Belästigungsvorwürfe : Die Akte Avital Ronell


Avital Ronell kann sich einer Solidaritätswelle erfreuen. Bild: Picture-Alliance
Die Professorin Avital Ronell von der New York University steht unter Verdacht, Studierende sexuell belästigt zu haben. Akademische Größen wie Judith Butler stärken ihr nun den Rücken. Das stößt auf Kritik.

Von Patrick Bahners | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die englische Wikipedia zählt im Eintrag über Avital Ronell sechzehn Hauptinteressen der 1952 geborenen Literaturwissenschaftlerin auf. Vier davon sind „ethics“, „legal subjects“, „rumor“ und „stupidity“. Wenigstens insoweit hängen in der Causa Ronell, einer disziplinarrechtlichen Untersuchung, die aufgrund einer Solidaritätsaktion von Kollegen öffentlich bekannt wurde, Leben und Werk zusammen, soziale Bedingungen und intellektueller Ertrag einer Karriere in der kleinen Welt des global vernetzten akademischen Avantgardismus. An Ronells Heimatuniversität, der New York University (NYU), ist ein Titel-IX-Verfahren anhängig, das ein studentisches Universitätsmitglied unbekannten Geschlechts gegen die Professorin angestrengt hat. „Titel IX“ ist ein 1972 in Kraft getretenes Bundesgesetz gegen sexuelle Diskriminierung im Bildungswesen. Vorwürfe, die Anlässe für Untersuchungen sein können, erstrecken sich von herabsetzenden Bemerkungen über ungerechte Behandlung bis zu sexuellen Gewaltakten. Was Ronell vorgeworfen wird, ist nicht bekannt.

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