„Weihrauch ist keine Droge“


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Der Theologe Michael Pfeifer ist Weihrauch-Experte. Ihn freut, dass es in der Liturgie eine Renaissance des Räucherwerks gibt – und zwar nicht unbedingt in der Messe. Denn Weihrauch stehe gar nicht für Feierlichkeit, sagt er im Interview.

Agathe Lukassek | katholisch.de

Schon seit seiner Zeit als Ministrant ist Michael Pfeifer fasziniert vom Weihrauch. Später schrieb er seine Doktorarbeit und ein Buch über den Stoff. Gegenüber katholisch.de verriet er, warum er Feuer fing und was einen guten Weihrauch ausmacht.

Frage: Herr Pfeifer, was fasziniert Sie seit Jahrzehnten an dem Thema Weihrauch?

Pfeifer: Ich habe die klassische Karriere eines langjährigen Ministranten durchlaufen, der mit dem Weihrauch umzugehen hat. Nachdem unser Pfarrer gestorben war und der Weihrauch zur Neige ging, haben wir im Kreis der Ministranten ein „Weihrauchseminar“ veranstaltet. Wir haben verschiedene Sorten ausprobiert, um die beste Qualität für unsere Gemeinde bestellen zu können. Da ich derjenige war, der Theologie studieren wollte, habe ich mir den biblisch-liturgischen Hintergrund angelesen. Mein Oberministranten-Kollege übernahm den medizinisch-chemischen Teil. So kam ich 1986 zu dem Thema und fing sozusagen Feuer. Schließlich habe ich auch meine Diplomarbeit über den Weihrauch geschrieben und sie 1997 zu einem ersten Buch verarbeitet.