Antisemitismus im Internet nimmt zu – „Echte Bedrohung“


Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb

Antisemitismus im Internet hat laut einer Studie der Technischen Universität Berlin stark zugenommen. Vor allem Twitter und Facebook trügen dazu bei, dass judenfeindliches Gedankengut weitergetragen werde. Für die Studie wurden mehr als 300.000 Texte ausgewertet.

DOMRADIO.DE

Bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse am Mittwoch nannte die Sprachwissenschaftlerin Monika Schwarz-Friesel die wachsende Judenfeindschaft in der deutschen Gesellschaft ein „besorgniserregendes Phänomen“. Dazu trügen vor allem Soziale Medien bei. Der Zentralrat der Juden in Deutschland bezeichnete den im Internet verbreiteten Antisemitismus als „echte Bedrohung“.

Judenfeindliche Verschwörungsfantasien

Für die Studie werteten Sprachforscher der TU seit 2014 merh als 300.000 Texte aus, die im Internet kursieren. Schnelligkeit, freie Zugänglichkeit, globale Verknüpfung und Anonymität förderten eine „ungefilterte und nahezu grenzenlose Verbreitung judenfeindlichen Gedankengutes“, so das Urteil der Studie.

Judenfeindliche Verschwörungsfantasien gebe es in Blogs sowie Recherche- und Ratgeberportalen, unter Youtube-Videos, in Online-Buchläden, in Fan-Foren und Kommentarbereichen der Online-Qualitätsmedien. Vor allem über Twitter und Facebook verbreitete Aufrufe, gegen Judenhass zu demonstrieren, „sind innerhalb weniger Stunden infiltriert durch Texte mit zahlreichen Antisemitismen und Abwehrreaktionen“.

weiterlesen