EuGH: Zeugen Jehovas müssen Datenschutz beachten

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Wenn die Zeugen Jehovas an die Tür klopfen, dürfen sie danach nicht beliebig persönliche Daten notieren: Auch bei der Mission an Haustüren greift der Datenschutz, hat der Europäische Gerichtshof nun entschieden.

katholisch.de

Auch die Mitglieder der „Zeugen Jehovas“ müssen sich an den Datenschutz halten. Daten, die von Mitgliedern der Religionsgemeinschaft bei Haustürbesuchen erhoben werden, dürfen nur in Übereinstimmung mit dem europäischen Datenschutzrecht verarbeitet werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) heute in einem Urteil entschieden.

Bei der Haustürmission notieren die „Zeugen Jehovas“ neben Namen und Adressen auch Gesprächsinhalte mit besonders sensiblen Informationen wie religiöse Überzeugungen und Familienverhältnisse, um bei weiteren Besuchen darauf zurückgreifen zu können.

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Erdgas aus der Kläranlage

Die neue Pilotanlage produziert synthetisches Erdgas aus Wasserstoff und CO2 – die Energie dafür liefert Strom aus Wind und Sonne. © Germanovich/ iStock
Puffer im Energiesystem: Ein Spanien erzeugt eine Pilotanlage künftig Erdgas aus Windstrom, Wasser und Klärschlamm. Damit dient sie einerseits als Speicher für überschüssige Windenergie und nimmt andererseits klimaschädliches CO2 aus der Kläranlage auf. Möglich wird dies durch eine besonders kompakte Anlage, die das synthetische Erdgas mittels Power-to-Gas-Verfahren produziert.

scinexx

Mit der vermehrten Erzeugung von Strom aus Wind und Sonne wächst der Bedarf an neuen, effektiven Energiespeichern. Denn die Einspeisung aus solchen erneuerbaren Energien schwankt, so dass zeitweilig Überschüsse entstehen, zu anderen Zeiten dagegen Mangel herrscht. Ausgleich könnten batterieähnliche Stromspeicher bieten, aber auch Verfahren, die überschüssigen Strom in Wasserstoff oder andere Brennstoffe umwandeln. Diese können dann bei Bedarf wieder in Wärme und Strom umgewandelt werden.

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Rabbiner kritisiert neuen Ratzinger-Text zum Judentum

© Bild: KNA/Harald Oppitz
Der Christusbund ersetzt den Sinai-Bund? Damit werde „christliche Identität auf Kosten der jüdischen formuliert“, sagt der Rabbiner Walter Homolka über den neuen Aufsatz des emeritierten Papstes.

katholisch.de

Kritik am jüngsten Traktat des emeritierten Papstes Benedikt XVI. zum Verhältnis von Judentum und Christentum hat der Berliner Rabbiner Walter Homolka geübt. Der unter dem Namen „Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.“ veröffentlichte Beitrag mit dem Titel „Gnade und Berufung ohne Reue“ erscheint am Donnerstag (12. Juli) in der theologischen Fachzeitschrift „Communio“. Darin kommentiert er ein Dokument, das 2015 von der Vatikan-Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum veröffentlicht wurde.

Homolka warf Ratzinger/Benedikt am Montag in München laut Redemanuskript vor, er vertrete in seinem Aufsatz die Ansicht: „Die Juden sind Gottes Volk. Aber die Wahrheit liegt im Christentum“ – eine Formulierung, die der Text so aber nicht enthält. Benedikt XVI. lehre, so Homolka weiter, der Sinai-Bund Gottes mit Israel sei ersetzt durch den Christusbund. Damit werde „christliche Identität auf Kosten der jüdischen formuliert“, schloss sich Homolka der Wertung des Schweizer Jesuitenprovinzials Christian Rutishauser in der „Neuen Zürcher Zeitung“ an.

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Jedes Gehirn ist einzigartig – fast wie ein Fingerabdruck

Die Wülste und Furchen verlaufen auch bei Zwillingen unterschiedlich, hier jeweils drei Ansichten von zwei verschiedenen Gehirnen. (Bild: Lutz Jäncke, Universität Zürich)
Die Einzigartigkeit eines jeden Menschen zeigt sich nicht nur auf der finktionellen Ebene im Gehirn, sondern auch in einer individuellen Anatomie.

Neue Zürcher Zeitung

Dass Erfahrungen im Gehirn Spuren hinterlassen, ist schon lange bekannt. So weisen Profimusiker oder Schachspielerinnen Besonderheiten in den Hirngebieten auf, die sie für ihre Expertise besonders stark beanspruchen.

Doch auch kürzere Ereignisse können sich in der Hirnanatomie niederschlagen. Wird beispielsweise der rechte Arm für zwei Wochen ruhiggestellt, reduziert sich die Dicke der Hirnrinde in den Gebieten, die für die Kontrolle des immobilisierten Armes zuständig sind.

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Macron will „Regeln“ für den Islam in Frankreich

Eine „gewaltige Mehrheit“ der Muslime in Frankreich teile und unterstütze die Prinzipien von Gedankenfreiheit und Geschlechtergleichheit bereits, so Macron. Bild: AFP
Wie begegnet der Staat einem radikalen Islam? Frankreichs Präsident Macron fordert in seiner Rede in Versailles, nun einen „klaren Rahmen“ abzustecken – und formuliert „unantastbare Prinzipien“.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der französische Staatschef Emmanuel Macron will „einen Rahmen und Regeln“ für den Islam in Frankreich schaffen. Diese sollten sicherstellen, dass die Religion überall auf eine Weise ausgeübt werde, die mit den Gesetzen konform sei, sagte Macron am Montag in einer Rede vor beiden Parlamentskammern.

„Die Republik hat keinen Grund, Schwierigkeiten mit dem Islam zu haben, nicht mehr als mit irgendeiner anderen Religion“, so der Staatschef im Schloss von Versailles. „Aber es gibt eine radikale, aggressive Lesart des Islams, die es sich zum Ziel macht, unsere Regeln und unsere Gesetze infrage zu stellen“, ergänzt er.

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Rezension des Buches „Der Skandal der Skandale“ von Manfred Lütz: Die geheime Geschichte des Christentums?

Bartholomäusnacht, „Massacre de la Saint-Barthélemy“ (1572) von François Dubois (1529–1584) gemalt zwischen 1572 und 1584 (Ausschnitt)
Der Autor und ehemalige Verleger Dr. Heinz-Werner Kubitza hat das letzte Buch von Manfred Lütz, „Der Skandal der Skandale. Die geheime Geschichte des Christentums“ gelesen. In seiner Rezension läßt er kein gutes Haar an dem Bestseller.

Von Dr. Heinz-Werner Kubitza | hpd.de

Eigentlich wollte ich kein Buch von Manfred Lütz mehr lesen. Sein Gottesbuch fand ich für einen studierten Theologen so naiv historisch-unkritisch, und dabei so befremdlich katholisch, dass ich noch heute, wenn ich das Buch aus dem Regal nehme, aufpassen muss, weil ein abgestandener Katholizismus an allen Seiten herauszulaufen droht, und dann unschöne Flecke auf dem gesunden Menschenverstand hinterlassen kann.

Dieses Buch ist auf der Bestsellerliste gelandet, obwohl es eigentlich eine Mogelpackung ist. Denn vermutlich alle Beispiele und Zitate daraus stammen aus dem Buch „Toleranz und Gewalt“ von Arnold Angenendt. Lütz hat dieses Buch gelesen, und war von ihm so fasziniert, dass er auf die Idee kam, es unter seinem eigenen Namen quasi erneut herauszubringen. Dabei hat er im Wesentlichen nur die Beispiele aus Angenendts Buch auf unter 300 Seiten eingedampft, und zuweilen mit einigen lockeren Lütz-Passagen versehen. Auch wenn nun „Lütz“ draufsteht, stammen sicher mehr als 90 Prozent des Textes von Angenendt. Da wirkt es fast schon etwas dreist, wenn es lediglich heißt, das Buch sei „unter Mitarbeit“ von Angenendt entstanden. Man kann nur hoffen, dass Lütz wenigstens so korrekt ist, nun auch 90 Prozent seines nicht unerheblichen Autorenhonorars an den eigentlichen Autor abzutreten (ich werde bei Angenendt mal nachfragen!). Denn da Lütz deutlich bekannter als Angenendt ist und auch schon vorher Bestsellerautor war, hat es auch dieses Buch mühelos in die Bestsellerlisten geschafft. Hilfreich dazu war auch noch der Titel, wo das Wort „Skandal“ gleich zweimal vorkommt und von einer „geheime(n) Geschichte des Christentums“ geraunt wird. Der Titel hat mit dem Inhalt des Buches reichlich wenig zu tun, und ist vermutlich nur eine Marketingidee von Herder, Gottes eigenem Verlag gewesen. Als ehemaliger Verleger habe ich für diese Strategie sogar ein gewisses Verständnis.

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Schichtarbeit stört innere Organe

Nachtschicht stört die Taktgeber unserer inneren Organe stärker als die innere Uhr in unserem Gehirn. © Ranta images/ iStock
Uhr im Darm: In unseren Organen sitzen Taktgeber, die noch sensibler auf Schichtarbeit und Jetlag reagieren als unsere innere Hauptuhr. Wie eine Pilotstudie enthüllt, reichen schon drei durchwachte Nächte aus, um die Rhythmen von Darm, Leber und Co um zwölf Stunden zu verschieben. Weil aber die Hauptuhr ihren Takt im gleichen Zeitraum nur um zwei Stunden verschiebt, kommt es zu einer De-Synchronisation der Stoffwechselrhythmen, wie die Forscher berichten.

scinexx

Schichtarbeit, Jetlag und andere Störungen unseres Tag-Nacht-Rhythmus schaden der Gesundheit – so viel ist klar. Das Leben gegen die innere Uhr erhöht das Risiko für Übergewicht und Diabetes, fördern Herz-Kreislauf-Erkrankungen und könnten sogar für einen verstärkten geistigen Abbau sorgen. Auch das Krebsrisiko ist wegen einer gehemmten DNA-Reparatur erhöht.

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Das Kreuz und die billige Münze

Das Kreuz mit den Religionen
Es kam, wie es kommen musste: In Bayern verweigern sich Behördenchefs, den Kreuz-Erlass umzusetzen. Ein Landrat im mittelfränkischen Roth, gläubiger Protestant mit Kreuz im Büro, gab die Devise aus: „Wir leben im Landratsamt sehr nach christlichen Grundsätzen, das ist wichtiger als irgendeine Äußerlichkeit, die man unter Zwang aufhängt.“

Andreas Püttmann | katholisch.de

Ich habe die Präsenz des Kreuzes in Schulen und Gerichten – wo sie Tradition hat – immer verteidigt. Als Zeichen selbstloser Liebe, höherer Gerechtigkeit, Leid und Tod überwindender Hoffnung haben Generationen von Christen das Kreuz verehrt, in Not bestürmt, im Leiden umklammert, ihren Kindern auf die Stirn gezeichnet und am Ende ihres Laufs mit ins Grab genommen. „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben“, glauben wir. Unter dem Kreuz wuchs in Europa eine Hochkultur, in der die Menschenwürde, durch Rückfälle und Irrtümer hindurch, mehr und mehr ins Bewusstsein rückte. Mit dem Grundgesetz sogar in den Rang des zentralen Staatszwecks.

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Tausende Lehrer werden über die Sommerferien arbeitslos

Viele Lehrer werden in Deutschland während der Sommerferien arbeitslos. (Foto: Florian Gaertner/imago/photothek)
Dabei sind Lehrkräfte doch gesucht, vielerorts bleiben Stellen frei. Über ein seltsames Phänomen.

Von Paul Munzinger | Süddeutsche Zeitung

Ein Lehramtsstudium ist eine exzellente Versicherung gegen Arbeitslosigkeit – eigentlich. Die Schülerzahlen steigen, Pädagogen werden vielerorts händeringend gesucht, viele Bundesländer können freie Stellen nicht besetzen. Die Arbeitslosenquote bei Lehrern liegt im Jahresschnitt bei 1,3 Prozent, das ist selbst für akademische Berufe äußerst gering, wie die Bundesagentur für Arbeit feststellt. Im Oktober 2017 waren sogar nur 7800 Lehrer arbeitslos gemeldet, bei etwa 800 000 Pädagogen in Deutschland.

Alle Jahre wieder, im Sommer, aber verändert sich dieses Bild: Dann macht die Zahl arbeitsloser Lehrer einen gewaltigen Sprung, um im Herbst, wenn das neue Schuljahr beginnt, wieder abzusinken. In den großen Ferien 2017 meldeten sich 4900 Lehrer zusätzlich bei den Jobcentern – ein vorübergehendes Plus von mehr als 50 Prozent.

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Vögel futtern Unmengen an Insekten

Proteinreiches Futter: Für diesen jungen Haussperling gibt es Käferlarven. © Maurice Baker
Gefräßige Piepmätze: Alle Vögel der Welt zusammen vertilgen jährlich die enorme Menge von 400 bis 500 Millionen Tonnen Insekten. Damit fressen die gefiederten Tiere ähnlich viel wie die gesamte Menschheit pro Jahr an Fleisch und Fisch konsumiert. Nur Spinnen haben einen noch größeren Hunger auf Käfer und Co, wie Forscher berichten. Den Vögeln komme damit eine wichtige Bedeutung in der Schädlingsbekämpfung zu.

scinexx

Von Beeren, über Obst, bis hin zu Sämereien und Gräsern: Auf dem Speiseplan vieler Vögel steht durchaus vegetarische Kost. Doch hin und wieder muss es auch einmal Fleisch sein – zum Beispiel in Form von Insekten. Fliegen, Käfer, Ameisen und Motten stellen für die gefiederten Tiere eine wichtige Proteinquelle dar. Sie müssen sich besonders während der Brutzeit vor gefräßigen Schnäbeln in Acht nehmen. Denn dann sind die Elternvögel auf der Suche nach energiereicher Nahrung für ihren hungrigen Nachwuchs.

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Die Rückkehr der Mafia in die türkische Politik

MHP-Anhänger zeigen den Gruß der „Grauen Wölfe“ – ein Zeichen, das auch der Parteivorsitzende benutzt. Foto: rtr
Präsident Erdogan regiert künftig gemeinsam mit der rechtsextremen MHP, der Partei der „Grauen Wölfe“. Schon jetzt zeichnet sich eine beunruhigende Entwicklung ab. Der „tiefe Staat“ kehrt zurück.

Von Frank Nordhausen | Frankfurter Rundschau

„Du bist nicht der Eigentümer des Staates – krieg das in deinen Schädel“ – so provozierte der prominente türkische Mafiaboss Alaattin Cakici vor wenigen Tagen den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan auf Instagram. Kurz darauf bedrohte der Häftling Journalisten mit dem Tod. Er führte sich auf, als sei er nicht ein verurteilter mehrfacher Mörder, sondern ein mächtiger Dunkelmann, der selbst den Präsidenten nicht zu fürchten hat. Erdogan lässt sich solche Frechheiten sonst nicht bieten. Doch seltsam – trotz des beispiellosen Vorgangs blieb die Machtzentrale in Ankara stumm. Stattdessen wurde der Mafiaboss von Erdogans neuem rechtsextremen Bündnispartner gelobt und ihm von einem Gericht sogar erlaubt, elf Stunden am Tag Besuch zu erhalten.

Die obskure Episode wirft ein Schlaglicht auf die Machtverhältnisse und einen neuen Stil in Ankara nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen der vergangenen Woche. Darin war der 64-jährige Langzeitherrscher Erdogan zwar mit 52,6 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden, aber seine islamistisch-neoliberale Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) hatte mit 42,6 Prozent eine Schlappe erlitten.

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Apostel: Gefahr einer Islamisierung kein „Hirngespinst“

© Bild: KNA
Sorgen mancher Menschen vor einer Islamisierung Europas sind für den Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer keine Hirngespinste. Trotzdem muss der Westen seiner Ansicht nach eher vor etwas anderem Angst haben.

katholisch.de

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat Verständnis für die Angst mancher Menschen vor einer „Islamisierung“ Europas. „Viele sehen heute die Gefahr einer drohenden Islamisierung Mitteleuropas, nicht durch kriegerische Eroberung und Besatzung, sondern durch Asylgewährung und Fruchtbarkeit. Sie wissen wahrscheinlich, dass ich diese Befürchtungen nicht für ganz unberechtigt oder gar für krankhafte Hirngespinste halte“, sagte Voderholzer bei der 59. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben am Sonntag im bayerischen Wallfahrtsort Altötting. Der Islam sei in seinem theologischen Wesen „der Widerspruch zum Christentum“, weshalb kulturell allenfalls ein Nebeneinander möglich sei.

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Innenminister Seehofer verbietet „Osmanen Germania“

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rockerähnliche Gruppe „Osmanen Germania BC“ einschließlich ihrer Teilorganisationen verboten und ihnen jede Tätigkeit untersagt.

DIE WELT

„Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit aus“, erklärte das Ministerium am Dienstag in Berlin.

Erdogans Selbst-Inthronisation

Bild: Magazin „The Economist“
Der türkische Präsident Erdogan ist erneut im Amt vereidigt worden. Er hat nun mehr Macht als je ein türkischer Staatschef vor ihm, denn er übernimmt auch die Regierung – das Amt des Ministerpräsidenten wird abgeschafft.

tagesschau.de

Zwei Wochen nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in der Türkei hat der alte und neue Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan seinen Amtseid abgelegt. Erdogan, der die Geschicke der Türkei bereits fast 16 Jahre lang bestimmt, ist nun nicht mehr nur Staats-, sondern auch Regierungschef.

Die Vereidigung im Parlament in Ankara am Nachmittag besiegelte den Umbau des Staates von einem parlamentarischen in ein Präsidialsystem. Das Staatsoberhaupt kann nun mit Dekreten teilweise das Parlament umgehen. Darauf hatte Erdogan jahrelang hingearbeitet.

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Superbright Quasar Could Shed Light on Universe’s Youth

An artist’s illustration of a radio jet spewing out fast-moving material from the newly discovered quasar PSO J352.4034-15.3373, which lies about 13 billion light-years from Earth. Artwork by Robin Dienel, courtesy of Carnegie Institution for Science. Credit: Credit: Robin Dienel/Carnegie Institution for Science
A newfound quasar is blasting out the brightest radio emissions ever observed in the early universe, new research reports.

By Chelsea Gohd | SPACE.com

Quasars, the brightest objects in the cosmos, are comprised of giant black holes gobbling up matter at the hearts of massive galaxies. Quasars emit mostly radio waves, which have the longest wavelengths in the electromagnetic spectrum, much longer than those of visible light.

The newly discovered quasar, called PSO J352.4034-15.3373, lies nearly 13 billion light-years from Earth — meaning its radio emissions have zoomed through space for about 13 billion years before reaching our planet.

PSO J352.4034-15.3373 therefore provides a look at the early days of the universe, which came into being with the Big Bang 13.82 billion years ago. And looks of this kind are pretty rare, the quasar’s discoverers said.

„There is a dearth of known strong radio emitters from the universe’s youth, and this is the brightest radio quasar at that epoch by an order of magnitude,“Eduardo Bañados, of the Carnegie Institution of Science in Washington, D.C., said in a statement.

Bañados led the team that found PSO J352.4034-15.3373. That initial discovery was followed up by Emmanuel Momjian of the National Radio Astronomy Observatory, whose observations allowed astronomers to characterize the quasar — and to spot a jet of superfast plasma spewing from the exotic object.

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Integration durch religiöse Bildung: Und was glaubst du?

Hilft religiöse Bildung bei der Integration? Viele Pädagogen sind davon überzeugt (Symbolbild). (pan xiaozhen / Unsplash)
Kann interreligiöse Bildung in Kindertagesstätten und Grundschulen dazu beitragen, dass Geflüchtete besser ankommen? Die Hochschule Emden/Leer widmet dieser Frage ein Forschungsprojekt.

Von Brigitte Lehnhoff | Deutschlandfunk Kultur

Die Kindertagesstätte der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde im Emdener Stadtteil Borssum. Mittagszeit in der Cafeteria. Sie liegt im Zentrum des Hauses, jeder, der kommt oder geht muss den Raum durchqueren. Jeder kann also auch den kleinen Extratisch sehen, der dort seit dem vergangenen Jahr steht. Auf ihm sind ausgestellt:

Kinder: „Ein Kreuz. – Ein Martin-Luther-Bild. – Ein Kirchenschlüssel. – Die Bibel. – Eine Kerze. – Ein Becher. – Eine Martin-Luther-Spielfigur. – Von Playmobil.“

Gertraud Reeners: „Also zu unserem Tisch werden weitere Sachen noch, sei es zum Abendmahl oder auch weitere neue Bücher hinzukommen, auch vielleicht dann wichtige Dinge, die zum Beispiel zum Islam gehören.“

Gertraud Reeners ist die Leiterin der Kindertagesstätte. 123 Kinder werden hier betreut. Jedes sechste kommt aus einer Zuwanderer- oder Flüchtlingsfamilie. Auch die religiöse Identität dieser Kinder, ob sie nun aus Syrien kommen, aus dem Irak oder Afghanistan, soll im Kita-Alltag vorkommen. Im Grunde sei das nichts Neues:

„Wir arbeiten schon lange integrativ und haben dieses Thema immer bei uns in der Arbeit mit drin gehabt, da wir viele Migrantenfamilien auch betreuen.“

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Pakistan: Islamisten und Kapitalisten contra Wissenschaft

Allein durch das Karakorum-Gebirge hätte Pakistan ausreichend Schmelzwasser, aber Planlosigkeit und Verschwendung machen aus Reichtum Mangel. Foto: Gilbert Kolonko
Korruption, Vernachlässigung der Bildung, ungerechte Wohlstandsverteilung und Missachtung der Wissenschaft sind die Hauptgründe für die Wasserkrise in Pakistan

Gilbert Kolonko | TELEPOLIS

Der Wetterdienst in Pakistan schreckte Anfang Juni zumindest einige Menschen im Land auf: Die derzeitige Dürre könne bis zu 100 Millionen Pakistaner betreffen. Im Winter sei kaum Schnee im Himalaya gefallen, und in den Monaten zwischen Januar und Mai habe es 44 Prozent weniger Niederschlag gegeben als in den Jahren zuvor. Das führte dazu, dass die Vormonsun Ernte zu großen Teilen ausgefallen sei, so die Behörde.

Auf die Wasserkatastrophe machen jedoch seit mehr als einem Jahrzehnt Wissenschaftler aus dem In- und Ausland aufmerksam. Der Autor Anatol Lieven schrieb dazu schon im Jahr 2007, dass der Wassermangel für Pakistan eine größere Gefahr darstelle als die Taliban.

Vergangenen Monat wurde zumindest auch dem Obersten Gerichts in Pakistan die Gefahr bewusst: „Die aktuellen Wahlen sind wichtig, aber das Wasserproblem anzugehen ist wichtiger“, sagte Richter Sardar Tariq. Der Richter wies auch darauf hin, dass die aktuelle Regierung und ihre Vorgängerin für das Wasserproblem verantwortlich sind. Da auch die Weltbank zu dem Schluss kam, Pakistan verfahre nach dem Prinzip: bauen, vernachlässigen, wieder aufbauen.

Dabei ignorieren die Verantwortlichen alle wissenschaftlichen Fakten und strapazieren die Infrastruktur des Landes, bis sie zusammenbricht, lohnt sich einen Blick auf die Regierungsverantwortlichen seit 1988: Da wäre der Industrielle Nawaz Scharif (bis auf 18 Millionen Dollar hat er seine Vermögenswerten Familienmitgliedern überschrieben), der das Land mit seiner Familienpartei, der Muslim-Liga, seit 1990 drei Mal regierte. Ländereien, Offshorekonten und Grundbesitz in Dubai und London gehören der Familie. In London halten sich die Sharifs beinahe öfters auf als im eigenen Land.

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Belgien streicht Abtreibung aus dem Strafgesetzbuch

foto: reuters/yves herman Demonstration in Brüssel für europaweite gleiche Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch Ende 2017.
Symbolische Wende in Belgien: Der Schwangerschaftsabbruch wird nicht länger im Strafgesetzbuch geregelt sein

Roxane Seckauer | dieStandard.at

Österreichische Feministinnen thematisieren schon lange die Entkriminalisierung von Abtreibung. Jetzt könnten sie sich mit ihrer Forderung auf den Vorreiter Belgien stützen. Eine neue Rolle für das Land, waren dort doch bis ins Jahr 1990 Schwangerschaftsabbrüche verboten. Letzte Woche hat die belgische Regierung nun die Entkriminalisierung von freiwilliger Abtreibung beschlossenen, indem sie die Regelung zum Schwangerschaftsabbruch aus dem Strafgesetzbuch gestrichen hat, wie die belgische Tageszeitung „De Standaard“ berichtete. Belgien ist damit das erste westeuropäische Land, das den Schwangerschaftsabbruch aus dem Strafgesetzbuch streicht.

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OPCW-Bericht bestätigt Zweifel an Giftgasangriff in Ostghouta

Douma; Bild: Sana
„Keine Rückstände von phosphororganischen Nervengiften gefunden.“ Politisch einem fixen Bild von Syrien verpflichtete Medien halten dennoch unbeirrt an ihrer Gewissheit fest, dass Assad für einen Chemiewaffen-Angriff verantwortlich zu machen sei

Thomas Pany | TELEPOLIS

Am vergangenen Freitag veröffentlichte die Organisation für das Verbot der Chemischen Waffen (OPCW) das lange erwartete Gutachten seiner Faktenfinder-Mission (FFM) zum Vorwurf eines Giftgasangriffs im syrischen Douma/Ost-Ghouta, der viele Fragen aufwarf, darunter die, ob es den Angriff überhaupt gegeben hat oder ob er inszeniert war, wie es die syrische und die russische Regierung vermuteten (Das lässt aufhorchen: Angeblicher Chemiewaffenangriff in Ost-Ghouta).

Große Zweifel daran hatte die syrische und die russische Regierung. Während die USA, Frankreich und Großbritannien den Vorwurf zum Anlass nahmen, um völkerrechtswidrige Luftangriffe auf Ziele in Syrien zu fliegen. Sie erklärten der Öffentlichkeit, dass ein Giftgasangriff stattgefunden habe und von der syrischen Regierung zu verantworten sei.

Quellen für die Vorwürfe waren erneut Organisationen wie die White Helmets, bei denen eine Nähe zur bewaffneten Opposition auffällig ist und mit Millionensummen von den USA und Großbritannien unterstützt werden.

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UN beginnen letzte Verhandlungsrunde über Migrationspakt

Die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben am Montag die letzte Verhandlungsrunde über einen globalen Migrationsvertrag begonnen. Der neue Pakt solle eine sichere, geordnete und legale Migration sicherstellen, teilten die UN in New York mit.

evangelisch.de

Unter Leitung der Botschafter der Schweiz, Jürg Lauber, und Mexikos, Juan José Gómez Camacho, sollen die UN-Verhandlungen über das völkerrechtlich nicht bindende Abkommen bis Freitag abgeschlossen werden. Im Dezember könnten die Staaten den Vertrag, der den Rahmen für eine Kooperation abstecken soll, auf einer Konferenz in Marokko offiziell annehmen.

Das Abkommen solle das Los der Migranten verbessern und die Souveränität der Nationen nicht beeinträchtigen. Ziel sei, dass Migranten mit gültigen Dokumenten versehen auf gefahrlosen und regulären Routen in andere Länder reisen können, hieß es. Menschenhändlern und Schleusern solle das Handwerk gelegt werden.

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