Führt weniger Religion zu mehr Wohlstand?

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Es ist eine Henne-Ei-Frage: Führt mehr Wohlstand zu einer geringeren Glaubensfestigkeit? Oder sorgt erst Säkularisierung für breiter verteilten Reichtum?

Von Daniel Lingenhöhl | Spektrum.de

Einige der reichsten Nationen der Welt sind gleichzeitig auch die am wenigsten religiösen – allen voran Deutschland. Umgekehrt sind gerade Menschen in sehr armen Staaten laut den Statistiken besonders gläubig. Die Ölstaaten am Golf sind hiervon wohl jeweils eine Ausnahme, ebenso wie vielleicht die USA, die unter den westlichen Industriestaaten wahrscheinlich die höchste Zahl an bekennenden Gläubigen aufweisen. Für einige Wissenschaftler liegt es dennoch nahe, einen Zusammenhang zwischen beiden Aspekten zu sehen. Nur: welchen? Führt wachsender Wohlstand zu einem Rückgang an Religiosität? Davon gingen viele Sozialwissenschaftler in der Vergangenheit aus. Wissenschaftler um Damian Ruck von der University of Bristol drehen dies nun mit einer neuen statistischen Analyse in »Science Advances« um: Ihre Daten legen nahe, dass die Säkularisierung dem Wohlstandsgewinn vorausgegangen ist – und womöglich sogar die Voraussetzung dafür war.

Sie werteten dazu verschiedene Messwerte zur Säkularisierung aus 109 Ländern und einem Zeitraum von 1910 bis 2014 mit Hilfe einer Regressionsanalyse aus und kamen damit zu einem eindeutigen Ergebnis. »Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich Gesellschaften zuerst säkularisierten und danach wohlhabender wurden – und nicht andersherum«, so Ruck. Je mehr die Werte für Säkularisierung anstiegen, desto stärker schlug sich das im Bruttosozialprodukt nieder.

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Die Jesus-Lüge: Untersuchung von Turiner Grabtuch bestätigt lang gehegten Verdacht

Das Turiner Grabtuch wird als Totentuch von Jesus Christus verehrt. Doch die Untersuchung eines Forensikers und eines Chemikers ergab nun Unstimmigkeiten in den Blutspuren auf dem Leintuch.

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Ihre Studie, die vergangene Woche im „Journal of Forensic Siences“ veröffentlicht wurde, zeigte deutlich: Ein Blutfleck, der von einem Lanzenstich in die Seite des Gekreuzigten herrühren soll, sei „völlig unrealistisch“. Sie entdeckten noch weitere Unstimmigkeiten.

Die Forscher begründeten ihre Zweifel anhand von Experimenten. Mit einem Freiwilligen und einer Puppe wurde der Verlauf der Blutspuren auf dem Grabtuch simuliert. Sie stellten den Speerstich mit einem Holzbrett nach, in dem ein mit Kunstblut vollgesogener Schwamm steckte. Das Brett rammten die Wissenschaftler dann in die Puppe. Auf diese Weise wurde deutlich, wie sich das Blut der Speerwunde über den Körper verteilt haben musste. Das Fazit: Jesus lag wohl nie im Turiner Grabtuch.

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Schadet Handystrahlung dem Gedächtnis?

Die erhöhte Strahlenbelastung durchs drahtlose Telefonierern könnte zumindest bei Jungendlichen doch negative Effekte haben. © OJO image/ iStock
Doch schädlich? Wenn Jugendliche viel mit dem Handy telefonieren, könnte dies negative Auswirkungen auf ihre Gedächtnisentwicklung haben. Wie eine Schweizer Studie mit 700 Jugendlichen ergab, beeinträchtigt die erhöhte Strahlenbelastung vor allem das visuell-gegenständliche Gedächtnis. Halten die Vieltelefonierer ihr Handy vorwiegend an die linke Kopfseite, ist dagegen das verbale Gedächtnis stärker betroffen, wie die Forscher berichten.

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Die Frage, ob und wie Handystrahlung der Gesundheit schadet, ist nach wie vor hoch umstritten. Studien zu den Folgen erhöhter Strahlenbelastung durch die hochfrequenten elektromagnetischen Felder kamen bisher zu widersprüchlichen Ergebnissen. So gibt es Hinweise auf eine lokale Erhöhung der Hirnaktivitätund Veränderungen des Ionenhaushalts im Gehirn. Während jedoch die Weltgesundheitsorganisation WHO Mobilfunkstrahlung als potenziell krebserregend einstuft, gab eine der bisher größten Studien dazu eher Entwarnung.

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Salvini: Libyens Häfen müssen sichere Häfen werden

Foto: sea-eye.org/media
Die Internationale Organisation für Migration spricht von Hundertausenden „illegalen Migranten in Libyen“. Italien will – zusammen mit NGOs – die Bedingungen in den Lagern verbessern

Thomas Pany | TELEPOLIS

In Libyen sollen sich gegenwärtig mehr als 650.000 Migranten aufhalten, die ohne Visa über die Grenzen gekommen sind und keine Aufenthaltserlaubnis haben („illegale Migranten“), bestätigte Othman Blebeisi (IOM), wie der Libya Observer am Donnerstag berichtete.

Osman Belbeisi ist der Chef des libyschen Zweigs der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und „bestätigen“ ist ein etwas zu solides Wort für eine Einschätzung, die schwer zu leisten ist. Die andere Zahl Belbeisis, die gestern in internationalen Medien Beachtung fand, verweist auf einen Anstieg von 5.000 auf 9.300 Menschen in den Migrantenlagern – mit „weiteren Tausenden, die auf die Gnade der Schmuggler angewiesen sind, die die Aufsicht über inoffizielle Haftanstalten haben“, schreibt der britische Guardian.

„Dort ist die Wahrscheinlichkeit für Missbrauch größer“, ergänzt The National aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. 2017 sollen es 40.000 Migranten weniger in Libyen gewesen sein, so der Libyan Express. Dort ist zu erfahren, dass der Anstieg der Migranten, die in Lagern festgehalten werden, von 5.000 auf 9.300 innerhalb von drei Monaten passiert sein soll.

Es sei absurd, solche Zahlen überhaupt in Umlauf zu bringen, kommentiert der libysche Beobachter Jalel Harchaoui. Niemand kenne die Zahl der Migranten, die in Libyen festgehalten werden. Nicht einmal die Größenordnung sei bekannt. Keiner wisse was Genaueres.

Ausgangspunkt für die Zahlen war eine Pressekonferenz von IOM-Libyen-Chef Othman Belbeisi. Der überraschte einerseits mit einer differenzierteren Einschätzung der Arbeit der libyschen Küstenwache als die übliche Aburteilung: „In der Zusammenarbeit mit ihr sehen wir Gutes und Schlechtes. Wir müssen diejenigen unterstützen, die gute Arbeit machen und wir müssen die anderen strafrechtlich verfolgen, die gegen Menschenrechte verstoßen.“

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Präparate aus Griechenland: Handel mit gestohlenen Krebsmedikamenten

Bild: tagesschau.de
Eine Brandenburger Firma soll jahrelang in ganz Deutschland Krebsmedikamente vertrieben haben, die offenbar aus Griechenland gestohlen wurden. Die griechische Polizei warnt vor Gefahr für Gesundheitsrisiken.

tagesschau.de

Fragwürdige Medikamente gegen Krebserkrankungen sind offenbar in Deutschland in den Arzneihandel gelangt: Die Brandenburger Firma „Lunapharm“ steht im Verdacht, jahrelang gestohlene Medikamente im Wert von mehreren Millionen Euro vertrieben zu haben.

Das geht aus einer Rückrufliste des brandenburgischen Gesundheitsministeriums hervor, die dem rbb vorliegt. Demnach sind Apotheken und Pharmahändler in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt zwischen 2015 und 2017 von „Lunapharm“ mit Medikamenten beliefert worden. Die Firma selbst bezog die Mittel demnach von einer griechischen Apotheke, die in Deutschland keine Großhandelslizenz hatte.

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„Wolkenfraß“ gibt Rätsel auf

Typisch für das neuentdeckte Phänomen: Der klare Himmel frisst sich schnell und fast geradeliniig in das Wolkenfeld vor. © North Carolina State University
Mysteriöser Wolkenschwund: Ein neu entdecktes Wetterphänomen vor der Südwestküste Afrikas gibt Forschern Rätsel auf. Dort kommt es immer wieder zu einem abrupten, verblüffend geradlinigen Wolkenschwund – wie abgeschnitten erscheint die Grenze dieser Auflösungszone. Der klare Himmel frisst sich dabei in einer hunderte Kilometer lange Linie nach Westen in die Wolkendecke vor. Was hinter diesem „Wolkenfraß“ steckt, darüber können die Wissenschaftler bisher nur spekulieren.

scinexx

Für die Westküste Afrikas, aber auch das subtropische Amerika sind sie typisch: ausgedehnte Felder tiefliegender Stratocumulus-Wolken, die das Meer in Küstennähe bedecken. „Diese großen, persistierenden Meereswolken werden oft die ‚Kühlschränke der Erde‘ genannt, weil sie viel Sonnenstrahlung ins All hinaus reflektieren“, erklären Sandra Yuter von der North Carolina State University und ihre Kollegen.

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Die orthodoxe Welt fürchtet das nächste große Schisma

© Bild: picture alliance / Artyom Geodakyan / TASS / dpa
Seit fast 1.000 Jahren sind die Kirchen in West und Ost getrennt. Nun droht erneut ein Schisma. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel muss über die Eigenständigkeit der ukrainischen Kirche befinden. Doch Moskau ist dagegen.

katholisch.de

Bartholomaios I., Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel, ist dieser Tage nicht zu beneiden. Das Ehrenoberhaupt der Orthodoxie hat eine Entscheidung zu treffen, die im besten Fall für Ärger unter einigen Millionen von Gläubigen sorgt, im schlimmsten Fall sogar ein weltweites Schisma auslöst: Die ukrainisch-orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats möchte unabhängig werden. Seit April liegt im Fener, dem Amtssitz des Patriarchen im heutigen Istanbul, ein entsprechender Antrag auf dem Tisch. Nun hat Bartholomaios I. eine Entscheidung von enormer gesellschaftlicher, möglicherweise sogar weltpolitischer Bedeutung zu fällen.

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Nur Minderheit komplett gegen Flüchtlingsaufnahme

Hilfsorganisationen helfen Flüchtlingen (Symbolfoto) Malcolm Chapman / Shutterstock.com
Die große Mehrheit der Deutschen sieht die Aufnahme von Flüchtlingen differenziert: Nur sieben Prozent lehnen jeden weiteren Zuzug von Flüchtlingen ab. Wichtigster negativer Einflussfaktor ist Islamfeindlichkeit.

MiGAZIN

Nur eine Minderheit der Deutschen lehnt einer Studie zufolge den Zuzug von Flüchtlingen komplett ab. Wie die von der Ruhr-Universität Bochum veröffentlichte Untersuchung ergab, haben zwar viele Deutsche gemischte Gefühle gegenüber Flüchtlingen, aber nur sieben Prozent sind gegen jegliche Aufnahme von Asylsuchenden. Dagegen befürworten 70 Prozent eine geregelte Aufnahme und 23 Prozent einen uneingeschränkten Zuzug.

Während Mitleid und Sympathie mit Flüchtlingen sowie eine Zufriedenheit mit den eigenen Lebensumständen eher zu einer positiven Einstellung führten, sei Islamfeindlichkeit der wichtigste Grund für eine Ablehnung, hieß es.

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NRW-Minister: Islamist Sami A. legal abgeschoben – erhebliche Gefahr

Joachim Stamp (FDP, l), Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen und…Foto: Federico Gambarini/dpa
Der islamistische Gefährder Sami A. wurde abgeschoben. Aus Sicht des NRW-Flüchtlingsministers in einem günstigen Rechtskorridor, aber vollkommen legal. Er habe die Öffentlichkeit „schützen müssen“.

DER TAGESSPIEGEL

Die eilige Abschiebung des islamistischen Gefährders Sami A. nach Tunesien ist aus Sicht der Landesregierung Nordrhein-Westfalens rechtmäßig abgelaufen. „Die rechtlichen Voraussetzungen für die Abschiebung lagen vollständig vor“, sagte NRW-Flüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) am Freitag in einer gemeinsamen Sondersitzung des Rechts- und des Integrationsausschusses im Düsseldorfer Landtag. „Hätte es einen Hinweis auf möglicherweise entgegenstehende gerichtliche Entscheidungen gegeben, wäre es nicht zur Rückführung von Sami A. gekommen.“

Der mutmaßliche Ex-Leibwächter des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden war am Freitag vergangener Woche nach Tunesien abgeschoben worden, obwohl das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen am Abend zuvor entschieden hatte, dass dies nicht zulässig sei.

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Kirchen verlieren 2017 mehr als 600.000 Mitglieder

Der Mitgliederschwund in den beiden großen Kirchen setzt sich fort. Schuld ist vor allem der demografische Wandel: Mehr Mitglieder sterben als neue hinzukommen. 2017 stieg in beiden Kirchen aber auch die Zahl der Austritte.

evangelisch.de

Die großen christlichen Kirchen in Deutschland verlieren weiter Mitglieder. 2017 sank die Zahl der Mitglieder der evangelischen Kirche auf 21,5 Millionen. 23,3 Millionen Menschen gehörten der katholischen Kirche an, wie aus den am Freitag von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichten Statistiken hervorgeht. Die 20 protestantischen Landeskirchen haben dabei mehr Mitglieder (390.000) verloren als die 27 katholischen Bistümer (270.000).

Der Mitgliederschwund summierte sich damit bei beiden Kirchen auf 660.000. 2016 waren es insgesamt rund 530.000 verlorene Mitglieder. Dennoch gehört noch mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Bevölkerung einer der beiden großen Kirchen an. Hinzu kommen Christen aus orthodoxen oder Freikirchen.

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