Frankreichs Metzger fürchten ein „Klima der Gewalt“

Metzgerei auf Montmartre, Paris Quelle: picture alliance / robertharding
Ohne Fleisch kommt die französische Küche kaum aus, entsprechend hoch ist der Stellenwert der Metzger im Land. Doch nun häufen sich Angriffe radikaler Tierschützer auf deren Läden. Die Besitzer fordern Polizeischutz.

Von Gesche Wüpper | DIE WELT

Sie kommen stets nachts im Schutz der Dunkelheit. Mal schlagen sie ein Schaufenster ein, mal kippen sie künstliches Blut an die Ladenfassade und schreiben sie in großen Lettern „Fleisch = Mord“ daneben.

Damit wollen sie ihrer Forderung Nachdruck verleihen, dass sich Menschen Tieren nicht länger überlegen fühlen und Tiere nicht mehr diskriminieren sollten. Die Angriffe auf Metzgereien in Frankreich häufen sich in den vergangenen Monaten.

Und das in einem Land, das Kochen zu einer Kunst erhoben hat und dessen Gastronomie als Weltkulturerbe von der Unesco geschützt wurde. Fleisch ist ein wichtiger Bestandteil der französischen Küche.

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Rommel statt Dragqueens: Poggenburgs Sehnsucht nach 1942

Gefahr für die Kampfkraft? Die Travestiekünstler Lee Jackson und Barbie Stupid besuchen am 5. Juli die Rommel-Kaserne in Dornstadt. Bild: Bundeswehr Baden-Württemberg/Facebook
Ein Tweet des sachsen-anhaltinischen AfD-Mannes sorgt für Aufregung. Seine Rechtfertigungsversuche werfen weitere Fragen auf.

Von Lorenz Hemicker | Frankfurter Allgemeine Zeitung

André Poggenburg sieht sich als Patriot. So steht es im Twitterprofil des sachsen-anhaltinischen Landtagsabgeordneten. Wie viele Patrioten sorgt sich der AfD-Politiker um die Verteidigungsbereitschaft Deutschlands. Damit hat er einen Punkt. Der Zustand der Streitkräfte ist beklagenswert. Kein U-Boot fährt mehr zur See, zahlreiche Kampfflugzeuge sind gegroundet. Rüstungsprojekte brauchen Ewigkeiten und der Aufwuchs der Streitkräfte kommt trotz massiver Anstrengungen kaum vom Fleck.

Hamburg: Hat das Erzbistum mit falschen Zahlen gerechnet?

Schüler und Eltern hatten im April in Hamburg für den Erhalt der katholischen Schulen demonstriert
In der seit Monaten andauernden Auseinandersetzung um den Erhalt von Hamburgs katholischen Schulen, haben Elternvertreter Vorwürfe gegen das Bistum erhoben. Dieses habe fehlerhafte Zahlen vorgelegt.

DIE WELT

Im Streit um die geplante Schließung mehrerer katholischer Schulen in Hamburg wird dem Erzbistum vorgeworfen, in Bezug auf die Sophienschule in Barmbek fehlerhafte Zahlen vorgelegt zu haben. Eine Experten-Analyse habe ergeben, dass die Schule ein deutlich positiveres Ergebnis erwirtschaften werde, als vom Erzbistum prognostiziert, teilte der Vorstand der Gesamteltervertretung am Wochenende mit Verweis auf ein Wirtschaftsgutachten mit. Der zukünftig erzielbare Überschuss liege demnach „weit über den notwendigen Investitionen“, heißt es in dem Gutachten.

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Politologe kritisiert CSU und Kirche für Umgang mit AfD

© Bild: dpa/Rolf Vennenbernd
Für den katholischen Publizisten Andreas Püttmann war der Ton der CSU in der überstandenen Regierungskrise „Scharfmacherei im AfD-Sound“. Auch zwei Bischöfe kritisiert er für ihren Umgang mit der Partei.

katholisch.de

Der katholische Politikwissenschaftler und Publizist Andreas Püttmann kritisiert die CSU und einige Kirchenvertreter für ihren Umgang mit der AfD und deren Themen. „Hinter der Regierungskrise um die Grenzfrage steht ein verändertes Gesamtbild der CSU: Von Scharfmacherei im AfD-Sound über die Orban- und Putin-Umarmungen bis hin zu Kreuzmissbrauch, Kirchenschelte und der Denunziation von Moral“, sagte Püttmann im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Lob und Kritik an Bischöfen

Auch dass Alexander Dobrindt eine „Konservative Revolution“ ausgerufen hatte, mache ihn „fassungslos“, so der Politologe: „Der Begriff bezeichnet ja Kräfte, die dem NS-Regime den Weg bereitet haben.“ Ähnlich kritisch bewertete er Begriffe wie „Asyltourismus„, die unter anderem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) immer wieder benutze.

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Vergewaltigungen: Das große Schweigen

Frühjahr 2016: Frauen und Männer demonstrieren in Berlin für eine Reform des Sexualstrafrechts. Im Juli wurde das Gesetz dann verabschiedet. (Foto: imago/CommonLens)
Seit zwei Jahren gibt es ein neues Sexualstrafrecht. Und die Hoffnung, dass Vergewaltiger angemessen bestraft werden. Die Wirklichkeit sieht anders aus.

Von Verena Mayer | Süddeutsche Zeitung

Berlin, eine Frau und ein Mann lernen sich kennen, sie ist Juristin, er Zahnarzt. Die beiden schreiben sich auf Whatsapp, gehen zusammen etwas trinken. Die Frau fühlt sich plötzlich schwindlig, so, als würde sie neben sich stehen. Er überredet sie, auf einen Absacker in die Bar eines Luxushotels mitzukommen. Sie denkt sich nichts dabei, spätnachts landen sie auf einem Zimmer. Er sagt, jetzt zeige er ihr seine temperamentvolle Seite. Sie sagt: „Nein, stopp, das geht nicht, du darfst mich nicht so überfallen.“ Er tut es trotzdem, dringt in sie ein, mit dem Finger und mit dem Penis.

Ein Fall, wie er in Deutschland täglich vorkommt. Zwei Personen, eine will Sex, die andere nicht. Es passiert überall, zwischen guten Bekannten und einander Fremden, am Arbeitsplatz und in Ehen. Die Geschichte einer Vergewaltigung.

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Evangelikale Christen: Weil Gott es will

Ein Porträt des derzeitigen US-Justizministers Jeff Sessions von Künstlerin Amy Finkbeiner als Teil der Kunstauktion „Buy A Senator“ in der Best World Gallery in New York City © Johannes Schmitt-Tegge/dpa
Evangelikale Christen stützen Donald Trump. Sünden, Skandale und menschenfeindliche Politik sind egal, solange das Weiße Haus die christliche Gegenrevolution verkörpert.

Essay von Paul Simon | ZEIT Online

„Ich möchte den Apostel Paul zitieren und seinen klaren und weisen Befehl im Römerbrief 13, den Gesetzen der Regierung zu folgen, welche von Gott zu diesem Zweck bestimmt worden ist.“ Diesen Satz sagte der US-Justizminister Jeff Sessions am 14. Juni in Fort Wayne in Indiana. Es war ein Versuch, die christlichen Kritiker der Regierungspolitik zu beschwichtigen. Verschiedene US-Regierungsstellen versuchten damals noch zu leugnen, dass an der Grenze zu Mexiko systematisch Kinder von ihren Eltern getrennt wurden. Doch seit April galt die Nulltoleranzregelung: Alle illegal Eingereisten wurden verhaftet und angeklagt. Wer mit seinen Kindern einreiste, wurde von diesen getrennt. „Illegale Einreise in die USA ist ein Verbrechen“, sagte der gläubige Methodist Sessions, und Verbrechen müsse man bestrafen. Die konsistente und faire Anwendung des Gesetzes sei an sich gut und moralisch, so habe Gott es gewollt.

Gott wolle es so, das ist ein Argument, mit dem man in den USA Politik begründen kann. Wie sehr Religion und Politik in den USA verquickt sind, sieht man an Veranstaltungen wie dem Freedom Sunday. Am 24. Juni bat der Baptistenprediger Robert Jeffress zu einem patriotischen Gottesdienst in seine Megachurch nach Dallas in Texas. Stars und Stripes schmückten die ganze Kirche, Veteranen in Uniform salutierten. In seiner Predigt stellte Jeffress fest: Die USA seien eine christliche Nation. Ohne den rechten Glauben würde die amerikanische Gesellschaft zugrunde gehen: „Wenn unsere Nation sich von Gott abwendet, dann kann auch keine geschriebene Verfassung in unserem Land noch für Ordnung sorgen.“

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Kriminologe Pfeiffer: Ausländische Opfer erhalten weniger Mitgefühl

Das öffentliche Interesse an Straftaten ist nach Ansicht des Kriminologen Christian Pfeiffer oftmals geringer, wenn die Opfer Ausländer oder Migranten sind. So sei über die Morde der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) lange Zeit nur unter „Vermischtes“ berichtet worden, sagte der ehemalige Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit Blick auf das für Mittwoch erwartete Urteil im NSU-Prozess. Ein Terroranschlag wie auf dem Berliner Breitscheidplatz mit vielen deutschen Opfern lande dagegen immer auf Seite eins.

evangelisch.de

Das hänge mit der Identifikation mit den Opfern zusammen, erläuterte Pfeiffer. So sei bei den vorwiegend türkischstämmigen Opfern des NSU anfangs gemutmaßt worden, ob sie vielleicht in kriminelle Machenschaften verwickelt gewesen seien und zu ihrem Tod selbst beigetragen hätten. Bei einem Anschlag der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) dagegen würden die Getöteten als „unschuldige Deutsche“ wahrgenommen. „Da ist die emotionale Betroffenheit höher.“

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Mehr als 18.000 Staatsbedienstete in Türkei per Dekret entlassen

Bild: Magazin „The Economist“
Zwei Wochen nach den Wahlen sind in der Türkei mehr als 18 000 Staatsbedienstete per Notstandsdekret entlassen worden.

Berliner Zeitung

Darunter sind tausende Polizisten, Armeeangehörige, aber auch Lehrer und Universitätsmitarbeiter, wie aus dem am Sonntagmorgen im Amtsblatt veröffentlichten Dekret hervorgeht. Grund für die Maßnahme seien mutmaßliche Verbindungen zu Terrororganisationen oder Aktivitäten gegen die Staatssicherheit.

Ermittler der NSU-Morde: „Ich hab’s nicht glauben können“

tagesschau.de
Nach fünf Jahren endet am Mittwoch der NSU-Prozess. Zuvor hatte es elf Jahre gedauert, bis die rechte Terrorzelle entdeckt wurde. „Die ermittlerische Phantasie hat damals nicht gereicht“, sagt ein Ermittler.

Von Holger Schmidt | tagesschau.de

Die Ermittlungen im Fall „NSU“ begannen mit einem gescheiterten Banküberfall. Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten am Morgen des 4. November 2011 eine Sparkasse in Eisenach überfallen und flüchteten mit einem Wohnmobil. Als die Polizei sie kurz darauf kontrollieren wollte, zündeten sie das Wohnmobil an und erschossen sich.

Vom Bankraub zum Polizistenmord

Beim Durchsuchen des Wohnmobils fanden die Beamten nicht nur die Leichen der beiden Männer, sondern auch ein umfangreiches Waffenarsenal, erinnert sich Einsatzleiter Michael Menzel: „Da war eigentlich schon klar, dass das wahrscheinlich Täter sind, die nicht nur diesen einen Bankraub verübt haben.“ Dennoch sei das Erstaunen groß gewesen, als die Ermittler in der Nacht die Waffe P2000 gefunden hatten, denn: „Wir haben den Treffer bekommen, dass das die Waffe von unserer verstorbenen Kollegin Kiesewetter ist.“

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Mit Gummiknüppel: Hebamme verprügelt Schwangere

Eine Schwangere ist Opfer einer Attacke geworden. (Symbolbild) Foto: dpa
Den Gummiknüppel hat Doris S. (62, Name geändert) immer bei sich. „Zum eigenen Schutz“, sagt die gelernte Hebamme und Kinderkrankenschwester in ihrer polizeilichen Vernehmung.

Von Hariett Drack | Kölner Stadt-Anzeiger

Mit dem Schlagstock soll sie im Oktober 2017 auf eine Frau losgegangen sein, die im siebten Monat schwanger und mit einem Kleinkind an der Hand unterwegs war. Wegen gefährlicher Körperverletzung hat die Staatsanwaltschaft die Seniorin jetzt angeklagt, im August soll der Prozess vor dem Amtsgericht beginnen.

„Langsam und vorsichtig“ sei sie am Steuer ihres Autos im Oktober vergangenen Jahres in Höhenhaus in eine Wohnstraße eingebogen, schon von weitem habe sie die Schwangere in Begleitung einer Freundin und zweier Kleinkinder wahrgenommen, die wegen des schmalen Bürgersteigs auf der Fahrbahn liefen.

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Benedikt XVI. ruft den Juden zu: An Christus führt kein Weg vorbei

Für Benedikt XVI. verkörpert das Judentum historisch das Gericht Gottes an den Menschen. Sinnbildlich dafür steht die Zerstörung des Tempels in Jerusalem im Jahr 70 n. Chr. durch die Römer. (Bild: Alamy)
Der emeritierte Papst meldet sich aus dem Off zu Wort und bekräftigt seine Haltung: Die Juden sind Gottes Volk, aber die Wahrheit liegt im Christentum.

Christian Rutishauser | Neue Zürcher Zeitung

Seit dem Amtsverzicht von Papst Benedikt befindet sich die katholische Kirche in einer historisch einmaligen Situation. Papst Franziskus, sichtbares Symbol der Einheit der Kirche, hat an seiner Seite einen emeritierten Vorgänger. Mag dessen Stellung rechtlich gesehen jener eines pensionierten Bischofs gleichen, so wäre ein öffentliches Wirken seinerseits doch äusserst delikat. Was bedeutete es für die sichtbare Repräsentanz der Einheit, wenn sich Franziskus und Benedikt widersprächen? Entfesselte sich in der Kirche nicht eine Dynamik, die der Zeit gleicht, als es mehrere Päpste gab?

Papst Benedikt muss sich dieser Konstellation bei seinem Rücktritt bewusst gewesen sein, als er versicherte, er werde sich aus der Öffentlichkeit ins kontemplative Leben zurückziehen. Auch wenn er im Vatikan hin und wieder von Papst Franziskus zur Repräsentanz hinzugezogen wird und die Öffentlichkeit von seinem theologischen Arbeiten mit ehemaligen Schülern erfährt, hat er sich bis anhin grundsätzlich an seinen Entscheid des Rückzugs gehalten.

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Teils hunderte Kilometer: Elektrische Felder lassen Spinnen fliegen

Das Phänomen fliegender Spinnen ist seit Langem bekannt. (Foto: Michael Hutchinson/dpa)
Sie haben keine Flügel, fliegen aber trotzdem: Einige Spinnen lassen sich an Fäden baumelnd über weite Strecken durch die Luft tragen. Der Wind ist dabei wohl nicht das einzige Transportmittel.

n-tv.de

Einige Spinnen können elektrische Felder in der Luft wahrnehmen und sich mit ihrer Hilfe transportieren lassen. Sie spüren die Elektrizität mit winzigen Haaren an ihrem Körper, berichten Forscher der University of Bristol im Fachblatt „Current Biology“. „Wir wissen nicht, ob elektrische Felder nötig sind, um das ‚Luftschiffen‘ der Spinnen zu erlauben“, erläutert Erica Morley. „Wir wissen aber, dass sie dazu ausreichen.“

Das Phänomen fliegender Spinnen ist seit Langem bekannt. Die Tiere klettern dazu auf eine Anhöhe, etwa eine Blüte, stellen sich auf die Zehenspitzen und recken ihren Hinterleib in die Höhe. Dann bilden sie mehrere Seidenfäden, die sie auffächern, und werden schließlich an ihnen baumelnd in die Luft gehoben. Sie können auf diese Weise hunderte Kilometer überwinden.

Im Altweibersommer fallen häufig die Netze der Baldachinspinnen (Linyphiidae) auf, die sie meist in Bodennähe auf Wiesen spinnen. Die Fäden, an denen sie durch die Luft segeln, sollen einer Erklärung zufolge an die Haare alter Frauen erinnern – daher womöglich der Name Altweibersommer.

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Nato-Generalsekretär: „Ich erwarte, dass Deutschland noch mehr tut“

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Bild: Reuters
Die Nato verlangt von Deutschland, mehr Geld für das Militär auszugeben. Die geplante Steigerung reiche nicht aus, kritisiert Generalsekretär Stoltenberg – und nennt Gründe dafür.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Vor dem Nato-Gipfel kommende Woche fordert der Generalsekretär des Bündnisses von Deutschland deutlich höhere Militärausgaben. Jens Stoltenberg begrüßte zwar, dass die Bundesregierung den Wehretat mittelfristig aufstocken will. „Aber ich erwarte, dass Deutschland noch mehr tut“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Stoltenberg erinnerte vor dem Nato-Gipfel am 11. und 12. Juli in Brüssel daran, dass sich Deutschland wie alle Nato-Mitglieder verpflichtet habe, seine Militärausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Kanzlerin Angela Merkel sichert aber derzeit nur 1,5 Prozent bis 2024 zu.

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BND spionierte EU-Filialen deutscher Firmen aus

Bild: heise online
Seit 2000 überwacht der BND einem Bericht zufolge auch Ableger deutscher Firmen im EU-Ausland. Der Geheimdienst darf eigentlich keine Deutschen ausspionieren.

Martin Holland | heise online

Der Bundesnachrichtendienst soll seit fast 20 Jahren Filialen und Tochtergesellschaften deutscher Konzerne im Ausland ausspioniert haben. Das berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Demnach waren Dutzende Firmen mit deutschen Muttergesellschaften in der EU Ziel dieser Spionage. Die Aktivitäten seien nicht nur der Öffentlichkeit sondern auch den zuständigen Kontrollgremien im Bundestag verborgen gewesen. Dabei ist es dem BND untersagt, deutsche Staatsangehörige ins Visier zu nehmen. Ausnahmen muss die G10-Kommission im Bundestag genehmigen. Zu den nun erhobenen Vorwürfen hat sich der BND demnach nicht geäußert.

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Kirchenparlament beklagt „Barbarei“ gegen Flüchtlinge

Mit einer Aktuellen Stunde zur Flüchtlingspolitik ist die Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg am Samstag in Ulm zu Ende gegangen.

evangelisch.de

Die 98 Mitglieder des Kirchenparlaments hatten sich drei Tage lang unter anderem mit Finanz- und Leitungsfragen befasst. Die Synode der 2,1 Millionen württembergische Protestanten wandte sich gegen eine flüchtlingsfeindliche Stimmung in Europa und sprach sich für einen weiteren Schutz von Asylsuchenden sowie mehr Engagement im Kampf gegen Fluchtursachen aus.

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Bayerische Grenzpolizei nur „nach Maßgabe des Rechtsregimes der Bundespolizei“?

Markus Söder und Joachim Herrmann bei der Neugründung der bayerischen Grenzpolizei. Ganz rechts: Der durch die Lebkuchenmesser-Affäre bekannt gewordene Polizist Alois Mannichl (vgl. Polizisten wundern sich im Fall Mannichl). Foto: Bayerisches Staatsministerium des Innern
Einem Spiegel-Bericht nach ringen Seehofer und Söder um Kompetenzen

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Bis 1998 hatte Bayern eine eigene Grenzpolizei. Dann sparte sie der damalige Ministerpräsident Edmund-Stoiber ein. Stoibers Nachfolger Beckstein und Seehofer wollten daran nichts ändern. Erst Markus Söder kündigte angesichts der Vorgänge seit 2015 bereits vor seiner Amtsübernahme im Frühjahr 2018 an, wieder eine bayerische Grenzpolizei aufzubauen.

Am 2. Juli weihte Söder das Präsidium dieser vorerst 500 Beamte starken Wiederauflage in Passau ein und sprach dabei von einem „partnerschaftlichen Miteinander“ von Grenz- und Bundespolizei. Einem Bericht des Spiegel nach wollte der bayerische Ministerpräsident die Grenzpolizei eigentlich eigenständig Grenzübergänge kontrollieren lassen, wurde daran aber vom Bundesinnenminister und CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer gehindert.

Das Nachrichtenmagazin spricht in diesem Zusammenhang von einem „innerparteilichen Duell“, das Söder „offenbar verloren“ habe. Grundlage dafür ist dem Spiegel, dass es seinen Informationen nach kein neues Verwaltungsabkommen zwischen dem Bund und Bayern geben wird, weshalb die neue bayerische Grenzpolizei nur „nach Maßgabe des Rechtsregimes der Bundespolizei“ agieren dürfe, die zum Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums gehört. Im bayerischen Innenministerium heißt es dazu jedoch, Landesinnenminister Joachim Herrmann sei „sich mit Bundesinnenminister Horst Seehofer in dem Ziel einig, der Bayerischen Grenzpolizei eigenständige Grenzkontrollmaßnahmen zu ermöglichen“, wozu „noch Gespräche zu organisatorischen und rechtlichen Detailfragen“ laufen würden.

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Offizieller Plan: Das machen die Schotten, sollten sie das Loch-Ness-Ungeheuer fangen

Sagenumwobenes Gewässer: Loch Ness im schottischen Hochland © Yui Mok/ Picture Alliance
Seit Jahrzehnten ranken sich die Mythen um das Ungeheuer von Loch Ness. Auch in diesem Jahr machten sich wieder Forscher auf, um Proben aus dem Gewässer zu nehmen. Und wer hätte es gedacht: Die Schotten haben tatsächlich einen offiziellen Plan, sollten sie das Monster jemals finden.

stern.de

Es ist eines der sagenumwobensten Gewässer der Welt: Loch Ness im schottischen Hochland. Seit Jahrhunderten munkelt man, dass der Süßwassersee ein riesiges Ungeheuer beherbergen soll – von den Einheimischen liebevoll „Nessie“ getauft.

Was nur wenige wissen: Tatsächlich gibt es einen offiziellen Plan zum Vorgehen, sollte die Existenz des Loch Ness Monsters jemals bestätigt werden. Bereits im Jahre 2001 entwarf die „Scottish Natural Heritage“ (kurz: SNH), eine staatlich geförderte Behörde, ein Papier, in dem die einzelnen Schritte niedergeschrieben sind. Der Plan sei „halb lustig, halb ernst“ gemeint, sagte man damals.

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Orthodoxes Judentum: Stylisch, aber züchtig

Miri Beilin (l.) entwirft in Bnei Brak Mode für ultra-orthodoxe Frauen. (Benjamin Hammer)
Ultraorthodoxe jüdische Frauen tragen oft schlichte Kleider. Daran will eine Gruppe von Haredim jetzt etwas ändern. Sie schneidert extravagante Mode, die aber den strengen Vorschriften der Rabbiner entspricht. Ihre Vorbilder: Die sittsam-eleganten Frauen der britischen Königsfamilie.

Von Benjamin Hammer | Deutschlandfunk

Eines von vielen Hochhäusern im Großraum von Tel Aviv. Eine stylishe Dachterasse im 18. Stock. Miri Beilin posiert vor einer Gruppe von Reportern. Auf den ersten Blick könnte sie die Darstellerin einer Hochglanzserie aus New York sein. Sie trägt ein elegantes Kleid mit Blumenmuster, viel Schmuck – und sehr dicken Lippenstift. Aber dann fällt auf, dass das Kleid Arme und Beine fast vollständig bedeckt. Auf dem Kopf trägt Miri Beilin eine sehr lange Perücke.

Sie sagt: „Wir befinden uns in Bnei Brak. Es ist die Stadt mit dem größten Anteil von ultra-orthodoxen Juden in ganz Eretz Israel“, sagt Miri Beilin, die in den USA geboren wurde und später auswanderte. „In diesem Viertel unserer Stadt ist ein Geschäftszentrum entstanden. Das ist in unserer Welt etwas Neues. Dass wir nicht mehr nur zu Hause oder auf der Straße arbeiten, sondern in modernen Hochhäusern.“

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Alexander Gauland – Dodo des Monats Juni 2018

Dodo des Monats Juni 2018 ©HFR

Der hetzende Polit-Opa Alexander Gauland hat sich gegenüber Jens Spahn durchsetzen können, auch wenn die ersten Tage Spahn wie einen Sieger aussehen lassen haben.

Um es vornweg zu nehmen. Gauland ist wie die meisten Mitlieder seiner Partei ein Kind der CDU, dort konnte er seine national-populistischen Attitüden pflegen und entwickeln. In ähnlicher Art und Weise wie Sozialdemokrat Sarrazin. Verbiesterte alte Männer, die einem mytholgischen Freiheitsbegriff anhängen, der scheinbar in der Moderne abhanden gekommen ist. Kerndeutsche Tugenden sind aber Gaulands Sache nicht. Unbezahlte Parkknöllchen führten zur Androhung des Führerscheinentzugs in Potsdam, schlampig oder aber viel geschworener Widerstand gegen das System. Egal, Gauland ist pragmatisch genug um auch einen Meineid zu leisten, wenn es der eigenen Sache dient, siehe die Affäre Gauland in Hessen.

Der Sachse Gauland offenbart hinsichtlich deutscher Geschichte einen lockeren Umgang mit derselben. Unkenntnis ist es nicht, gezielte Provokation schon eher, die Schnappatmung deutscher Politik ist ihm gewiss.

Der Partei- und Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag hatte beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach gesagt:

„Wir haben eine ruhmreiche Geschichte, daran hat vorhin Björn Höcke erinnert. Und die, liebe Freunde, dauerte länger als die verdammten zwölf Jahre. Und nur, wenn wir uns zu dieser Geschichte bekennen, haben wir die Kraft, die Zukunft zu gestalten. Ja, wir bekennen uns zu unserer Verantwortung für die zwölf Jahre. Aber, liebe Freunde, Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über tausend Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“ Alexander Gauland, ebenda.

Unterstellt man dem deutsch-nationalen Gauland Deutschland als Nationalstaat gemeint zu haben hat er schlicht und ergreifend Blödsinn von sich gegeben. Die Reichsgründung erfolgte 1871, bis dahin war deutsches Land provinziell. Die 1000 Jahre deutscher Geschichte beinhalten die Schweiz, selbst die Niederlande, von denen hat Gauland sicherlich nicht geredet. Erst im 19. Jahrhundert schied Österreich aus der Phalanx „deutscher“ Staaten aus, nach der Niederlage bei Königsgrätz. Der kurze Abriss deutscher Geschichte muss genügen. Die 12 Jahre nationalsozialistischer Herrschaft nicht. Die waren alles andere als ein Vogelschiss und man muss sich fragen welcher Vogel mittels Darmentleerung Gauland da wohl getroffen hat. Der Vogelschiss, welcher in Gaulands Gehirn eingeschlagen sein muss war tief braun. Und so verwundert es nicht, wenn Gauland, nach Hosendiebstahl, in leicht braunen Schwimmschlüpfern, unter polizeilicher Begleitung, die Straße entlang schlurft, so gesehen am Heiligen See in Potsdam. Die Enttäuschung war groß, ich hatte mir zumindest Buggsn mit Dackelmuster vorgestellt. Der Skandal war nicht die Abbildung Gaulands in seinen Badehosen, der Skandal ist die Relativierung deutscher Verantwortung in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Opfer sind egal, sie dienen nicht dem Zweck den Gauland verfolgt. Nationalismus, Revisionismus und eine gehörige Portion Chauvinismus lassen Gauland und die AfD deutsche Politik vor sich hertreiben.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Duterte: Wenn Gott existiert, trete ich sofort zurück

© Bild: Fotolia.com / Rawf8
Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte ist für seine markante Kirchenkritik bekannt. Jetzt hat er noch einmal nachgelegt. Recht gut scheint er sich jedoch dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz zu verstehen.

katholische.de

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte will sofort zurücktreten, wenn ihm die Existenz Gottes bewiesen wird. Er hatte kürzlich mit Aussagen, Gott sei „dumm“ und „ein Hurensohn“ die Spannungen zwischen Kirche und Staat angeheizt. Wenn einer unter seinen Kritikern ihm sagen könne, er „sei im Himmel gewesen und habe mit Gott gesprochen (…), dann trete ich noch heute Nacht zurück“, zitierten philippinische Medien vom Samstag aus einer Rede zur „Woche der Wissenschaft und Technologie“. Den Bischöfen werfe Duterte darin vor, Kirchenspenden zum Unterhalt ihrer „Paläste“ zu missbrauchen.

Treffen zwischen Bischof und Präsident

Zudem sorgte Duterte kürzlich mit dem Vorwurf, die Kirche sei an einem Komplott zum Sturz der Regierung“ beteiligt, für weitere Spannungen. Anlass dafür war die Kritik der Bischöfe an Dutertes „Drogenkrieg“ .

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