Ulrich Kutschera – Homo-Ehe: Staatlich-kirchliche Zementierung von Fehlverhalten?


Evolutionsbiologe Prof. Ulrich Kutschera im kath.net-Interview über seine Ansichten zu Aussagen u.a. der Kardinäle Marx und Schönborn zur „Homo-Problematik“ – Seine Erfahrungen mit dem vieldiskutierten kath.net-Interview vor einem Jahr

kath.net

Am 5. Juli 2017 ist auf kath.net ein Interview mit dem Titel „Ehe für alle? Diese widersinnige Entscheidung überrascht mich nicht“ veröffentlicht worden. Der Text war an die Leser des Fachbuchs „Das Gender-Paradoxon“ gerichtet. Die Aussagen des befragten Autors, Prof. Dr. Ulrich Kutschera, wurden mit großem Interesse aufgenommen und vielfach kommentiert. Allerdings wurden einige seiner kritischen Bemerkungen zum Homo-Adoptionsrecht auch mit negativen Stellungnahmen kommentiert. Wir fragten den Evolutionsbiologen nach den Ereignissen im vergangenen Jahr und seinen Ansichten bzgl. der Aussagen zweier prominenter Katholiken sowie einem Vertreter des Bundes Katholischer Ärzte (BKÄ) zur „Homo-Problematik“.

kath.net: Herr Prof. Kutschera, heute vor einem Jahr (5. Juli 2017) ist bei uns Ihr umstrittenes Interview zur „Ehe für alle“ erschienen, das zu heftigen Attacken gegen Sie geführt hat – wie verliefen die letzten 12 Monate, und wie geht es Ihnen heute?

Prof. Kutschera: Hervorragend! Als Kreationismus-Kritiker bin ich derartiges gewohnt und daher relativ immun gegenüber verbalen Angriffen. Ein weiteres arbeitsreiches Jahr im Dienste der deutschen Wissenschaft liegt hinter mir. Ich konnte, neben der aufwändigen Arbeit an einem neuen Physiologie-Lehrbuch, in Kooperation mit führenden US-Kollegen renommierter Elite-Universitäten eine stattliche Zahl englischsprachiger Publikationen erstellen und veröffentlichen. Hierdurch ist es mir gelungen, mein bereits sehr gutes Ranking bei Research Gate (dem Facebook der Naturwissenschaftler) nochmals nachzubessern – Details würden als Angeberei missverstanden werden. Der Wissenschafts- und Technologiestandort Deutschland lebt von derartigen Leistungen, die nur mit enormem Arbeitsaufwand zu erreichen sind (Überstunden, Urlaubsverzicht) und die Integration in ein harmonisch funktionierendes internationales Biologen-Netzwerk erfordern.

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