Kriminologe Pfeiffer: Ausländische Opfer erhalten weniger Mitgefühl


Das öffentliche Interesse an Straftaten ist nach Ansicht des Kriminologen Christian Pfeiffer oftmals geringer, wenn die Opfer Ausländer oder Migranten sind. So sei über die Morde der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) lange Zeit nur unter „Vermischtes“ berichtet worden, sagte der ehemalige Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit Blick auf das für Mittwoch erwartete Urteil im NSU-Prozess. Ein Terroranschlag wie auf dem Berliner Breitscheidplatz mit vielen deutschen Opfern lande dagegen immer auf Seite eins.

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Das hänge mit der Identifikation mit den Opfern zusammen, erläuterte Pfeiffer. So sei bei den vorwiegend türkischstämmigen Opfern des NSU anfangs gemutmaßt worden, ob sie vielleicht in kriminelle Machenschaften verwickelt gewesen seien und zu ihrem Tod selbst beigetragen hätten. Bei einem Anschlag der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) dagegen würden die Getöteten als „unschuldige Deutsche“ wahrgenommen. „Da ist die emotionale Betroffenheit höher.“

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