Orthodoxes Judentum: Stylisch, aber züchtig


Miri Beilin (l.) entwirft in Bnei Brak Mode für ultra-orthodoxe Frauen. (Benjamin Hammer)
Ultraorthodoxe jüdische Frauen tragen oft schlichte Kleider. Daran will eine Gruppe von Haredim jetzt etwas ändern. Sie schneidert extravagante Mode, die aber den strengen Vorschriften der Rabbiner entspricht. Ihre Vorbilder: Die sittsam-eleganten Frauen der britischen Königsfamilie.

Von Benjamin Hammer | Deutschlandfunk

Eines von vielen Hochhäusern im Großraum von Tel Aviv. Eine stylishe Dachterasse im 18. Stock. Miri Beilin posiert vor einer Gruppe von Reportern. Auf den ersten Blick könnte sie die Darstellerin einer Hochglanzserie aus New York sein. Sie trägt ein elegantes Kleid mit Blumenmuster, viel Schmuck – und sehr dicken Lippenstift. Aber dann fällt auf, dass das Kleid Arme und Beine fast vollständig bedeckt. Auf dem Kopf trägt Miri Beilin eine sehr lange Perücke.

Sie sagt: „Wir befinden uns in Bnei Brak. Es ist die Stadt mit dem größten Anteil von ultra-orthodoxen Juden in ganz Eretz Israel“, sagt Miri Beilin, die in den USA geboren wurde und später auswanderte. „In diesem Viertel unserer Stadt ist ein Geschäftszentrum entstanden. Das ist in unserer Welt etwas Neues. Dass wir nicht mehr nur zu Hause oder auf der Straße arbeiten, sondern in modernen Hochhäusern.“

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