„Man kann jede Religion bis zum militanten Fundamentalismus treiben“

Thomas Bauer: „Die Vereindeutigung der Welt“ (Reclam / Andreas Diel)
Der Islamwissenschaftler Thomas Bauer kritisiert die „Vereindeutigung der Welt“, gerade im Bereich der Religionen. Der Koran sei von Gelehrten vielschichtig interpretiert worden, nun setzten sich die Vereinfacher durch. Er plädiert für Ambiguitätstoleranz.

Thomas Bauer im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Das Wort Ambiguitätstoleranz darf derzeit in keinem gepflegten Feuilleton fehlen. Verantwortlich dafür ist der Islamwissenschaftler Thomas Bauer. Er hat zu dem langen Wort einen vergleichsweise kurzen Text geschrieben, einen Essay von 100 Seiten wie die „Vereindeutigung der Welt“. Die Fähigkeit, Mehrdeutigkeit auszuhalten, werde uns abtrainiert, beklagt er. Eindeutigkeit verkaufe sich besser, in der Politik, im Kulturbetrieb, aber auch im religiösen Angebot. Ist das nicht eindeutig zu pessimistisch?

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Am Great Barrier Reef drohen alle zwei Jahre Korallenbleichen

Ausgebleichte Korallen im Februar 2017 am Great Barrier Reef in Australien. (Bild: Greenpeace / Brett Monroe Garner / Handout via Reuters)
Sollten die Prognosen eintreffen, wäre es laut Forschern das Todesurteil für das berühmte Korallenriff. Überleben kann es nur, wenn die Treibhausgas-Emissionen verringert werden.

Neue Zürcher Zeitung

Das Great Barrier Reef vor Australien könnte ab 2034 alle zwei Jahre eine massive Korallenbleiche erleiden. Grund dafür seien steigende Wassertemperaturen durch den Klimawandel.

Eine Bleiche im Zweijahresrhythmus komme einem Todesurteil für das grösste Korallenriff der Erde gleich, heisst es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Umweltorganisation «Climate Council». Das Überleben aller Korallenriffe auf der Welt hänge von einer Verringerung der Treibhausgas-Emissionen ab.

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Ulrich Kutschera – Homo-Ehe: Staatlich-kirchliche Zementierung von Fehlverhalten?

Evolutionsbiologe Prof. Ulrich Kutschera im kath.net-Interview über seine Ansichten zu Aussagen u.a. der Kardinäle Marx und Schönborn zur „Homo-Problematik“ – Seine Erfahrungen mit dem vieldiskutierten kath.net-Interview vor einem Jahr

kath.net

Am 5. Juli 2017 ist auf kath.net ein Interview mit dem Titel „Ehe für alle? Diese widersinnige Entscheidung überrascht mich nicht“ veröffentlicht worden. Der Text war an die Leser des Fachbuchs „Das Gender-Paradoxon“ gerichtet. Die Aussagen des befragten Autors, Prof. Dr. Ulrich Kutschera, wurden mit großem Interesse aufgenommen und vielfach kommentiert. Allerdings wurden einige seiner kritischen Bemerkungen zum Homo-Adoptionsrecht auch mit negativen Stellungnahmen kommentiert. Wir fragten den Evolutionsbiologen nach den Ereignissen im vergangenen Jahr und seinen Ansichten bzgl. der Aussagen zweier prominenter Katholiken sowie einem Vertreter des Bundes Katholischer Ärzte (BKÄ) zur „Homo-Problematik“.

kath.net: Herr Prof. Kutschera, heute vor einem Jahr (5. Juli 2017) ist bei uns Ihr umstrittenes Interview zur „Ehe für alle“ erschienen, das zu heftigen Attacken gegen Sie geführt hat – wie verliefen die letzten 12 Monate, und wie geht es Ihnen heute?

Prof. Kutschera: Hervorragend! Als Kreationismus-Kritiker bin ich derartiges gewohnt und daher relativ immun gegenüber verbalen Angriffen. Ein weiteres arbeitsreiches Jahr im Dienste der deutschen Wissenschaft liegt hinter mir. Ich konnte, neben der aufwändigen Arbeit an einem neuen Physiologie-Lehrbuch, in Kooperation mit führenden US-Kollegen renommierter Elite-Universitäten eine stattliche Zahl englischsprachiger Publikationen erstellen und veröffentlichen. Hierdurch ist es mir gelungen, mein bereits sehr gutes Ranking bei Research Gate (dem Facebook der Naturwissenschaftler) nochmals nachzubessern – Details würden als Angeberei missverstanden werden. Der Wissenschafts- und Technologiestandort Deutschland lebt von derartigen Leistungen, die nur mit enormem Arbeitsaufwand zu erreichen sind (Überstunden, Urlaubsverzicht) und die Integration in ein harmonisch funktionierendes internationales Biologen-Netzwerk erfordern.

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Milchstraße: Ihre schlimmste Kollision

Vor acht bis zehn Milliarden Jahren kollidierte die Milchstraße mit einer Nachbargalaxie © V. Belokurov (Cambridge, UK), ESO/Juan Carlos Muñoz
Kosmische Katastrophe: Vor acht bis zehn Milliarden Jahren erlebte unsere Milchstraße ihre vielleicht heftigste Kollision mit einer Nachbargalaxie. Die mehr als zehn Milliarden Sonnenmassen schwere Nachbargalaxie wurde dabei komplett zerrissen und veränderte auch unsere Milchstraße nachhaltig. Erst durch diese Kollision entstanden der dichte „Bulge“ im Milchstraßenzentrum und auch ein Großteil des umgebenden Halo, wie die Astronomen berichten.

scinexx

Unsere Milchstraße ist ziemlich dynamischer Ort – und stark von ihrer kosmischen Umgebung geprägt. Rund die Hälfte aller Atome in unserer Galaxie könnten extragalaktischen Ursprungs sein, wie Astronomen kürzlich herausgefunden haben. Ein Großteil dieses Fremdmaterials stammt aus Verschmelzungen mit kleinen Zwerggalaxien, aber auch der anhaltende Diebstahl von Gasströmen sowie Sternen ihrer Nachbarn trägt dazu bei.

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Hans Joas über „Die Macht des Heiligen“

Verdunstet der Glaube an Gott in der säkularen Welt? Professor Hans Joas erklärt in seinem Buch „Die Macht des Heiligen“ was wir eigentlich meinen, wenn wir heute von säkularer Welt, von Entzauberung und vom Heiligen sprechen.

DOMRADIO.DE

Mit den alten Propheten der Bibel hat alles angefangen. Die hatten genug von Rauchopfern und anderen Bestechungsversuchen, mit denen die Menschen danach trachteten, Gott auf ihre Seite zu bringen. „Menschen versuchen das Heilige zu beherrschen und für ihre eigenen Zwecke einzusetzen“, sagt Joas, „sie verehren nicht das Göttliche, sondern wollen Gott dazu bringen, durch die Größe ihrer Opfer oder durch die strikte Einhaltung bestimmter Vorschriften, das zu tun, was sie sich wünschen“.

So funktioniert Glaube nicht, warnen schon die alten Propheten. Ein Fußballer macht vor dem Spiel ein Kreuzzeichen und meint damit, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, von Gottes Gnaden mehr Tore zu schießen. Auf diese magische Zauberkraft zu setzen, ist reiner Aberglauben.

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Das Gehirn unter Strom wird moralisch

Ko-Autor Roy Hamilton beim Anlegen eines Geräts zur minimalinvasiven Gehirnstimulation. Bild: Penn UNiversity
Wissenschaftler glauben, mit Gehirnstimulation die Neigung zur Gewalt reduzieren zu können und diese so zur Entlastung der Gesellschaft biologisch erklären zu können

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wie kann man den Impuls für gewalttätiges Handeln senken oder unterdrücken? Es gab vor Entwicklung der Psychopharmaka seit Ende 1930er Jahre das Versprechen, psychische Störungen, aber eben auch Gewalttäter neurochirurgisch durch Lobotomie behandeln zu können. Propagiert wurde die teilweise Zerstörung des Gewebes zwischen Thalamus und Frontallappen vor allem vom amerikanische Psychiater Walter Freeman, der selbst tausende Menschen operierte. Es war ein Heilsversprechen, das aber den derart Behandelten schweren Schaden zufügte.

Ähnlich wie bei der Elektroschockbehandlung, die etwa zur gleichen Zeit aufkam, wusste man auch gar nicht, warum und wie die Lobotomie den Menschen helfen sollte (Technologie der Unterwerfung). Erst ab Ende der 1960er Jahre ging die Zeit der Lobotomie mit den damals verwendeten Methoden zu Ende. Noch länger praktiziert wurden stereotaktische Eingriffe bei Sexualstraftäter, bei denen Teile des limbischen Systems zerstört wurden. Und auch heute noch werden mitunter solche stereotaktische Ausschaltungsoperationen, genannt Kapsulotomie, bei schweren Zwangsstörungen als letzte therapeutische Option durchgeführt.

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„Lucys“ Kinder kletterten doch

Die Fußknochen des Vormenschen-Kinds (links) im Vergleich zu einem erwachsenen Australopithecus-Fuß (rechts oben) © Jeremy DeSilva/ Cody Prang
Strikte Zweibeiner? Die Australopithecus-Frau „Lucy“ und ihre Artgenossen liefen wohl doch nicht ausschließlich auf zwei Beinen. Dies legen nun die fossilen Fußknochen eines Kleinkinds dieser Vormenschenart nahe. Die anatomischen Merkmale des Mädchens sprechen dafür, dass es zwar aufrecht gehen konnte – sich aber auch noch kletternd fortbewegte. Zumindest im Kindesalter könnten die Vormenschen demnach verhältnismäßig viel Zeit auf Bäumen verbracht haben.

scinexx

Der Mensch geht aufrecht auf zwei Beinen – ganz anders als seine engsten noch lebenden Verwandten, die Menschenaffen. Doch wann hat sich dieses Alleinstellungsmerkmal entwickelt? Diese Frage wird unter Anthropologen seit jeher intensiv diskutiert. Dabei scheint sich abzuzeichnen, dass die Entstehung des typisch menschlichen Gangs weit in die Evolutionsgeschichte zurückreicht.

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Giffey: Keine religiösen Ausreden

„Notfalls Bußgeld verteilen“: Familienministerin Franziska Giffey Bild: dpa
Zur Schulpflicht in Deutschland gehöre auch der Sportunterricht, sagt Familienministerin Giffey. Notfalls müsse diese auch mit Bußgeld durchgesetzt werden.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will Schülern nicht zugestehen, dem Schwimm- oder Sportunterricht aus religiösen Gründen fernzubleiben. „Beim Schwimm- und Sportunterricht darf es keine kulturellen oder religiösen Ausreden geben“, sagte die SPD-Politikerin der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). In Deutschland bestehe Schulpflicht – und der Schwimmunterricht gehöre dazu. „Das ist durchzusetzen, in letzter Konsequenz mit einem Bußgeld“, forderte die frühere Bürgermeisterin des multikulturell geprägten Bezirks Berlin-Neukölln. Wichtig sei, Gespräche mit den Eltern und ihren Kindern zu führen.

Als „Blödsinn“ bezeichnete Giffey Behauptungen, sie sei für das Verteilen sogenannter Burkinis an Schulen.

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Vatikan regelt erstmals das Leben „geweihter Jungfrauen“ – Gefragte Lebensform

Die Jungfrauenweihe der hl. Genoveva, Bildnis in der Kirche St. Genoveva, Missouri, 1821. Bild: wikipedia.org/PD
In einem neuen Dokument befasst sich der Vatikan erstmals näher mit dem Stand der „geweihten Jungfrauen“ – fast 50 Jahre nachdem die katholische Kirche diesen wieder eingeführt hat. Und es ist sogar noch etwas mehr geplant.

DOMRADIO.DE

Im Vatikan gibt es Überlegungen für ein Treffen geweihter Jungfrauen aus aller Welt. Damit könnte in zwei Jahren der 50. Jahrestag der Wiedereinführung der Weihe von Jungfrauen durch Papst Paul VI. begangen werden, erklärte der Präfekt der vatikanischen Ordenskongregation, Kardinal Joao Braz de Aviz, am Mittwoch in Rom.

Kardinal Aviz äußerte sich bei einer Vorstellung eines neuen Dokuments, das sich erstmals mit dem Stand der „geweihten Jungfrauen“ befasst. Der rund 35 Seiten umfassende Text schildert die Entwicklung dieser Lebensform, erinnert an die Wiedereinführung der Jungfrauenweihe im Jahr 1970 und behandelt die Rolle solcher Frauen in der heutigen Kirche.

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Migrationsforscher vergleicht Transitzentren mit Guantánamo

Demonstration gegen Guantanomo (Archivfoto) © Debra Sweet @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die geplanten Transitzentren für Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze sind nach Überzeugung des Migrationsforschers Oltmer rechtlich fragwürdig. Sie erinnerten an Guantánamo.

MiGAZIN

Der Osnabrücker Migrationsforscher Jochen Oltmer hält die von CDU und CSU geplanten Transitzentren für Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze für rechtlich fragwürdig. In solchen exterritorialen Zonen würden Rechte von Menschen beschnitten, um dem Staat eine bessere Steuerung der Migration zu ermöglichen, sagte Oltmer am Mittwoch dem epd. „Die Frage, ob das juristisch einwandfrei ist, ist nicht geklärt.“

Das Bundesverfassungsgericht habe zwar 1996 entschieden, dass die ähnlich ausgerichteten Transitzonen für Flüchtlinge an großen Flughäfen wie etwa in Frankfurt rechtens seien. Allerdings habe das Gericht dieses Verfahren explizit nur als Flughafenverfahren gestattet, erläuterte der Historiker am Institut für Migrationsforschung der Uni Osnabrück. Zudem handele es sich bei den exterritorialen Zonen an den Flughäfen offiziell um eine Außengrenze der EU. An der deutsch-österreichischen Grenze gehe es hingegen um eine binneneuropäische Grenze.

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Meeresspiegel-Anstieg wird teuer

Lhaviyani-Atoll der Malediven: Flache Inseln wie diese bekommen den Anstieg des Meeresspiegels am stärksten zu spüren. © Dronepicr/ CC-by-sa 2-0
Kostspielige Folge des Klimawandels: Durch die Erderwärmung steigen die Pegel der Ozeane immer weiter an – und das könnte die Menschheit teuer zu stehen kommen. Modellberechnungen zeigen: Schaffen wir es nicht, das im Pariser Abkommen vereinbarte Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, steigt der Meeresspiegel bis 2100 im globalen Mittel um 0,86 Meter. Damit werden auch die flutbedingten Kosten in die Höhe schnellen: Sie könnten dann 14 Billionen US-Dollar jährlich betragen, wie Forscher berichten.

scinexx

Mit der globalen Erwärmung steigt auch der Meeresspiegel stetig an: Zum einen dehnt sich das Ozeanwasser durch die wärmeren Temperaturen aus. Zum anderen kommt immer mehr flüssige Masse hinzu, da Gletscher und Eisschilde schmelzen. Die Folgen bekommen die Bewohner vieler Küstengebiete und Inseln bereits seit Jahren zu spüren. Besonders hart trifft es die Atolle in den tropischen Meeren – aber auch Inseln vor der US-Ostküste sind akut bedroht.

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Salafisten planen neue Moschee in Berlin

Die As-Sahaba Moschee in Berlin-Wedding . Foto: Andreas Pein/laif
Die Besucher einer Weddinger Moschee gehören zu Berlins radikalsten Islamisten. Jetzt sammeln sie für eine neue Wirkungsstätte.

Ulrich Kraetzer | Berliner Morgenpost

Berlin läuft Gefahr, seinen Ruf als Salafisten-Hochburg zu festigen. Denn eine der radikalsten Szene-Moscheen der Stadt, die As-Sahaba-Moschee in Wedding, ist auf Expansionskurs. Wie der Prediger der Gebetsstätte, die zurzeit noch in Wedding beheimatet ist, in Internetvideos ankündigte, will der Trägerverein der Moschee zwei zusammenhängende Hallen kaufen, um sie als Moschee zu nutzen. In der Immobilie gebe es Platz für tausend Besucher. Der Kaufpreis liege bei 800.000 Euro.

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Nächste Runde im Streit zwischen Monsanto und Bauern in Brasilien

REUTERS
Der von Bayer übernommene US-Saatgutkonzern Monsanto hat in einem Patentstreit mit Landwirten in Brasilien eine Schlappe erlitten.

Die Presse.com

Der von Bayer übernommene US-Saatgutkonzern Monsanto hat in einem Patentstreit mit Landwirten in Brasilien eine Schlappe erlitten. Ein brasilianisches Gericht wies lokale Töchter von Monsanto an, Lizenzgebühren im Zusammenhang mit Gensoja-Technologie auf ein Treuhandkonto zu übertragen. Dies geht aus Unterlagen hervor, die die Nachrichtenagentur Reuters einsah. Dort sollen die Gelder parken, bis endgültig über den Fall entschieden ist. Diese Gebühren zahlen Landwirte normalerweise an Monsanto für die Nutzung der Gentechnik. Wie ein Anwalt der Kläger telefonisch mitteilte, ist das Urteil sofort wirksam. Brasilien ist nach den USA der zweitwichtigste Markt für Monsanto

Monsanto lehnte eine Stellungnahme ab. Bayer erklärte, der Konzern könne sich wegen einer US-Auflage im Zusammenhang mit der Monsanto-Übernahme nicht äußern.

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Schwangerschaftsabbrüche: „Frauen sollten selbst entscheiden können“

Schwangerschaftsabbrüche sind immer noch ein Tabu, sagt Eva Zattler von Pro Familia. (Foto: dpa)
Eva Zattler von Pro Familia fordert, dass Abtreibungen rechtlich und gesellschaftlich akzeptiert werden. Betroffene könnten oft mit niemandem darüber sprechen.

Von Sofie Czilwik | Süddeutsche Zeitung

Eva Zattler arbeitet seit 30 Jahren bei der Münchner Beratungsstelle von Pro Familia. Diese Organisation informiert bundesweit Frauen und Männer zu den Themen Sexualität, Familie oder Partnerschaft. Sie berät und begleitet auch Frauen, die ihre Schwangerschaft nicht weiterführen können oder wollen.

SZ: Sind Schwangerschaftsabbrüche heute noch ein Tabu?

Eva Zattler: Ja. Sehr viele Frauen, die hier in die Beratungsstelle kommen, sagen, dass sie über ihren Abbruch mit niemandem sprechen können.

Woran liegt das?

Während in den Siebzigerjahren prominente Frauen öffentlich von einem Schwangerschaftsabbruch berichteten, gibt es diese Öffentlichkeit heute nicht mehr. Die Gesellschaft verhält sich zu Schwangerschaftsabbrüche zunehmend inkongruenter. Nach außen gilt: Ein Abbruch ist unangemessen, es ist heutzutage immer möglich, ein Kind zu bekommen. Aber wenn eine Schwangerschaft dann wirklich besteht, merken viele, dass ein Kind doch nicht immer in die aktuellen Lebensumstände passt. So wird zwar die Oberfläche glatt gehalten, auf dieser spielt sich das Leben aber nicht ab, sondern darunter. Es wäre hilfreich, wenn Frauen ihre Probleme offen ansprechen könnten und mehr Unterstützung und Solidarität erfahren würden.

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Opportunity Mars Rover Still Silent Beneath Raging Dust Storm

Pre-launch photo of NASA’s Opportunity Mars rover at Kennedy Space Center in Florida. Credit: NASA
NASA’s Opportunity Mars rover remains silent as a giant dust storm continues to swirl on the Red Planet.

By Leonard David | SPACE.com

The storm began on May 30 and grew to encircle the entire planet a few weeks later. With so much dust in the air, the solar-powered Opportunity hasn’t been able to recharge its batteries and has entered a sort of hibernation.

„We have not heard from the rover for a couple of weeks,“ said Ray Arvidson of Washington University in Saint Louis. Arvidson is deputy principal investigator for the Mars Exploration Rover mission, which originally consisted of Opportunity and its twin, Spirit. The duo touched down in different locations on Mars a few weeks apart in January 2004.

Opportunity kept right on rolling, long after Spirit’s death. But the dust storm has sidelined the golf-cart-size rover: Opportunity hasn’t sent a photo back to Earth since June 10, NASA officials have said.Spirit has long been silent, becoming bogged down in sand late 2009. Its last communication with Earth was sent on March 22, 2010.

Opportunity is now likely in a low-power mode, „in which the rover wakes up, checks its power and, if too low, just goes back to sleep again,“ Arvidson told Inside Outer Space.

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Alternativer Nobelpreis: Der Preis, den die Autoren fürchten werden

Haben Sie am Todestag Alfred Nobels schon was vor? Der Literaturpreis zumindest wird in diesem Jahr nicht verliehen. Dafür planen hundertsechs Schweden einen Ersatz. Aber sie haben etwas übersehen.

Von Andreas Platthaus | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Literaturnobelpreis wird in diesem Jahr nicht verliehen, weil der Schwedischen Akademie, aus der sich die Jury rekrutiert, nach der Aufdeckung diverser Skandale (Missbrauch, Indiskretionen) durch Rück- und Austritte derzeit acht von achtzehn Mitgliedern fehlen. Dabei gibt es 106 Schweden, die nichts lieber täten, als den Literaturnobelpreis zu verleihen, und sich deshalb nun für ein halbes Jahr zur Nya Akademien, der Neuen Akademie, zusammengeschlossen haben.

Ihre Absicht: Ein Nya Litteratur-Priset (neuer Literaturpreis) soll einmalig in diesem Herbst anstelle des abgesagten Nobelpreises vergeben werden, zum selben Termin wie das Original, mit demselben Anspruch, allerdings nicht mit demselben Preisgeld (acht Millionen Kronen, also zirka 766.000 Euro).

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Evangelische Kirche stellt „digitalen Klingelbeutel“ vor – pecunia non olet

© Bild: Thorsten Wittke / EKBO
In den evangelischen Kirchen von Berlin und Umgebung wird die Kollekte künftig seltener klimpern. Stattdessen kann bargeldlos gespendet werden. Dahinter steckt ein Problem zahlreicher Kirchengemeinden.

katholisch.de

Einen den Angaben zufolge weltweit ersten elektronischen „Klingelbeutel“ haben die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und die Evangelische Bank am Mittwoch in Berlin vorgestellt. Wie bei einer herkömmlichen Kollekte können Gottesdienstbesucher auch bei dem neuen Modell Bargeld in ein Samtsäckchen werfen. Im Griff des Beutels ist aber zusätzlich ein Bezahlterminal eingebaut: Mittels eines Funkchips kann dort kontaktlos und ohne Eingabe einer PIN auch mit Kredit- oder EC-Karte gespendet werden. Die Höhe ist ebenfalls am Griff des Klingelbeutels einstellbar.

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Löw und Seehofer: Wir bleiben! – Neueste Nachrichten aus dem Sommer der Egos

Grafik: TP
Deutschland atmet auf! Jogi Löw und Horst Seehofer bleiben! Einen Moment dachten wir, wir wären beide los, aber …

Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Also dann so, zwei generieren sich als Anker im aufgewühlten Meer, das die teutonische Ruhe unversehens aufschreckte. Jetzt kommen auch grad die großen Ferien, da passt es gar nicht, wenn man mit Mann und Maus die deutsche Grenze in den wohl verdienten Urlaub passiert und zu Hause ist Unordnung. Also freut sich der redliche Wochenmensch über gute, das heißt stabile Nachrichten.

Zwei, drei Fragezeichen sind indes erlaubt. Das eine ist relativ einfach: Wieso übernimmt Joachim Löw nicht die Verantwortung für das erbärmliche russische Roulette – und geht? Sicher, mit 58 in die Rente oder zurück in die Bundesliga, mag hart sein. Und den jetzigen Job gibt es schließlich auch nur einmal. Aber die Bilder- und Zeichensprache aus Russland weist den Weg: Jogi’s Time is out. Man sah den deutschen Nationaltrainer zuletzt einfach zu oft gutgelaunt mit einem Espresso in der Hand, das Gesicht entspannt in der Sonne – dank Jobgarantie.

Kurzer Rückblick: Anfang 2015 wird Löw zum FIFA Welttrainer 2014 ausgezeichnet. „Es ist wichtig, dass die Mannschaft stabil bleibt und die Qualifikation gnadenlos durchzieht“, orakelt der Coach anlässlich seiner (vor-)letzten Vertragsverlängerung zwei Jahre darauf, im Herbst 2016, über die bevorstehende Aufgabe der WM-Qualifikation.

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Australien: Erzapostel geht nach Missbrauchsurteil in Berufung

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Wegen Missbrauchsvertuschung ist der australische Erzbischof Philip Wilson zu einem Jahr Hausarrest verurteilt worden. Das will er nicht akzeptieren. Auch seinen Rücktritt als Bischof hält er nicht für nötig – noch.

katholisch.de

Der Erzbischof von Adelaide, Philip Wilson, legt Berufung gegen seine Verurteilung wegen Vertuschung von Missbrauch ein. Bis zur Entscheidung im Berufungsverfahren werde er nicht zurücktreten, teilte der 67-Jährige am Mittwoch auf der Website der australischen Erzdiözese mit.

Wilson: Will meine Rechte in Anspruch nehmen

„Ich bin mir der Rücktrittsforderungen bewusst und nehme sie sehr ernst.“ Er wolle aber seine Rechte in Anspruch nehmen und daher noch nicht zurückzutreten. „Sollte ich jedoch keinen Erfolg mit der Berufung haben, werde ich dem Heiligen Stuhl unverzüglich meinen Rücktritt anbieten“, so Wilson. Australiens Premierminister Malcolm Turnbull hatte am Mittwoch den Amtsverzicht des Erzbischofs gefordert.

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Polen verteidigt „Recht“ auf Justizsystem nach seinen Traditionen

Mateusz Morawiecki © © 2018 AFP
Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat die umstrittenen Justizreformen seiner Regierung vor dem Europaparlament verteidigt.

stern.de

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat die umstrittenen Justizreformen seiner Regierung vor dem Europaparlament verteidigt. „Jedes Land hat ein Recht, sein Rechtssystem gemäß seiner eigenen Traditionen zu errichten“, sagte Morawiecki am Mittwoch vor den Abgeordneten in Straßburg. „Einigkeit in Vielfalt“ sei eines der grundlegenden Prinzipien der EU und „kein leerer Slogan“. Der „Respekt der nationalen Identitäten“ sei eine wesentliche Grundlage für Europa.

Die EU hat wegen der Justizreformen ein bisher beispielloses Verfahren gegen Polen eingeleitet, das bis zum Entzug von Stimmrechten auf europäischer Ebene führen kann.

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