Markus Söder erfindet sich neu – doch wer glaubt ihm noch?


Markus Söder bei seiner Regierungserklärung. Inzwischen mahnt der bayerische Ministerpräsident im Landtag einen respektvollen Umgangston an. (Foto: Lino Mirgeler/dpa)
Ausgerechnet der Ministerpräsident mahnt einen guten Stil in der Debatte an. Dabei ist er selbst einer der großen Zündler.

Von Katja Auer | Süddeutsche Zeitung

Am Mittwochabend hat sich Ministerpräsident Markus Söder im Landtag ans Rednerpult gestellt und einen respektvollen Umgangston angemahnt. „Wir sind doch das Hohe Haus und keine Theaterbühne“, sagte er. Ausgerechnet Söder. Da gibt einer den Feuerwehrmann, der die ganze Zeit mitgezündelt hat. Der einer der Hauptakteure war im Asylstreit. Der Seehofers Irrlichtern mit Ausdrücken wie „Asyltourismus“ flankierte und so nicht nur zuließ, sondern befeuerte, dass die Kluft im Land tiefer wird und das Vertrauen in die Politik schwindet. Diesen Begriff werde er nicht mehr verwenden, sagte Söder nun, das sollte wohl Einsicht demonstrieren. Zugleich forderte er einen neuen Stil.

Freilich geht es im Landtag manchmal zu wie im Kasperltheater, wenn die Abgeordneten sich anplärren und beschimpfen und den Rednern ins Wort fallen.

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