Die Türkei macht sich unter den Kurden in Afrin wenig Freunde


Zwei Monate nach Beginn ihrer Operation soll die mit der Türkei verbündete Freie Syrische Armee (FSA) am Sonntag (18.3.) die stark umkämpfte Stadt Afrin eingenommen haben. Die Eskalation hat in den letzten Tagen mehr als 200 000 Einwohner in die Flucht getrieben, wie etwa diese Familie mit drei Kindern und einem Baby. (Bild: Khalil Ashawi / Reuters)
Vor knapp vier Monaten hat die türkische Armee die YPG aus dem syrisch-kurdischen Afrin vertrieben. Aus der versprochenen «Befreiung» wurde allerdings nichts.

Inga Rogg | Neue Zürcher Zeitung

Schulter an Schulter posieren Sipan Abdo und seine Ehefrau für ein Selfie. Lang fällt das dichte, dunkelbraune Haar über den Rücken der Frau. Verliebt lächelt das junge Paar in die Kamera. Es ist ein Bild aus besseren Tagen. Heute sei es unvorstellbar, dass sie so in aller Öffentlichkeit posierten, sagt Abdo. Überhaupt verlässt seine Frau das Haus nur noch, wenn es unbedingt sein muss. «Frauen müssen sich verschleiern. Sehen Sie, so sieht meine Frau jetzt aus.» Auf seinem Handy zeigt er uns ein weiteres Bild. Das Lächeln der Frau ist verschwunden. In einen schwarzen Umhang und ein schwarzes Kopftuch gekleidet, blickt sie ernst in die Kamera. «Das ist die Freiheit der Freien Syrischen Armee», sagt der Mittzwanziger.

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