Rabbiner kritisiert neuen Ratzinger-Text zum Judentum


© Bild: KNA/Harald Oppitz
Der Christusbund ersetzt den Sinai-Bund? Damit werde „christliche Identität auf Kosten der jüdischen formuliert“, sagt der Rabbiner Walter Homolka über den neuen Aufsatz des emeritierten Papstes.

katholisch.de

Kritik am jüngsten Traktat des emeritierten Papstes Benedikt XVI. zum Verhältnis von Judentum und Christentum hat der Berliner Rabbiner Walter Homolka geübt. Der unter dem Namen „Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.“ veröffentlichte Beitrag mit dem Titel „Gnade und Berufung ohne Reue“ erscheint am Donnerstag (12. Juli) in der theologischen Fachzeitschrift „Communio“. Darin kommentiert er ein Dokument, das 2015 von der Vatikan-Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum veröffentlicht wurde.

Homolka warf Ratzinger/Benedikt am Montag in München laut Redemanuskript vor, er vertrete in seinem Aufsatz die Ansicht: „Die Juden sind Gottes Volk. Aber die Wahrheit liegt im Christentum“ – eine Formulierung, die der Text so aber nicht enthält. Benedikt XVI. lehre, so Homolka weiter, der Sinai-Bund Gottes mit Israel sei ersetzt durch den Christusbund. Damit werde „christliche Identität auf Kosten der jüdischen formuliert“, schloss sich Homolka der Wertung des Schweizer Jesuitenprovinzials Christian Rutishauser in der „Neuen Zürcher Zeitung“ an.

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