Künstliche Fotosynthese: „Ein neues Betriebssystem für lebende Zellen“


Lichtmaschine der Fotosynthese, verpackt in künstliche Zellen Quelle: Lichtmaschine der Fotosynthese, verpackt in künstliche Zellen
Im Reagenzglas ist die Umwandlung von Licht in chemische Energie bereits effizienter als die natürliche Fotosynthese. Jetzt wollen Forscher den künstlichen Stoffwechsel in eine lebende Zelle einbauen.

Von Norbert Lossau | DIE WELT

Pflanzen können Kohlendioxid aus der Luft fischen und daraus mithilfe von Sonnenlicht energiereiche Kohlenhydrate produzieren. Dieser wunderbare Prozess ist eine wichtige Voraussetzung für das Leben auf unserem Planeten. Jetzt wollen Max-Planck-Forscher gemeinsam mit dem US-Wissenschaftler Craig Venter eine künstliche, lebensfähige Zelle erschaffen, die Licht in chemische Energieträger umwandeln kann. Es geht also um die Nachahmung der Fotosynthese von Pflanzen – und die soll deutlich effizienter als das natürliche Vorbild sein. Im Reagenzglas funktioniert die künstliche Fotosynthese schon heute.

Bereits vor mehr als einhundert Jahren hatte der italienische Chemiker Giacomo Ciamician die Idee, die Fotosynthese der Pflanzen technisch nachzuahmen. Eine solche direkte Nutzung der Solarenergie habe viele Vorteile gegenüber der Verbrennung von Kohle, betonte damals Ciamician.

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