Wildbook und seine Follower

Bild: wildbook.org
Wildbook soll das Facebook für Tiere in freier Wildbahn werden. Fast jedenfalls

Harald Taglinger | TELEPOLIS

Gut, auf den ersten Blick möchte man meinen, dass Wildbook nun endlich der neue Name für den Dating Service von Facebook sein soll, den Zuckerberg Ende April lanciert hat. Mitnichten. Bei Wildbook handelt es sich um ein ernstzunehmendes Projekt aus der akademischen Ecke, und dabei soll es auch um Arterhaltung gehen. Allerdings sind Menschen dabei eher nicht die Zielgruppe.

Es handelt sich um eine Plattform, die mit den MItteln von Socila Media und mittels einer – sagen wir – Elefantenerkennung auf Artificial-Intelligence-Basis helfen soll, vor allem selten vorkommende und eher im Aussterben befindliche Tierarten über Aufnahmen ihrer Exemplare zu katalogieren. Also kurz gesagt: Wir fotografieren alle wilde Tiere, laden die Aufnahmen in die Cloud und dann kommt AI daher und sagt: Ja, das ist doch die Tante Elefantenkuh, und ihre drei Kinder erkenne ich auch auf dem Bild. Daraus bilden sich dann digitale Herden und Rotten ab. Der Bestand einer Tierart wird geocoded dokumentiert.

Und so können wir uns alle glücklich und zufrieden wieder der Artenausrottung widmen. Ist ja jetzt alles im Netzwerk.

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Papst-Gesandter warnt vor Mafia-Geschäften in Međugorje

Ein Bild aus der Pilgerstadt Međugorje in Bosnien-Herzegowina. – APA/AFP/ELVIS BARUKCIC
Die Camorra soll mit der Organisation von Pilgerreisen und mit Hotels im nicht unumstrittenen Wallfahrtsort starke Gewinne machen, warnt Erzbischof Henryk Hoser.

Die Presse.com

Der Papst-Gesandte für Međugorje, Erzbischof Henryk Hoser, hat vor dem Eindringen der Mafia im bosnisch-herzegowinischen Wallfahrtsort gewarnt. Angesichts des starken Pilgerstroms, unter anderem aus Süditalien, sei die Präsenz der neapolitanischen Camorra im Wallfahrtsort stark, sagte Hoser nach Angaben der Mailänder Tageszeitung „Il Giornale“ (Montagsausgabe) in einer Predigt.

Hoser bezog sich auf Berichte lokaler Medien, wonach die Camorra mit der Organisation von Pilgerreisen und mit Hotels in Međugorje starke Gewinne mache. Hinzu würden lokale Souvenirgeschäfte Mitbringsel verkaufen, die von durch die Camorra unterwanderten Unternehmen im neapolitanischen Raum produziert würden. Der einflussreiche Camorra-Clan Casalesi unterhält laut den Ermittlungern gute Beziehungen zur bosnischen Kriminalität.

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Iran will 300 Millionen Euro ausfliegen

Bild. tagesschau.de
Der Iran fürchtet, wegen der US-Sanktionen bald kaum noch an Bargeld aus dem Ausland zu kommen. Deswegen will die Regierung 300 Millionen Euro Bares aus Deutschland ausfliegen.

tagesschau.de

Der Iran will rund 300 Millionen Euro Bargeld von Deutschland nach Teheran ausfliegen. So will das Land verhindern, den Zugriff auf das Geld zu verlieren. Die Konten könnten angesichts der US-Sanktionen eingefroren werden. Entsprechende Informationen der „Bild“-Zeitung wurden von der Bundesregierung bestätigt.

„In der Form das erste Mal“

Ob das Ausfliegen der Summe möglich ist, werde nun unter anderem durch die Finanzaufsicht Bafin geprüft, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums: „Nach meiner Information ist es in der Form das erste Mal.“ Diese Prüfungen liefen entsprechend klarer Vorgaben ab, so die Sprecherin weiter. Dabei werde berücksichtigt, ob das Geld etwa zur Terrorfinanzierung verwendet werden könnte.

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Trump umgarnt Evangelikale mit Richter-Casting

foto: robert franklin / south bend tribune via ap Die 46-jährige Amy Coney Barrett könnte schon bald US-Höchstrichterin sein.

Binnen zwei Wochen hat Donald Trump entschieden, wer Richter am US-Höchstgericht werden soll. Wichtigstes Kriterium: konservativen Christen gefallen

Ines Zöttl | derStandard.at

Die Auswahl für eines der wichtigsten Ämter der amerikanischen Demokratie verlief im Speed-Dating-Modus: Nicht einmal zwei Wochen brauchte Donald Trump, um sich nach der Rücktrittsankündigung des Verfassungsrichters Anthony Kennedy für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin am Obersten Gericht der USA zu entscheiden – die letzte Wahl traf der Präsident am Wochenende auf dem Golfplatz in Bedminster, New Jersey. Wie bei einer Castingshow steigerte er von dort aus mit einem Teaser die Spannung: „Bald wird eine große Entscheidung über unseren nächsten Richter am Supreme Court fallen“, twitterte er.

Am Montagabend zur besten Sendezeit will Trump den Namen live im Fernsehen bekanntgeben. Doch egal, ob der oder die Neue, wie US-Medien spekulieren, Brett Kavanaugh, Raymond Kethledge, Thomas Hardiman oder Amy Coney Barrett heißen wird, eines haben alle gemeinsam: ihre streng konservative Haltung in gesellschaftlichen Fragen. Trumps Personalwahl ist eine Entscheidung, die die USA verändern wird.

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Hirndoping nimmt zu

Den geistigen Leistungen mit Medikamenten nachhelfen – Hirndoping nimmt vor allem in Europa zu © Kim Hager, Neal Prakash / UCLA
Pille als Lernhilfe: In Europa hat der Missbrauch von Medikamenten für das „Hirndoping“ stark zugenommen. Wie die bisher größte Studie dazu enthüllt, hat sich der Anteil der Menschen, die Mittel wie Ritalin, Modafinil und Co zur Steigerung ihrer geistigen Leistung genutzt haben, in nur zwei Jahren verdoppelt bis vervierfacht. Auch in Deutschland geht der Trend nach oben – wenngleich er insgesamt auf vergleichsweise niedrigem Niveau liegt.

scinexx

Sie sollen wachhalten, beim Lernen helfen und die Konzentration stärken: Medikamente wie das Narkolepsie-Mittel Modafinil oder das eigentlich gegen ADHS verschriebene Ritalin (Methyphenidat) werden zunehmend zweckentfremdet und von gesunden Menschen zur Steigerung der geistigen Leistungen eingenommen – auch in Deutschland. Allerdings: Der Nutzen dieser Wirkstoffe beim Hirndoping ist umstritten, dafür kann ihre Einnahme bleibende Folgen haben.

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Neue Salafisten-Moschee: Grundstücks-Eigentümer will nicht an Islamisten verkaufen

Es gibt nicht nur den religiösen Islam, sondern auch den politischen Salafismus, der gegen die politische Ordnung der Bundesrepublik agiert. Foto: dpa/Fredrik von Erichsen
Der Trägerverein der As-Sahaba-Moschee hatte eine Immobilie in Mitte ins Auge gefasst, um eine neue Moschee zu bauen. Diese Pläne scheinen nun gescheitert.

Berliner Zeitung

Nach Informationen der Berliner Morgenpost verkauft der Eigentümer des Grundstückes nicht. Zumindest nicht an mutmaßliche Salafisten.

„Ich will keine Probleme mit dem Verfassungsschutz oder sonst einer Behörde bekommen“, zitiert die Morgenpost den Eigentümer. Namentlich wolle dieser nicht genannt werden. „Ich bin selbst Muslim. Aber mit solchen Extremisten möchte ich nichts zu tun haben, und schon gar nicht werde ich denen ein Gebäude verkaufen.“

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Material macht unsichtbare Strahlung sichtbar

Eine besondere Kristallstruktur wandelt unsichtbares Infrarotlicht in sichtbares grünes Licht um – oder sichtbares licht inb UV-Licht. © nelic/ iStock
Aus Infrarot wird sichtbares Licht: Forscher haben ein kristallines Material erzeugt, das Strahlung auf ungewöhnliche Weise manipuliert. Die Tetraeder-Struktur des Kristalls verdoppelt die Frequenz der Strahlung und kann damit beispielsweise unsichtbare Infrarotstrahlung in sichtbares grünes Licht verwandeln. Zudem lässt sich damit aus sichtbarem Licht energiereiche UV-Strahlung erzeugen, wie die Forscher berichten.

scinexx

Die Wechselwirkung von kristallinen Materialien mit Strahlung faszinierte schon unsere Vorfahren. Denn letztlich ist sie es, die für das Funkeln und die Farbenpracht vieler Edelsteine sorgt. Heute aber spielen Kristalle vor allem in der Technologie eine wichtige Rolle – ob als zentraler Komponente von Lasern, als Material für brechungsstarke Linsen oder als sogar Metamaterial, das Licht stoppt oder aber seine Phasengeschwindigkeit unendlich groß macht.

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Türkei: Weitere Schritte zum totalitären Staat

Bild: FB
Nach der Wahl wird deutlich, dass Erdogan den Umbau des Staates zügig vorantreibt

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Wenige Tage nach der Wahl am 24. Juni wird deutlich, dass Erdogan den Umbau zu einem totalitären System zügig vorantreibt. Neben der Jagd auf die Demokratische Partei der Völker (HDP) rückt jetzt auch die kemalistische CHP ins Visier. Über 18.000 Beamte werden entlassen, ihre Namen über die Medien veröffentlicht. Über regierungsnahe Medien und Soziale Medien wird auch die Hetzjagd auf in Deutschland lebende Journalisten, Politiker und Wissenschaftler verstärkt.

Wäre es mit rechten Dingen zugegangen, hätten Erdogan und seine AKP die Mehrheit höchstwahrscheinlich verfehlt, lautet der Verdacht, der aus Berichten und Videoaufnahmen in den sozialen Medien über Wahlmanipulationen hervorgeht. In Urfa wurden beispielsweise stapelweise Wahlscheine für Erdogan und die AKP oder MHP abgestempelt und der Vorgang gefilmt.

In einer kurdischen Stadt wurden Stimmzettel für die HDP neben einer Mülltonne fotografiert. Andernorts stehen Polizei und Militärs bewaffnet neben Wahlurnen obwohl dies verboten ist. In Diyarbakir wurden 552 HDP-Stimmen der Vatan-Parti von Perincek gutgeschrieben.

Es gab massive Behinderungen für die internationalen Wahlbeobachter. Viele konnten ihre Einsatzorte erst gar nicht erreichen, weil sie festgenommen wurden. Andere wurden schon an der Grenze abgewiesen. Diejenigen, die es zum Einsatzort geschafft haben, wurden teilweise bedroht, in Nebenräume abgeschoben, an der Auszählung der Stimmen nicht beteiligt.

Die französische Senatorin Christine Prunaud wurde kurzzeitig mit ihrer gesamten Delegation festgenommen. Das alles erinnere an Chile unter Pinochet, empörte sich die Senatorin.

Im Gesamtergebnis und vor allem in den kurdischen Gebieten tauchte eine Merkwürdigkeit auf, der kaum Beachtung geschenkt wurde. Obwohl die HDP trotz aller Manipulationen in fast allen kurdischen Provinzen erneut die Mehrheit erreicht hat, konnte die faschistische MHP ihren Stimmenanteil teilweise mehr als verdoppeln – und das in einer Region, wo die MHP noch nie eine Rolle gespielt hat und von der dortigen Bevölkerung gehasst wird.

In Diyarbakir soll die MHP laut den Deutsch-Kurdischen Nachrichten 94% mehr Stimmen bekommen haben als bei den vorherigen Wahlen. In Bingöl sollen es gar 255% gewesen sein. Es ist schwer vorstellbar, dass die Kurden eine faschistische Partei wählen, die sich die Vernichtung der Kurden auf die Fahnen geschrieben hat.

Somit drängt sich der Verdacht auf, dass dort massenweise MHP Stimmen eingeschmuggelt wurden. Die Filmaufnahme aus Urfa bestätigt dies indirekt, denn dort ist zu sehen, wie mehrere Wahlzettel einmal mit Erdogan und dann mit der MHP abgestempelt wurden. Zu erklären wäre dies mit der Taktik, den gefakten Stimmanteil der AKP nicht zu hoch anzusetzen und über das Bündnis mit der MHP trotzdem die Stimmenanteile der HDP oder CHP zu drücken.

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Das Spitzel-Spiel – oder wie skrupellos der Verfassungsschutz die Wahrheit vertuscht

Bild: stern.de
Er wusste angeblich nichts über den NSU-Terror – und überlebte den Skandal trotzdem nicht. Leben und Tod des V-Manns „Corelli“ zeigen, wie sinnlos und riskant es ist, wenn Extremisten dem Staat dienen. Oder umgekehrt. Sein Fall ist ein Paradebeispiel für das V-Mann-Unwesen des Verfassungsschutzes.

Von Kerstin Herrnkind, Holger Witzel | stern.de

Die Leiche muss weg. Niemand soll erfahren, wer der Tote war. Fast so, als hätte es diesen Mann nie gegeben. Und damit das so bleibt, weiht der Verfassungsschutz diesmal sogar die lokalen Behörden ein. Sie treffen sich am 9. April 2014 zu einer „geheimen Unterredung“ im Bielefelder Polizeipräsidium. Zu den Verschwörern zählen neben einer Abteilungsleiterin aus dem Bundesamt und einem ihrer Mitarbeiter, die Polizeipräsidentin selbst, drei ihrer Mordermittler und der zuständige Oberstaatsanwalt aus Paderborn.

Der Verfassungsschutz hatte ein Problem. Zwei Tage zuvor war Thomas Richter tot in seiner Wohnung gefunden worden. Unter dem Deckmantel „Corelli“ hatte Richter fast 20 Jahre lang die Neonazi-Szene für den Verfassungsschutz ausspioniert. Eine angebliche „Top-Quelle“ und einer von vielen Spitzeln, die den Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zumindest sehr nahe gekommen waren, aber deren Morde, Raubüberfälle und Sprengstoffanschläge nicht verhindern konnten oder wollten.

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Pompeji: Schädel des „Geköpften“ entdeckt

So wurde der Tote in Pompeji gefunden: balb begraben unter einem mächtigen Steinblock. Doch wie sich nun zeigt, wurde er nicht von ihm erschlagen. © Pompeji – Parco Archeologico
Doch keine „Enthauptung“: Erst vor wenigen Wochen sorgte ein in Pompeji entdecktes Skelett für Aufsehen. Denn der junge Mann schien auf der Flucht vor dem Vulkanausbruch von einem Steinblock erschlagen worden zu sein. Jetzt haben Archäologen seinen Schädel gefunden – weitgehend intakt. Der Tote wurde demnach nicht enthauptet, sondern starb im Glutstrom der Eruption. Sein Schädel löste sich erst Jahrhunderte später vom Körper.

scinexx

Ende Mai haben Archäologen bei Ausgrabungen in Pompeji einen spannenden Fund gemacht: In einem Grabungsgebiet nördlich der bereits bekannten Stadtteile des antiken Ortes stießen sie auf das Skelett eines toten Mannes, dessen Brustkorb und Kopf unter einem einen Meter großen Steinblock vergraben lagen. Die Archäologen nahmen an, dass dieser Block vom Glutstrom der Vesuv-Eruption mitgerissen wurde und dann den flüchtenden Mann erschlug. Den zertrümmerten Oberkörper und Schädel des Toten vermuteten sie noch unter dem Steinblock.

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„Mehr Hitzewellen, mehr Sturm, mehr Feuer“

Die lang anhaltende Trockenheit lässt auch die Waldbrandgefahr steigen. Besonders der Nordosten des Landes ist betroffen. Bei Wäldern und Feldern genügt der geringste Funkenflug, um diese in Brand zu stecken. Quelle: WELT/ Lea Freist
Seit Mitte April hat es in weiten Teilen Deutschlands kaum geregnet. Fast täglich werden neue Waldbrände gemeldet. Feuerökologe Johann Georg Goldammer vom Global Fire Monitoring Center in Freiburg beklagt die Untätigkeit der Politik.

Von Claudia Ehrenstein | DIE WELT

WELT: Herr Goldammer, kann schon eine weggeworfene Zigarettenkippe einen Waldbrand auslösen?

Johann Georg Goldammer: Zigarettenkippen und Glasscherben sind tatsächlich Auslöser für Waldbrände. Dieser Tage haben wir aber wieder gesehen, dass auf Feldern Feuer leicht durch landwirtschaftliche Maschinen entzündet werden oder durch heiße Katalysatoren von Kraftfahrzeugen.

WELT: Wie ist es mit Brandstiftung?

Goldammer: Leider spielt etwa in einigen Regionen Brandenburgs auch die Brandstiftung eine große Rolle, vergleichbar mit der Situation in Großbritannien, wo Feuerwehren und Forstleute mit vielen derartigen Fällen konfrontiert sind. Die Behauptung, dass Wälder in Südeuropa von der Mafia angezündet werden, um Bauland zu gewinnen, trifft dagegen eher nicht mehr zu. Aufgrund der gesetzlichen Grundlagen ist es in keinem Land Europas gestattet, ein Bauvorhaben in die Wege zu leiten, wenn die Fläche zuvor gebrannt hatte.

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First cabinet member enters Temple Mount after 3 years as PM lifts ban

Agriculture Minister Uri Ariel visiting the Temple Mount in Jerusalem on July 8, 2018. (Courtesy)
Agriculture Minister Uri Ariel the first to make use of new decision letting MKs visit flashpoint Jerusalem holy site once every 3 months; calls for completely free access

By Michael Bachner and TOI staff | The Times of Israel

An Israeli minister on Sunday entered the Temple Mount in Jerusalem, the first such visit since Prime Minister Benjamin Netanyahu lifted a three-year ban on lawmakers entering the flashpoint holy site.

Agriculture Minister Uri Ariel of the religious right-wing Jewish Home party became the first lawmaker to make use of the permit and entered the compound, the holiest site in Judaism and the third-holiest in Islam, at the beginning of non-Muslim visitation hours shortly after 7 a.m.

Ariel last week welcomed the prime minister’s decision, but said that it did not go far enough.

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„Weihrauch ist keine Droge“

© Bild: KNA
Der Theologe Michael Pfeifer ist Weihrauch-Experte. Ihn freut, dass es in der Liturgie eine Renaissance des Räucherwerks gibt – und zwar nicht unbedingt in der Messe. Denn Weihrauch stehe gar nicht für Feierlichkeit, sagt er im Interview.

Agathe Lukassek | katholisch.de

Schon seit seiner Zeit als Ministrant ist Michael Pfeifer fasziniert vom Weihrauch. Später schrieb er seine Doktorarbeit und ein Buch über den Stoff. Gegenüber katholisch.de verriet er, warum er Feuer fing und was einen guten Weihrauch ausmacht.

Frage: Herr Pfeifer, was fasziniert Sie seit Jahrzehnten an dem Thema Weihrauch?

Pfeifer: Ich habe die klassische Karriere eines langjährigen Ministranten durchlaufen, der mit dem Weihrauch umzugehen hat. Nachdem unser Pfarrer gestorben war und der Weihrauch zur Neige ging, haben wir im Kreis der Ministranten ein „Weihrauchseminar“ veranstaltet. Wir haben verschiedene Sorten ausprobiert, um die beste Qualität für unsere Gemeinde bestellen zu können. Da ich derjenige war, der Theologie studieren wollte, habe ich mir den biblisch-liturgischen Hintergrund angelesen. Mein Oberministranten-Kollege übernahm den medizinisch-chemischen Teil. So kam ich 1986 zu dem Thema und fing sozusagen Feuer. Schließlich habe ich auch meine Diplomarbeit über den Weihrauch geschrieben und sie 1997 zu einem ersten Buch verarbeitet.

Humboldt-Uni Berlin: „Das Islam-Institut ist eine Totgeburt“

Die Studenten der Humboldt-Universitätn in Berlin, lehnen das geplante Islaminstitut ab. Das Institut soll zum Wintersemester 2019/20 seinen Lehrbetrieb aufnehmen und vor allem Imame und Religionslehrer ausbilden. Quelle: WELT
Im Islam-Institut der Berliner Humboldt-Uni sollen Imame ausgebildet werden. Doch der Widerstand wird immer größer. Der Grund: Im Beirat sitzen Vertreter mehrerer erzkonservativer Verbände. Die Gegner bringen nun ein eigenes Institut ins Gespräch.

Von Martin Niewendick | DIE WELT

Das Kuratorium der Berliner Humboldt-Universität (HU) hat kürzlich der Gründung eines Islaminstituts zugestimmt – und damit heftige Kritik auf sich gezogen. Nun lehnen sich auch die Studierenden gegen das Vorhaben auf. In seltener Einigkeit hat sich das Studierendenparlament der Hochschule gegen die Einrichtung des Instituts ausgesprochen. Ohne Gegenstimmen.

In dem entsprechenden Beschluss heißt es unter anderem: „Ein Institut, an dessen Gründung reaktionär-konservative Islamverbände beteiligt sind, in diesem Falle sogar ausschließlich, ist inakzeptabel …“ Das gelte vor allem für eine Universität, die sich gemäß dem eigenen Leitbild gegen Diskriminierung und für die Gleichstellung von Männern und Frauen einsetze.

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How Stratospheric Life Is Teaching Us About the Possibility of Extreme Life on Other Worlds

The space shuttle Endeavour hangs against Earth’s atmosphere. The stratosphere is represented by the whitish layer. Credit: NASA
The presence of microbial life in Earth’s stratosphere is not only opening up a new arena in which to study extremophiles but is also increasing the range of possible environments in which we may find life on other planets. 

By Starre Vartan | SPACE.com

That’s the conclusion of a new study that summarizes what we know about stratospheric life so far.

The stratosphere is the atmospheric zone that lies directly above the dynamic troposphere where we live, but it is mostly a mystery when it comes to the life that exists there. [Extreme Live on Earth: 8 Bizarre Creatures]

You might not realize it when you’re staring out a plane window (we fly through the lowest levels of the stratosphere when we’re cruising over 35,000 feet), but there are all kinds of micro-organisms out there, according to Shiladitya DasSarma, who is a microbiologist at the University of Maryland School of Medicine and a co-author on the new study, which is published in the journal Current Opinion in Microbiology.

„Generally, people don’t think of microbes being airborne,“ he told Astrobiology Magazine. „But there’s a saying in microbiology: Everything is everywhere.“

However, there are „very few studies at the present time“ that look at the atmospheric biome. Part of the issue is that there is a low density of cells in a large volume of air. But when you look at it globally, the numbers are significant: 1021 is the current estimate for the number of cells lifted annually into the atmosphere.

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Noch nie war das Risiko zu ertrinken für Flüchtlinge so hoch

Themenbild. dpa
Helfer und Küstenwachen teilten sich im Mittelmeer die Arbeit. Jetzt sind die NGOs ausgebremst – für Flüchtlinge steigt das Risiko zu ertrinken.

Von Markus Grabitz | DER TAGESSPIEGEL

In diesen Tagen ertrinkt nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) einer von sieben Migranten auf der zentralen Route. Im ersten halben Jahr 2018 ertrank einer von 19, im Vorjahreszeitraum bezahlte einer von 38 Menschen den Versuch, nach Europa zu kommen, mit seinem Leben. Bis Freitag ertranken damit 1408 Afrikaner und Asiaten auf dem Weg nach Europa.

Das Ausmaß der Tragödie wird deutlich, wenn man die Zahl der Toten mit der Zahl der irregulären Grenzübertritte vergleicht: Im bislang tödlichsten Jahr 2016 kamen 5096 Ertrunkene auf 362.753 Zuwanderer, 2018 kommen – Stand heute – bereits 1408 Tote auf nur 46.407 Flüchtlinge. Bei dramatisch gesunkenen Zuwandererzahlen – Italien erreichen derzeit 80 Prozent weniger Menschen als noch vor einem Jahr – ist das tödliche Risiko knapp doppelt so hoch.

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„Weniger Rettungsschiffe bedeuten nicht weniger Flüchtende, sondern nur mehr Tote“

Aquarius. Foto: Ra Boe. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Interview mit Jana Ciernioch vom Verein SOS Mediterranee, der das Seenotschiff „Aquarius“ betreibt

Thomas Moser | TELEPOLIS

„Schließung der Mittelmeerroute“ – das ist nach der „Schließung der Balkanroute“ die Parole, die die europäischen Regierungschefs jetzt ausgegeben haben. Es geht um die Abwehr von Schutzsuchenden und Migranten aus außereuropäischen Ländern. Eine verantwortungslose wie hilflose Parole. Was technisch und machbar klingt, heißt tatsächlich: Private Rettungsschiffe mit allen Mitteln, auch ungesetzlichen, daran zu hindern, Menschen aus Seenot zu retten und sie stattdessen sehenden Auges ertrinken zu lassen. „Schließung der Mittelmeerroute“ ist der demokratische Offenbarungseid der real-existierenden Europäischen Union.

Seit dem Februar 2016 ist das deutsche Rettungsschiff „Aquarius“, das unter der Flagge Gibraltars fährt, im Mittelmeer unterwegs, um Schiffbrüchige aus dem Wasser zu bergen. Viele Tausend Menschen verdanken der Rettungscrew des Schiffes ihr Leben. Im Juni 2018 wurde die „Aquarius“ unfreiwillig weltbekannt, nachdem ihm der italienische Innenminister untersagt hatte, in einen italienischen Hafen einzulaufen und über 600 Menschen an Land zu bringen, die das Schiff auch mit Hilfe der italienischen Seenotleitstelle MRCC (Maritime Rescue Coordination Center) aus dem Meer geborgen hatte. Die „Aquarius“ steuerte daraufhin das spanische Valencia an.

Die internationale Nicht-Regierungsorganisation SOS Mediterranee, die die Aquarius betreibt, will trotz der staatlichen Angriffe auf die NGOs weiter Menschen vor dem Ertrinken retten. Das Schiff, das noch im Hafen von Marseille liegt, bereitet sich auf seinen nächsten Einsatz vor.

Stand Samstag, 7. Juli 2018: Wo ist die „Aquarius“ zur Zeit?
Jana Ciernioch: Die Aquarius befindet sich derzeit noch im Hafen von Marseille, wohin wir letzte Woche zum Crewwechsel kommen mussten, da weder Italien noch Malta uns in den Hafen ließen. Die aktuellen politischen Entwicklungen verhindern das Retten von Menschen im Mittelmeer für NGOs. Wir sind deswegen gezwungen, zuerst die Lage zu prüfen, bevor wir zurück auf See gehen. Momentan ist kein einziges humanitäres Schiff im Mittelmeer, um die Menschen zu retten und in Sicherheit zu bringen.
Heißt das, es gibt auch von den Seenot-Leitstellen, wie dem MRCC (Maritime Rescue Coordination Center), keine Hinweise auf Menschen in Seenot?
Jana Ciernioch: Dieses Jahr sind bereits über 1.000 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen. Allein in den vergangenen sechs Tagen – in denen kein einziges humanitäres Schiff im Mittelmeer war – waren es mehrere hundert. Das zentrale Mittelmeer ist und bleibt die gefährlichste Fluchtroute der Welt: Laut der neusten Studie ist seit 2016 einer von 10 Flüchtenden auf der Flucht über das Meer ertrunken.

Woelki kritisiert „eiskalte Machtspielchen“ in Asyldebatte

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki kritisiert die Selbstverliebtheit der Politiker im Umgang mit Flüchtlingen. Aber auch an die „schweigende Mehrheit“ der Deutschen hat er eine Botschaft.

katholisch.de

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki kritisiert die Asyldebatte deutscher Politiker scharf und fordert, nicht länger wegzuschauen. Er sei traurig, dass wochenlang darüber gestritten worden sei, „wie Menschen möglichst effizient an unseren Grenzen abgeschoben oder zurückgewiesen werden können“, sagte Woelki am Sonntag dem Kölner domradio.de. Dies täten „auch Politiker, die ihre Partei sozial und christlich nennen„. Während allein in diesem Jahr schon mehr als 1.400 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken seien, spielten die Politiker „eiskalt und selbstverliebt ihre Machtspielchen“.

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Wie die „ISS“ zum Absturz gebracht werden kann

Der Raumtransporter Cygnus soll die ISS abbremsen, Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com
Die Nasa testet, wie die „ISS“ entsorgt werden kann. Dazu schubst der Raumtransporter Cygnus sie jetzt erst einmal an. Je nach Ausgang des Experiments könnte sie sich so aus einer Abhängigkeit von Russland befreien.

Von Guido Meyer | DIE WELT

Die „Internationale Raumstation“ (ISS) feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag. Die USA, Russland, Europa, Kanada und Japan können sich gegenseitig gratulieren. Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr wird auch das Ende der „ISS“ geprobt. Dass das Weltraumlabor irgendwann seinen Geist aufgeben wird, ist klar. Nur – wie holt man eine fußballfeldgroße Station aus dem Weltall?

Bei der Konstruktion der „ISS“ war darauf geachtet worden, dass sie sich zerlegen lässt. „Es gab einen Plan, die einzelnen Module der ,ISS‘ mit den Spaceshuttles wieder auf die Erde zurückzubringen“, sagt John Logsdon, der ehemalige Direktor des Space Policy Institutes der George Washington University. „Es ist aber genauso gut vorstellbar, die „ISS“ als Ganzes im Pazifik zu versenken – wie 2001 die russische Raumstation ,Mir‘, also ohne die Station vorher zu zerlegen.“

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Indien: Ordensschwester soll Kinder verkauft haben

Bild: theaustralian.com.au
Ein fürchterlicher Verdacht: Eine Ordensfrau der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ soll in Indien Kinderhandel betrieben haben. Manche sehen in dem Vorwurf jedoch eine Kampagne gegen den Orden Mutter Teresas.

katholisch.de

Eine Ordensschwester der von der heiligen Mutter Teresa von Kalkutta gegründeten „Missionarinnen der Nächstenliebe“ ist in Indien wegen des Verdachts auf Kinderhandel festgenommen worden. Die Schwester soll Kinder an kinderlose Paare verkauft haben, berichtet der asiatische Pressedienst Ucanews. Zudem habe die Polizei eine weitere Frau festgenommen, die zusammen mit der Ordensschwester in dem Heim „Nirmal Hirday“ – „Zärtliches Herz“ – für unverheiratete Mütter in Ranchi gearbeitet habe. Laut dem Nachrichtenportal n-tv.de sollen die beiden mindestens fünf Kinder verkauft haben.

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