Tausende Lehrer werden über die Sommerferien arbeitslos


Viele Lehrer werden in Deutschland während der Sommerferien arbeitslos. (Foto: Florian Gaertner/imago/photothek)
Dabei sind Lehrkräfte doch gesucht, vielerorts bleiben Stellen frei. Über ein seltsames Phänomen.

Von Paul Munzinger | Süddeutsche Zeitung

Ein Lehramtsstudium ist eine exzellente Versicherung gegen Arbeitslosigkeit – eigentlich. Die Schülerzahlen steigen, Pädagogen werden vielerorts händeringend gesucht, viele Bundesländer können freie Stellen nicht besetzen. Die Arbeitslosenquote bei Lehrern liegt im Jahresschnitt bei 1,3 Prozent, das ist selbst für akademische Berufe äußerst gering, wie die Bundesagentur für Arbeit feststellt. Im Oktober 2017 waren sogar nur 7800 Lehrer arbeitslos gemeldet, bei etwa 800 000 Pädagogen in Deutschland.

Alle Jahre wieder, im Sommer, aber verändert sich dieses Bild: Dann macht die Zahl arbeitsloser Lehrer einen gewaltigen Sprung, um im Herbst, wenn das neue Schuljahr beginnt, wieder abzusinken. In den großen Ferien 2017 meldeten sich 4900 Lehrer zusätzlich bei den Jobcentern – ein vorübergehendes Plus von mehr als 50 Prozent.

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