Großbritannien möchte assoziiertes EU-Mitglied werden


foto: apa Britische Parlamentarier bekommen eine Kopie des Weißbuchs zum Brexit. Premierministerin Theresa May will das Ausscheiden ihres Landes aus der EU möglichst „weich“ gestalten.
Neuer Brexit-Minister stellt Weißbuch vor, Finanzindustrie spricht von einem „echten Tiefschlag“

Sebastian Borger | derStandard.at

Drei Tage nach seinem Amtsantritt hat Brexit-Minister Dominic Raab am Donnerstag das lange erwartete Weißbuch zum zukünftigen Verhältnis Großbritanniens und der EU vorgelegt. Ziel sei ein „prinzipientreuer und praktikabler Brexit“, sagte der Kabinettsneuling im Unterhaus. Die konservative Regierung von Premierministerin Theresa May sei zuversichtlich, dass die britischen Ideen Grundlage für eine „dauerhafte Abmachung“, ein sogenanntes Assoziierungsabkommen, sein könnten.

Das 98-seitige Dokument basiert auf dem Chequers-Papier vom vergangenen Freitag, das nach einer langen und kontroversen Sitzung des Kabinetts zustande gekommen war. Statt des zwei Jahre lang propagierten harten Brexits samt Austritt aus Binnenmarkt und Zollunion werden nun ein weicher Brexit und wirtschaftlich enge Verflechtung mit dem Kontinent angestrebt. Deshalb waren zu Wochenbeginn Raabs Vorgänger David Davis sowie Außenminister Boris Johnson zurückgetreten. Dieser soll Mays Vorgehen als „Scheißhaufen“ (turd) bezeichnet haben.

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