Seehofer torpediert eines von Söders wichtigsten Projekten


Horst Seehofer (links) und Markus Söder müssen bei der Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober um den Verlust der absoluten Mehrheit bangen Quelle: dpa/Andreas Gebert
Seehofers Ministerium bremst eigenständige bayerische Grenzpolizei und brüskiert damit seinen Nachfolger Markus Söder. Bayerische Beamte sollen der Bundespolizei lediglich helfen dürfen. Die bayerische Grenzpolizei ist ein zentrales Wahlkampfversprechen von Ministerpräsident Söder.

Von Thomas Vitzthum | DIE WELT

Der Horst hat uns alle sehr überrascht“, hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Anfang der Woche über Bundesinnenminister Horst Seehofer (beide CSU) gesagt. Bezogen war der Ausspruch auf Seehofers Ankündigung, von seinem Amt als Minister und Parteichef zurücktreten zu wollen. Unter Parteifreunden, die einander eigentlich zu ständigem gegenseitigem Verständnis verpflichtet sind, war Söders Satz als Aufkündigung seiner Solidarität zu verstehen.

Nun erweist sich, dass Söder von Horst Seehofer nicht nur von dessen Rücktrittsandrohung überrascht wurde. Da gab und gibt es noch ein weiteres Problem zwischen den beiden. Wie der „Spiegel“ berichtet, ist Seehofers Behörde offenbar nicht bereit, die Kompetenz zur Grenzsicherung mit den Bayern zu teilen. Das würde Söders Plan, dauerhaft eine eigene bayerische Grenzpolizei zu betreiben, wenn nicht ganz zunichte machen, so doch zumindest völlig konterkarieren.

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