Israel stärkt religiös-ethnischen Staat

Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Das israelische Parlament hat knapp das „Nationalitätsgesetz“ verabschiedet, das Juden privilegiert und dem Arabischen nur noch einen Sonderstatus gewährt

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Israel spielt eine negative Pionierrolle, nachdem das Parlament mit einer knappen Mehrheit 62 zu 55 Stimmen und 2 Enthaltungen das sogenannte „Nationalitätsgesetz“ angenommen hat. Es ist ein Grundgesetz mit Verfassungsrang. Knapp und deutlich wird hier Israel von einer Demokratie mit der Gleichberechtigung aller Bürger zu einer rassistisch, zumindest ethnisch und religiös definierten Nation, die Juden explizit privilegiert. Dabei versteht und verkauft sich Israel immer als die einzige Demokratie im Nahen Osten.

Regierungschef Netanjahu feierte die Verabschiedung des Gesetzes im Knesset als „einen entscheidenden Augenblick in der Geschichte des Zionismus und der des Staates Israel. 122 Jahre, nachdem Herzl seine Vision veröffentlichte, haben wir per Gesetz das fundamentale Prinzip unserer Existenz festgelegt.“ Dem ungarischen Regierungschef Victor Orbán, der gerade Israel besucht, sagte er, „Israel verteidigt auf viele Weisen Europa“ im Kampf gegen den radikalen Islam. Er bedankte sich bei Orbán, der immer wieder Israel verteidigt habe. Orbán hingegen befand, Ungarn und Israel verstünden sich wegen der ausgezeichneten Beziehung zwischen ihm und Netanjahu so gut, was kein Wunder sei, da beide Länder einen „patriotischen Führer“ hätten.

Man muss da nichts schönreden, auch wenn das Gesetz faktisch vielleicht keine größeren und direkten Folgen haben wird als die bereits existierenden Diskriminierungen der arabischen Bürger und zwei Passagen nach langen Diskussionen ein wenig korrigiert wurden. Aber es mutet doch seltsam an, dass ausgerechnet die Juden, die vor allem unter dem deutschen Nationalismus/Rassismus leiden mussten, einen weiteren Schritt in die Richtung eines Staates mit einer privilegierten und überlegenen Rasse gehen.

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Nachfahren der Hitler-Attentäter warnen vor Populismus

400 Nachfahren deutscher Widerständler in der NS-Zeit haben am Jahrestag des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944 vor nationalen Alleingängen und der Gefährdung eines geeinten Europas gewarnt.

evangelisch.de

In einem am Freitag im Berliner „Tagesspiegel“ veröffentlichten Appell heißt es, „wir möchten an diesem Tag an den Mut und die visionäre Kraft unserer Eltern, Urgroß- und Großeltern, Onkel und Tanten erinnern und hoffen, dass nationale Alleingänge nicht das geeinte, starke, friedliche Europa gefährden, das sie für sich, uns und unsere Kinder erhofft hatten“.

Der europäische Staatenverbund stehe heute vor einer Zerreißprobe. Die Grundsätze von Humanität, Solidarität und Gerechtigkeit, die in der Aufklärung und durch die Erfahrungen zweier Weltkriege erarbeitet wurden, schienen immer weniger wert zu sein. Statt gemeinsam an den Herausforderungen der Zukunft zu arbeiten, zögen sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger zurück, während Populisten mehr und mehr Zulauf erhielten, Politiker verbal aufrüsteten und auf Abschottung setzten.

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Künstliche Fotosynthese: „Ein neues Betriebssystem für lebende Zellen“

Lichtmaschine der Fotosynthese, verpackt in künstliche Zellen Quelle: Lichtmaschine der Fotosynthese, verpackt in künstliche Zellen
Im Reagenzglas ist die Umwandlung von Licht in chemische Energie bereits effizienter als die natürliche Fotosynthese. Jetzt wollen Forscher den künstlichen Stoffwechsel in eine lebende Zelle einbauen.

Von Norbert Lossau | DIE WELT

Pflanzen können Kohlendioxid aus der Luft fischen und daraus mithilfe von Sonnenlicht energiereiche Kohlenhydrate produzieren. Dieser wunderbare Prozess ist eine wichtige Voraussetzung für das Leben auf unserem Planeten. Jetzt wollen Max-Planck-Forscher gemeinsam mit dem US-Wissenschaftler Craig Venter eine künstliche, lebensfähige Zelle erschaffen, die Licht in chemische Energieträger umwandeln kann. Es geht also um die Nachahmung der Fotosynthese von Pflanzen – und die soll deutlich effizienter als das natürliche Vorbild sein. Im Reagenzglas funktioniert die künstliche Fotosynthese schon heute.

Bereits vor mehr als einhundert Jahren hatte der italienische Chemiker Giacomo Ciamician die Idee, die Fotosynthese der Pflanzen technisch nachzuahmen. Eine solche direkte Nutzung der Solarenergie habe viele Vorteile gegenüber der Verbrennung von Kohle, betonte damals Ciamician.

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Vom Opferdiskurs der Frau

Foto: Pixabay.com / miawicks9
Ursprünglich sollte PC und Gender-Unsinn supportiv für Frauen wirken. Mittlerweile haben wir allerdings einen Punkt erreicht, an welchem genau das Gegenteil der Fall ist und Genderisierung Frauen deutlich schadet. Ich gehe so weit zu sagen, dass der moderne Genderismus extrem frauenverachtend ist und begründe das folgendermaßen:

Von Raya la Ratha | Richard-Dawkins-Foundation

Genderisierung sieht eine Sonderbehandlung von Frauen vor, meist zu ihrem Nachteil. Wesentliche Bestandteile der Sonderbehandlung sind Studiengänge nur für Frauen, Girl’s Day, Frauenquoten, „Frauenbeauftragte“, an welche man sich als Frau wenden kann, weil man sich im Meeting unterdrückt fühlt.

Was hierbei jedoch übersehen wird, ist, dass all diese Dinge, welche eine Sonderbehandlung von Frauen beinhalten, Frauen Freiheiten von Verantwortung einräumen und diese immer mehr in die Rolle eines Kindes drängen, welches besonderen Schutz benötigt.

Wo vorher der Feminismus dafür kämpfte, dass Frauen gleichberechtigt sind und gleiche Verantwortungen übertragen bekommen, möchten wir Frauen immer mehr zu Schutzbedürftigen, also Kindern, degradieren.

Es ist nur selbstverständlich, dass ein Kind, welches von Verantwortung befreit ist, nicht dieselben Rechte erhält.

Des Weiteren ist Genderisierung nicht tatsächlich, wie behauptet, den Frauen, sondern der PC-Agenda zugewandt. Dem Genderisten geht es nicht etwa darum, dass hässliche Gewalt oder Vergewaltigung – besonders in nichtwestlichen Ländern – eingedämmt wird. Zumindest nicht, solange du 3 berühmte schwarz-lesbisch-nichtgenderkonforme Queer-Personen jüdisch-islamischen Glaubens mit Behinderung benennen kannst.

Ich zeige bewusst die Absurdität des modernen PC und Genderismus auf.

Zuletzt sollten wir uns über die Ursprünge des modernen Genderismus klar werden. Auch wenn es Drittwellenfeministen ungern zugeben mögen, konnten Frauenrechtsbewegungen nur deshalb erfolgreich sein, weil jene Männer, welche wir als Unterdrücker und Vergewaltiger bezeichnen, diese einst unterstützten, was auf meinen folgenden Punkt hinausläuft: Eine Gesellschaft basiert auf Männern und Frauen. Gemeinsam.

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Neandertaler waren doch Feuermacher

Feuerschlagen mit Feuerstein und Stahl. Unsere Vorfahren nutzten statt Stahl das eisenhaltige Mineral Pyrit. © DGerrie Photography/ iStock
Von wegen rückständig: Entgegen bisherigen Annahmen beherrschten schon die Neandertaler das Feuermachen. Sie nutzten ihre Faustkeile als Steinzeit-Feuerzeug, wie Analysen von 50.000 Jahren alten Steinwerkzeugen enthüllen. Forscher haben darauf Nutzungsspuren gefunden, die nur beim Feuerschlagen entstehen, wie sie im Fachmagazin „Scientific Reports“ berichten. Unsere eiszeitlichen Vettern standen demnach auch in dieser Technologie unseren Vorfahren in nichts nach.

scinexx

Schon vor mehr als 700.000 Jahren, vielleicht sogar schon vor einer Million Jahren könnten Frühmenschen das Feuer natürlicher Brände für ihre Zwecke genutzt haben. Archäologische Funde belegen zudem, dass die Neandertaler schon vor 170.000 Jahren Holzwerkzeuge im Feuer härteten.

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Zahl der Kirchenaustritte wieder leicht gestiegen

© Bild: Jürgen Fälchle/Fotolia.com
Die Deutsche Bischofskonferenz hat ihre Jahresstatistik für 2017 veröffentlicht. Und diese enthält eine betrübliche Nachricht: Die Zahl der Kirchenaustritte ist wieder gestiegen. In anderen Bereichen des kirchlichen Lebens gab es dafür durchaus erfreuliche Entwicklungen.

Kilian Martin | katholisch.de

Erstmals seit zwei Jahren ist die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche in Deutschland wieder gestiegen. Im Jahr 2017 haben 167.504 Gläubige vor den staatlichen Behörden ihren Austritt erklärt. Damit liegt die Zahl der Katholiken in Deutschland bei 23.311.321, wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Freitag in Bonn mitteilte. „Wir sind dankbar, dass rund 28 Prozent der Bevölkerung in unserem Land zur katholischen Kirche gehört“, erklärte DBK-Sekretär Hans Langendörfer zur Vorstellung der Jahresstatistik.

Zur gegenüber dem Vorjahr um etwa drei Prozent gestiegenen Zahl der Austritte (2016: 162.093) sagte Langendörfer: „Die Anzahl der Kirchenaustritte schmerzt.“ Es sei daher gut, dass die Bistümer teilweise in Erhebungen die Gründe für diesen Schritt erforschen.

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Austria: Waldhäusl besteht weiter auf Registrierung: Schächten sei „Tierquälerei“

foto: robert newald „Aus Sicht des Tierschutzes ist Schlachten ohne Betäubung einfach nicht in Ordnung“, findet der freiheitliche Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl.
Die Bundesregierung und Niederösterreichs Landeshauptfrau lehnen eine Registrierung der Kunden ab. Aus dem Büro des FPÖ-Landesrats heißt es dagegen: „Wir wollen Schächten zurückdrängen“

Katharina Mittelstaedt | derStandard.at

Inzwischen hat sich sogar die Bundesregierung in die Diskussion über rituelle Schlachtungen eingemischt. Namentlich Kanzleramtsminister Gernüt Blümel (ÖVP): Die Koalition lehne die Registrierung von Kunden, die koscheres Fleisch kaufen, ab. „Solange Sebastian Kurz Bundeskanzler dieser Republik ist, können unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sicher sein, dass diese Freiheiten und Grundrechte in keinster Weise beschränkt werden“, erklärt er in einer Stellungnahme.

Hintergrund ist, dass der niederösterreichische Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) aktuell prüfen lässt, wie die Landesbehörden den Bedarf an koscherem und Halal-Fleisch künftig strenger kontrollieren können. Nach Ansicht des Freiheitlichen ist der bisherige Umgang mit dem Tierschutzgesetz zu lax, weil die vorgeschriebene Bedarfsprüfung für geschächtetes Fleisch ohne Registrierung der Endkunden erfolgt.

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Liebe Christen, der Dialog mit der AfD ist beendet!

Die Christen lassen sich viel gefallen; so will es die Bibel. Aber jetzt muss Schluss sein. Lange Zeit haben wir sachlich vor dem Populismus der AfD gewarnt. Die Inhalte der Partei standen im Fokus, wenn etwa Kardinal Reinhard Marx das „Schüren von Fremdenfeindlichkeit“ oder die „einseitige Betonung nationaler Interessen“ monierte.

Björn Odendahl | katholisch.de

Das Ziel war klar: Vielleicht kann man sie mit Argumenten zu einem höflicheren Ton animieren, bestenfalls sogar zu einem politischen Umdenken.

Doch der inhaltliche Austausch mit der AfD und ihren Anhängern ist krachend gescheitert. Der angebliche Wunsch der Partei nach Dialog? Augenwischerei! Denn da, wo sie ihn bekommen hat, etwa auf dem Katholikentag, aber auch in Form von Gesprächsangeboten durch Bischöfe wie Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) oder Ulrich Neymeyr (Erfurt), wurde er entweder nicht wahrgenommen oder zur Bühne für Propaganda.

Auch der Ton wurde mit den Jahren eher rauer als verständnisvoller, gegenüber Migranten wie auch gegenüber der Kirche. Kardinal Reinhard Marx muss sich noch heute als Verräter des christlichen Abendlandes bezeichnen lassen, weil er auf dem Jerusalemer Tempelberg die Deeskalation der Konfrontation in einer angespannten Situation vorzog. Bambergs Erzbischof Ludwig Schick ging sogar gerichtlich gegen Hass-Postings vor.

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Sind wir nun wieder «die treulosen Juden»?

Das Gespräch zwischen Juden und Christen gelingt nur, wenn beide Seiten die Existenz der anderen Religion akzeptieren. (Bild: Reuters)
Aus heiterem Himmel hat Benedikt XVI. das Wort ergriffen und äussert sich über das Verhältnis von Christentum und Judentum. Er pocht auf die Priorität des Christentums als Weg zum Heil – und stellt damit Errungenschaften infrage, die das Verhältnis von Christen und Juden entscheidend vorangebracht haben.

David Bollag | Neue Zürcher Zeitung

Seit Benedikt XVI. nicht mehr Papst ist, hat sich der jüdisch-christliche Dialog wieder spürbar verbessert. Während seiner Amtszeit wurde er von einer Reihe von Entscheidungen immer wieder stark belastet, wenn nicht gar gefährdet. Da war beispielsweise die Wiedereinführung des – lange abgeschafften – Tridentinischen Ritus der Karfreitagsfürbitte. Dieser Ritus fordert die Christen auf, «für die treulosen Juden (pro perfidis Iudaeis)» zu beten, «dass auch sie erkennen unsern Herrn Jesus Christus».

Der jüdisch-christliche Dialog kann nur funktionieren, wenn die Beteiligten bereit sind, die Existenz der anderen Religion ganz zu akzeptieren. Wenn der eine Partner befürchten muss, dass das Gespräch für den anderen nur eine Täuschung ist, wird es scheitern. Wenn wir als jüdische Seite überlegen müssen, ob die Vertreter des Christentums den Dialog vielleicht nur verwenden, um uns zu überzeugen, unser Judentum aufzugeben und zu Christen zu werden, sind wir am Dialog nicht interessiert. Wir lehnen ihn entschieden ab und bleiben ihm fern.

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Die Islamkonferenz gehört wieder zu Deutschland

Themenbild.
Rund 12 Jahre nach ihrer Erstauflage soll die Institution im November neu aufgelegt werden. Dies kündigte Heimatstaatssekretär Markus Kerber an

Fabian Goldmann | TELEPOLIS

Im Interview mit der BILD skizzierte Kerber erste Pläne zu Überarbeitung der Islamkonferenz. Die Neuauflage solle „viel stärker als bisher die Vielzahl der in Deutschland noch nicht organisierten muslimischen Mitbürger in das Zentrum unserer Islamkonferenz stellen.“ In den vergangenen Jahren hatten ausschließlich Vertreter islamischer Organisationen an der Konferenz teilgenommen.

Ziel sei es, einen „deutschen Islam“ zu definieren. „Viele Muslime in Deutschland suchen eine deutsch-muslimische Heimat und finden sie nicht“, sagte Kerber, der als Abteilungsleiter schon an der Urfassung der Islamkonferenz von 2006 mitgewirkt hatte.

Ob das gelingt, ist allerdings mehr als fraglich. Denn der Gastgeber der Islamkonferenz heißt in Zukunft Horst Seehofer. Der Bundesinnenminister hatte zuletzt im März deutlich gemacht, dass er mit dem Begriffspaar „deutsch“ und „Islam“ nicht so viel anzufangen weiß. „Nein. Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, sagte Seehofer damals ebenfalls in der „Bild“.

Schon in der Vergangenheit spiegelte die Islamkonferenz weniger das Wesen des deutschen Islam als des jeweils verantwortlichen Innenministers wider. Von einer „historischen Begegnung“ schrieb „Der Spiegel“ noch, als Wolfgang Schäuble islamische Verbandsvertreter und zahlreiche Einzelpersonen am 27. September 2006 ins Schloss Charlottenburg lud. Der „Zentralrat der Muslime“ setzte sogar noch einen drauf und adelte das von initiierte Treffen als „Meilenstein im christlich-islamischen Dialog“.

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Weil es um Leben und Tod geht

Ein Kind erhält in einer onkologischen Tagesklinik bei einer Chemotherapie eine Infusion.Foto: Matthias Balk/dpa
Der Skandal um Krebsmedikamente trifft nicht nur Brandenburg, sondern ganz Deutschland. Nötig sind politische Konsequenzen. Der Staat hat seine Bürger nicht geschützt.

Von Alexander Fröhlich | DER TAGESSPIEGEL

Das darf nicht passieren. Weil es um Leben und Tod geht. In Brandenburg hat das Landesgesundheitsamt bei einer seiner Kernaufgaben versagt: bei der Arzneimittelüberwachung. Deshalb wurden vermutlich unwirksame Krebsmedikamente für die Chemotherapie verkauft und Patienten verabreicht, für die die Therapie die Rettung sein kann, eine Chance, die letzte vielleicht.

Im Kern geht es beim Arzneimittelrecht um die Abwehr von Gefahren für die Patienten. Der Staat übernimmt eine Fürsorgepflicht für seine Bürger. Die hat das zuständige Landesamt nicht erfüllt.

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Junger Stern frisst Babyplanet

Der junge sonnenähnliche Stern RW Aur A könnte Trümmer eines seiner Planeten verschlingen © NASA/CXC/ M.Weiss
Planetare Katastrophe: Astronomen könnten erstmals einen jungen Stern dabei ertappt haben, wie er Trümmerteile eines Planeten verschluckt. Das könnte erklären, warum dieser 450 Lichtjahre entfernte Stern sich immer wieder vorübergehend abdimmt – die verbliebenen Trümmer verdecken sein Licht, wie die Forscher im „Astronomical Journal“ berichten. Die Planetenreste entstanden, als zwei Protoplaneten in Sternennähe kollidierten.

scinexx

Die meisten Sterne senden ein nur wenig in seiner Intensität oder Zusammensetzung schwankendes Licht aus. Dennoch beobachten Astronomen immer wieder auch Sterne, deren Lichtemission sich regelmäßig oder unregelmäßig verändert. Bei den meisten von ihnen lässt sich dies durch vor ihnen vorüberziehende Planeten oder Partnersterne erklären. Es gibt aber einige, deren Verhalten den Astronomen bis heute Rätsel aufgeben, darunter die blauen „Pulsatoren“, der „Alien-Stern“ KIC 8462852, aber auch der Stern RW Aur A in der Konstellation Tauri-Auriga.

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Reformkatholiken: „Pillen-Enzyklika“ hat Kirche immens geschadet

Paul VI., Pillenpapst. Bild: wikipedia.org/PD

Die katholische Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ hat die vor 50 Jahren veröffentliche Enzyklika „Humanae vitae“ als eine der umstrittensten päpstlichen Verlautbarungen der neueren Kirchengeschichte kritisiert.

evangelisch.de

Das als sogenannte Pillen-Enzyklika bekannt gewordene Rundschreiben schade dem „öffentlichen Ansehen der römisch-katholischen Kirche bis heute immens“, teilte die Bewegung am Donnerstag in München mit. Mit dem Lehrschreiben „Humanae vitae – über die rechte Ordnung der Weitergabe des menschlichen Lebens“ hatte Papst Paul VI. 1968 katholischen Christen die Verwendung von Verhütungsmitteln wie der Anti-Baby-Pille und Kondomen verboten.

Die Kirchenvolksbewegung verurteilte auch die darauffolgenden lehramtlichen Äußerungen von Papst Paul II. und Papst Benedikt XVI. zum Thema Verhütung, die sich dem Tenor der Enzyklika angeschlossen hätten. Nach den überwiegend sehr positiv aufgenommenen Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) habe der Vatikan mit der „Pillen-Enzyklika“ die Ergebnisse des Konzils erstmals reaktionär interpretiert.

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Die fünf grössten Fleisch- und Milchkonzerne der Welt verursachen zusammen mehr Treibhausgase als ExxonMobil, Shell oder BP

Vor allem in reichen Ländern wird zu viel Milch und Fleisch produziert, konsumiert und exportiert. (Bild: Regis Duvignau / Reuters)
Zwei NGOs zeigen auf, dass der Fleischkonsum in den reichen Ländern einen gewaltigen Anteil am Klimawandel hat. Ihre Empfehlungen für den Einzelnen sind aber alles andere als radikal.

Esther Widmann | Neue Zürcher Zeitung

Bei der Suche nach den Verantwortlichen für den Klimawandel gehören Ölkonzerne sprichwörtlich zu den üblichen Verdächtigen. Überraschender dürfte für viele deshalb sein: Die fünf grössten Fleisch- und Milchkonzerne der Welt sind zusammen für mehr Treibhausgase verantwortlich als Ölkonzerne wie ExxonMobil, Shell oder BP. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die das Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP), eine Non-Profit-Organisation mit Büros in Minneapolis und Genf, zusammen mit der NGO Grain durchgeführt hat. Beide Organisationen setzen sich für nachhaltige Landwirtschaft ein.

Demnach emittieren die Fleisch- und Milchproduzenten JBS, Tyson, Cargill, Dairy Farmers of America sowie Fonterra zusammen 578,3 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr und liegen damit – wenn auch knapp – vor dem grössten Ölkonzern der Welt, ExxonMobil mit 577 Millionen Tonnen. (Allerdings ändert das nichts daran, dass ExxonMobil, Shell und BP zusammen 1,5 Milliarden Tonnen und damit so viel klimaschädliche Emissionen verursachen wie Japan.)

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Australien verlangt: Papst soll Erzbischof entlassen

© Bild: picture alliance/AP Photo/Darren Pateman
Australiens Premierminister Malcolm Turnbull hat sich mit einer ungewöhnlichen Aufforderung an den Papst gewandt: Franziskus soll Erzbischof Philip Wilson aus seinem Amt entfernen. Denn der weigert sich zurückzutreten – trotz einer Verurteilung zu zwölf Monaten Haft.

katholisch.de

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull hat Papst Franziskus aufgefordert, den Erzbischof der Millionen-Metropole Adelaide aus seinem Amt zu entfernen. Erzbischof Philip Wilson war Anfang Juli wegen der Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen gegen einen anderen Geistlichen zu zwölf Monaten Haft verurteilt worden. Trotzdem lehnt der 67-Jährige einen Rücktritt ab. Turnbull sagte dazu am Donnerstag: „Er hätte von sich aus zurücktreten müssen. Jetzt ist es an der Zeit, dass der Papst ihn entlässt.“

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Tausende Forscher sind auf Fake-Journale hereingefallen

Bild: Fotolia
Immer mehr seriöse Forscher lassen sich von „Raubverlagen“ das Geld aus der Tasche ziehen. Ihr Ziel: der schnelle Ruhm. Nun sind Zahlen über das Ausmaß auf dem Tisch, Gegenmaßnahmen werden gefordert.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Markt für Pseudowissenschaften wächst offenbar immer schneller, und auch seriöse Wissenschaftler gehen den Strippenziehern vermehrt auf den Leim, die vor allem als Wissenschaftsverlage mit offenen Zugang (Open access) auftreten. „Mehr als 5000 deutsche Wissenschaftler“ wurden von dem Sender NDR, WDR und das „Süddeutsche Zeitung Magazin“ identifiziert, die mindestens einmal in einem dieser als „Raubverlage“ bezeichneten Plattformen publizierten. Ausgenommen seien auch einzelner Wissenschaftler aus hoch angesehenen  Institutionen und Hochschulen nicht. Zumindest so viel hat das Recherchenetzwerk ein paar Tage vor der Ausstrahlung einer halbstündigen Dokumentation im ARD mitgeteilt.

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