„Mehr Hitzewellen, mehr Sturm, mehr Feuer“


Die lang anhaltende Trockenheit lässt auch die Waldbrandgefahr steigen. Besonders der Nordosten des Landes ist betroffen. Bei Wäldern und Feldern genügt der geringste Funkenflug, um diese in Brand zu stecken. Quelle: WELT/ Lea Freist
Seit Mitte April hat es in weiten Teilen Deutschlands kaum geregnet. Fast täglich werden neue Waldbrände gemeldet. Feuerökologe Johann Georg Goldammer vom Global Fire Monitoring Center in Freiburg beklagt die Untätigkeit der Politik.

Von Claudia Ehrenstein | DIE WELT

WELT: Herr Goldammer, kann schon eine weggeworfene Zigarettenkippe einen Waldbrand auslösen?

Johann Georg Goldammer: Zigarettenkippen und Glasscherben sind tatsächlich Auslöser für Waldbrände. Dieser Tage haben wir aber wieder gesehen, dass auf Feldern Feuer leicht durch landwirtschaftliche Maschinen entzündet werden oder durch heiße Katalysatoren von Kraftfahrzeugen.

WELT: Wie ist es mit Brandstiftung?

Goldammer: Leider spielt etwa in einigen Regionen Brandenburgs auch die Brandstiftung eine große Rolle, vergleichbar mit der Situation in Großbritannien, wo Feuerwehren und Forstleute mit vielen derartigen Fällen konfrontiert sind. Die Behauptung, dass Wälder in Südeuropa von der Mafia angezündet werden, um Bauland zu gewinnen, trifft dagegen eher nicht mehr zu. Aufgrund der gesetzlichen Grundlagen ist es in keinem Land Europas gestattet, ein Bauvorhaben in die Wege zu leiten, wenn die Fläche zuvor gebrannt hatte.

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