EKD dient sich häufig dem Zeitgeist an und verspielt so ihre Zukunft


Evangelischer Theologe Udo Schnelle: EKD erwecke Eindruck, dass es Aufnahmepflicht ohne Grenzen gebe. Es gebe aber kein unbegrenztes Helfen, Grenzenlosigkeit bedeute die Außerkraftsetzung von Regeln – Kritik auch an Positionen zu Homo-Ehe und Islam

kath.net

Die evangelischen Kirchen dienen sich häufig dem Zeitgeist an und verspielen so ihre Zukunft. Diese Ansicht vertritt der Theologieprofessor Udo Schnelle in einem Beitrag für die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Der Bibel-Theologe aus Erlangen ist Autor mehrerer theologischer Standardwerke und sieht die evangelische Kirche in der politischen Ethik, die sich aus Ideen aus dem rot-grünen Politik-Spektrum bediene. Eine dieser Leitideen sei der „globale Universalismus, wonach jeder für jeden und für alles in der Welt Verantwortung habe“. Dieser führe zu einer Art „Intensiv-Ethik, die permanent fordert und sich moralisch unendlich überlegen fühlt“. Ein Beispiel dafür sei die Flüchtlingsfrage. Die EKD erwecke den Eindruck, dass es eine Aufnahmepflicht ohne Grenzen gebe. Es gebe jedoch kein unbegrenztes Helfen. Grenzenlosigkeit bedeute die Außerkraftsetzung von Regeln. Ohne Begrenzung sei keine Integration möglich. Auch theologisch sei die Forderung der Grenzenlosigkeit falsch. Jesu Christi Aussagen zur Nächsten- und Feindesliebe bezögen sich auf die individuelle Alltagsethik und nicht auf globale Prozesse des 21. Jahrhunderts.

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