitän der Lifeline, seine Mission habe 234 Menschen gerettet. Das maltesische Gericht in Valetta ist von der Unschuld des deutschen Kapitäns aber noch nicht überzeugt.

Gegen Hinterlegung von 10.000 Euro Kaution wurde Claus-Peter Reisch auf freien Fuß gesetzt. Seine Bewegungsfreiheit ist auf die Insel begrenzt, er musste den Reisepass abgeben. Das Schiff wurde beschlagnahmt.

Die Lifeline ist angeblich nicht registriert. Gegen den Kapitän der Lifeline wird zudem der Vorwurf erhoben, dass er sich den Anweisungen der libyschen Küstenwache widersetzt und unerlaubterweise Menschen aufgenommen habe, welche die dazu befugte libysche Küstenwache, die die Aufsicht über die Rettungsaktion hatte, sonst wieder zurück nach Libyen gebracht hätte.

Das fügt sich zum politischen Vorwurf, den zuletzt auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron gegenüber den nichtstaatlichen Hilfsorganisationen (NGOs) gemacht hat: Dass sie das Geschäft der Schlepper unterstützen.

Die NGOs argumentieren wie Kapitän Claus-Peter Reisch. Hauptsache sei, Menschenleben zu retten. Dazu gehört auch die Tatsache, dass es in Libyen keinen „sicheren Hafen“ gebe, wegen der grauenhaften Bedingungen in den Lagern für die Migranten. Der libyschen Küstenwache machen sie den Vorwurf, dass sie brutal vorgeht und nicht die Menschen im Blick hat, sondern Gehilfin einer harten Abschottungspolitik der Europäer ist.

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