„Wir wollen keine Harems in Deutschland“


Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) findet: Im Ausland geschlossene Vielehen müssen aufgehoben werden Quelle: dpa/Christoph Soeder
Bayern startet eine Bundesratsinitiative gegen im Ausland geschlossene Vielehen. Aufgeschreckt hat den Landesjustizminister der Fall eines irakischen Flüchtlings, der mit zwei Frauen und 13 Kindern zusammenlebt.

Von Peter Issig | DIE WELT

Die irakische Familie mit 13 Kindern kam irgendwann zum Jahreswechsel 2015/2016 nach Bayern. In Neumarkt in der Oberpfalz wurden sie zunächst in einer Flüchtlingsunterkunft untergebracht. Inzwischen leben alle 16 Familienmitglieder in einer Wohnung. Ihr Asylantrag ist anerkannt, obwohl das männliche Familienoberhaupt mit zwei Ehefrauen zusammenlebt und hierzulande Polygamie verboten ist.

Vielehe kann mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden. Die Behörden sahen aber wegen der unklaren Rechtslage keine Möglichkeit, diese Art des Zusammenlebens zu unterbinden. Denn die Ehen waren regulär in Syrien geschlossen worden, wo Polygamie nicht verboten ist.

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