Noch nie war das Risiko zu ertrinken für Flüchtlinge so hoch


Themenbild. dpa
Helfer und Küstenwachen teilten sich im Mittelmeer die Arbeit. Jetzt sind die NGOs ausgebremst – für Flüchtlinge steigt das Risiko zu ertrinken.

Von Markus Grabitz | DER TAGESSPIEGEL

In diesen Tagen ertrinkt nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) einer von sieben Migranten auf der zentralen Route. Im ersten halben Jahr 2018 ertrank einer von 19, im Vorjahreszeitraum bezahlte einer von 38 Menschen den Versuch, nach Europa zu kommen, mit seinem Leben. Bis Freitag ertranken damit 1408 Afrikaner und Asiaten auf dem Weg nach Europa.

Das Ausmaß der Tragödie wird deutlich, wenn man die Zahl der Toten mit der Zahl der irregulären Grenzübertritte vergleicht: Im bislang tödlichsten Jahr 2016 kamen 5096 Ertrunkene auf 362.753 Zuwanderer, 2018 kommen – Stand heute – bereits 1408 Tote auf nur 46.407 Flüchtlinge. Bei dramatisch gesunkenen Zuwandererzahlen – Italien erreichen derzeit 80 Prozent weniger Menschen als noch vor einem Jahr – ist das tödliche Risiko knapp doppelt so hoch.

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