Die fünf grössten Fleisch- und Milchkonzerne der Welt verursachen zusammen mehr Treibhausgase als ExxonMobil, Shell oder BP


Vor allem in reichen Ländern wird zu viel Milch und Fleisch produziert, konsumiert und exportiert. (Bild: Regis Duvignau / Reuters)
Zwei NGOs zeigen auf, dass der Fleischkonsum in den reichen Ländern einen gewaltigen Anteil am Klimawandel hat. Ihre Empfehlungen für den Einzelnen sind aber alles andere als radikal.

Esther Widmann | Neue Zürcher Zeitung

Bei der Suche nach den Verantwortlichen für den Klimawandel gehören Ölkonzerne sprichwörtlich zu den üblichen Verdächtigen. Überraschender dürfte für viele deshalb sein: Die fünf grössten Fleisch- und Milchkonzerne der Welt sind zusammen für mehr Treibhausgase verantwortlich als Ölkonzerne wie ExxonMobil, Shell oder BP. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die das Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP), eine Non-Profit-Organisation mit Büros in Minneapolis und Genf, zusammen mit der NGO Grain durchgeführt hat. Beide Organisationen setzen sich für nachhaltige Landwirtschaft ein.

Demnach emittieren die Fleisch- und Milchproduzenten JBS, Tyson, Cargill, Dairy Farmers of America sowie Fonterra zusammen 578,3 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr und liegen damit – wenn auch knapp – vor dem grössten Ölkonzern der Welt, ExxonMobil mit 577 Millionen Tonnen. (Allerdings ändert das nichts daran, dass ExxonMobil, Shell und BP zusammen 1,5 Milliarden Tonnen und damit so viel klimaschädliche Emissionen verursachen wie Japan.)

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