Die Islamkonferenz gehört wieder zu Deutschland


Themenbild.
Rund 12 Jahre nach ihrer Erstauflage soll die Institution im November neu aufgelegt werden. Dies kündigte Heimatstaatssekretär Markus Kerber an

Fabian Goldmann | TELEPOLIS

Im Interview mit der BILD skizzierte Kerber erste Pläne zu Überarbeitung der Islamkonferenz. Die Neuauflage solle „viel stärker als bisher die Vielzahl der in Deutschland noch nicht organisierten muslimischen Mitbürger in das Zentrum unserer Islamkonferenz stellen.“ In den vergangenen Jahren hatten ausschließlich Vertreter islamischer Organisationen an der Konferenz teilgenommen.

Ziel sei es, einen „deutschen Islam“ zu definieren. „Viele Muslime in Deutschland suchen eine deutsch-muslimische Heimat und finden sie nicht“, sagte Kerber, der als Abteilungsleiter schon an der Urfassung der Islamkonferenz von 2006 mitgewirkt hatte.

Ob das gelingt, ist allerdings mehr als fraglich. Denn der Gastgeber der Islamkonferenz heißt in Zukunft Horst Seehofer. Der Bundesinnenminister hatte zuletzt im März deutlich gemacht, dass er mit dem Begriffspaar „deutsch“ und „Islam“ nicht so viel anzufangen weiß. „Nein. Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, sagte Seehofer damals ebenfalls in der „Bild“.

Schon in der Vergangenheit spiegelte die Islamkonferenz weniger das Wesen des deutschen Islam als des jeweils verantwortlichen Innenministers wider. Von einer „historischen Begegnung“ schrieb „Der Spiegel“ noch, als Wolfgang Schäuble islamische Verbandsvertreter und zahlreiche Einzelpersonen am 27. September 2006 ins Schloss Charlottenburg lud. Der „Zentralrat der Muslime“ setzte sogar noch einen drauf und adelte das von initiierte Treffen als „Meilenstein im christlich-islamischen Dialog“.

weiterlesen