Martin Meters Plädoyer für wissenschaftliches Denken in Zeiten anschwellender Verschwörungstheorien

Martin Meter: Die Befreiung des Denkens. Foto: Ralf Julke
Sein großer Gegner heißt eigentlich Platon. Genug Unheil hat der griechische Philosoph mit seiner Ideenlehre ja angerichtet. Es ist nur den meisten Menschen nicht bewusst, weil 2.000 Jahre Christentum auch dafür gesorgt haben, dass der platonische Dualismus tief in unserem Denken steckt. Und genau darum geht es, wenn der Informatiker Martin Meter sein Buch „Die Befreiung des Denkens“ nennt.

Von Ralf Juhlke | Leipziger Internet Zeitung

Den meisten Menschen ist überhaupt nicht bewusst, wie tief die platonischen Vorstellungen in unserem Denken stecken. Sie ist aufs Engste verquickt mit dem Christentum, das den griechischen Philosophen so intensiv rezipierte, wie es sonst nur noch mit Aristoteles geschah. Und da kommt einem natürlich ein Verdacht, denn von vielen anderen griechischen Philosophen, die zu ihrer Zeit genauso berühmt waren, sind deutlich weniger Schriften, oft nur noch Fragmente oder Zitate in den Werken anderer Autoren übermittelt.

Wir rühmen zwar die frühen Klöster gern dafür, dass sie das antike Schriftgut durch emsiges Kopieren für uns gerettet hätten. Aber augenscheinlich wurde sehr gezielt kopiert. Und was mit dem dualistischen Weltbild der christlichen Kirche nicht kompatibel war, hatte kaum Chancen, überliefert zu werden.

Wie sehr dieser platonische Dualismus in unseren Köpfen steckt, das schildert Martin Meter sehr ausführlich und akribisch. Es geht dabei um das, was Platon als erster Philosoph systematisch getan hat – der alte Platon, müsste man sagen. Denn der jüngere Platon war ja bekanntlich ein Schüler des Sokrates. Sokrates’ beharrliche Methode, das scheinbar felsenfest Gewusste seiner Zeitgenossen zu hinterfragen, wird ja in mehreren der berühmten platonschen Dialoge überliefert – und zwar nur dort.

Es war eine Schule des rigiden Skeptizismus, die alles für gewusst Geglaubte hinterfragte und die Gesprächspartner wahrscheinlich an den Rand der Verzweiflung brachte, wenn Sokrates immer wieder darauf drang, eine wirklich belastbare Begründung für eine Aussage zu bekommen. Es mutet stellenweise modern an. Denn in der Konsequenz läuft so ein Denken auf wissenschaftliches Denken hinaus, dessen wichtigste Grundlage die zentrale sokratische Aussage „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ ist. Obwohl die

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Muslimbrüder in Bayern: Der Wolf im Schafspelz?

Muslimbrüder sind für den Verfassungsschutz eine Art Wolf im Schafspelz: Nach außen hin dialogbereit, aber in Wirklichkeit versuchten sie, die Gesellschaft zu unterwandern. Eine Spurensuche in Bayern.

Von Josef Röhmel | BR24

Seit vielen Jahren warnen Verfassungsschützer vor den Umtrieben der Muslimbruderschaft. Diese 1928 in Ägypten gegründete Bewegung agiert weltweit. Auch in Deutschland. Muslimbrüder würden sich offen und dialogbereit geben, aber in Wirklichkeit ganz andere Ziele verfolgen, sagt der bayerische Verfassungsschutz.

Verfassungsschutz: Muslimbrüder wollen Gesellschaft islamisieren

Die Ziele lauten etwa nach dem aktuellsten Verfassungsschutzbericht von 2017: „Islamisierung der Gesellschaft durch Missionierung und soziale Maßnahmen. Umwandlung der Bildungsinstitutionen nach islamischen Kriterien.“

„Letzten Endes läuft die extremistische Ideologie der Muslimbruderschaft hinaus auf die Errichtung islamischer Herrschaftsordnungen auf der Grundlage von Koran und Sunna. Das hieße, keine Trennung mehr von Religion und Staat. Und sowas ist nicht realisierbar auf dem Boden des Grundgesetzes.“ Markus Schäfert, Bayerischer Verfassungsschutz

Moscheebesuch einer Schulklasse wird zum Politikum

In Nürnberg befindet sich mit der Islamischen Gemeinde eine Moschee, die demokratiefeindliche Kräfte unterstützen soll. Diese Kräfte streben nach Überzeugung des bayerischen Verfassungsschutzes eine Zusammenarbeit mit Einrichtungen wie Schulen, Kirchen und wichtigen Institutionen an, um die Gesellschaft im Sinne der Muslimbruderschaft dauerhaft zu unterwandern.

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Dublins Erzbischof hofft auf Papstworte zum Thema Missbrauch

Der irische Erzbischof Diarmuid Martin wünscht sich von Papst Franziskus klare Worte zum Thema Missbrauch. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wird am 25. und 26. August Irland besuchen, Anlass ist das Weltfamilientreffen in Dublin.

DOMRADIO.DE

Es sei wichtig, dass der Papst bei seinem bevorstehenden Irlandbesuch das Thema nicht als Teil der Kirchengeschichte anspreche, sondern „als Teil der Gegenwart, denn die Wunden sind da, und es entstehen neue Wunden“, sagte der Erzbischof von Dublin dem Sender RTE am Samstag.

Wenn man ihn vor zwei Jahren gefragt hätte, hätte er wohl von Institutionen und Missbrauch durch Kleriker gesprochen, sagte Martin weiter. Aber heute gebe es den Fall der sogenannten Magdalenen-Wäschereien, der Mutter- und Kindheime und „eine ganze Reihe anderer Orte, an denen Missbrauch als traurige Dimension der Entwicklung der Kirche entsteht“, so der Erzbischof.

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Bundeswehr: Bald offen für Ausländer?

Bundeswehrsoldaten in Bosnien. Foto (2002): U.S. Air Force / gemeinfrei
Personalmangel: Laut Verteidigungsministerium würden alle Optionen geprüft. Budget-Berechnungen ziehen jedoch Grenzen. Die Aufrüstung hat offenbar Vorrang

Thomas Pany | TELEPOLIS

Im Bundesverteidigungsministerium werden wieder einmal Möglichkeiten durchgespielt, wie man die Truppe vergrößern könnte. Das für Laien eigentümlich anmutende Fachwort dafür lautet „Aufwuchs“. In der Managersprache der Verteidigungsministerin lautet das Konzept für stärkeren Aufwuchs „Trendwende Personal“ („Erstmals seit Ende des Kalten Krieges sollen die Streitkräfte wieder wachsen“). Es stammt von Mai 2016 und postuliert als Ziel 198.000 Soldatinnen und Soldaten bis 2024.

Derzeit, Stand 16.Juli 2018, umfasst die Bundeswehr 178.904 „aktive Soldaten und Soldatinnen“.

Geht es nach Informationen der Augsburger Allgemeinen, die heute von vielen Medien aufgegriffen werden, so funktioniert die Rekrutierung (trotz Eigenlob der Bundeswehr über den Erfolg der Werbekampagne „Die Rekruten“) nach wie vor nicht besonders.

Im Artikel ist wörtlich von „Personalnot bei den Streitkräften“ die Rede. Um dem abzuhelfen, würden „Überlegungen immer konkreter, Ausländer in die Bundeswehr aufzunehmen“, berichtet die Zeitung. Und mehr noch: Es werde im Ministerium darüber diskutiert, ob man das Angebot dadurch attraktiver macht, indem man die deutsche Staatsangehörigkeit anbietet.

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Data from Weather-Tracking Satellite Helps Scientists Predict Cholera Outbreak

Extra-Tropical Cyclone Off the Coast of Japan, March 10, 2014 Credit: NASA/JAXA
Hurricanes are devastating for the populations they hit, not only because of the damage caused by winds but also because of the increased risk of diseases after the storm passes. To help people affected by these storms, researchers used data from NASA’s Global Precipitation Measurement (GPM) satellite to make predictions about cholera outbreaks.

By Elizabeth Howell | SPACE.com

Cholera, according to the Mayo Clinic, is a bacterial disease that spreads through contaminated water or food. Symptoms of cholera can include nausea, vomiting, severe diarrhea, dehydration and even death if left untreated. There were more than 130,000 reported cases of cholera worldwide in 2016, according to the World Health Organization, but estimates of the true number of cholera cases are much higher – between 1.4 million to 4 million cases annually.

„In the countries less developed with infrastructure that is not the equivalent, let’s say, of Europe or the United States or Canada, then, the population that has to rely on river water or pond water is at risk for cholera,“ microbiologist Rita Colwell said in a new video from NASA’s Goddard Space Flight Center. She is a microbiologist and professor at the University of Maryland, College Park, and at Johns Hopkins University Bloomberg School of Public Health. [Photos: NASA’s Rain-Tracking GPM Satellite Mission in Pictures]

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Steve Bannon plant „rechtspopulistische Revolte“ in Europa

Steve Bannon will offenbar in Europa aktiv werden Quelle: Getty Images/Sean Gallup
Laut Medienberichten plant Steve Bannon, umstrittener Ex-Berater von Donald Trump, eine Bewegung in Europa zu gründen. Und damit eine rechtspopulistische Revolte auszulösen. Es soll sogar schon einen konkreten Anlass geben.

DIE WELT

Steve Bannon, umstrittener Ex-Berater von Präsident Donald Trump und Galionsfigur der radikalen Rechten in den USA, konzentriert sich einem Medienbericht zufolge jetzt auf Europa.

Er wolle eine Bewegung (The Movement) gründen und damit eine rechtspopulistische Revolte vor den Wahlen zum Europaparlament im Frühjahr 2019 auslösen, berichtete das Nachrichtenportal „Daily Beast“ am Freitag (Ortszeit). Der 64-Jährige plane, nach den Zwischenwahlen in den USA Anfang November die Hälfte seiner Zeit in Europa zu verbringen.

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Gott geht online: Kirchen in Deutschland wollen Glauben wieder modern machen

Gottes Wort auf dem Smartphone: In der „AndachtsApp“ gibt es täglich ein Gebet im Audio oder Videoformat. Foto: dpa
„Mein Haar liegt noch?“, fragt Jana. Hinter der Kamera nickt jemand. Jana, graues Shirt, silberne Kreuz-Ohrstecker, einen Jutebeutel mit Christusmonogramm neben sich, schaut sich kurz um. Ein Studio in einem Kölner Bürogebäude. Vielleicht zehn Quadratmeter. Gelbes Sofa, hellblauer Sessel, Laminat, Holzkommode – mehr passt nicht rein.

Von Jonah Lemm | Kölner Stadt-Anzeiger

„Die Bibel steht da ein bisschen zu offensichtlich, oder?“ fragt Jana und zeigt auf die Regale hinter sich. Erneutes Nicken. Die Bibel also wird hingelegt. Dann Klappe, die Zweite. Gerade hatte sich Jana noch verhaspelt. Jetzt läuft’s. Sie spricht über den Wert der eigenen Meinung, über Kompromisse – und darüber, wie Christen in Diskussionen oft unfair behandelt werden. Ohne Stocken, sieben Minuten lang.

Kirchliche Influencerin

Jana Highholder, 20, Medizinstudentin aus Münster, ist das, was die evangelische Kirche jetzt braucht. Sie ist schön, sie ist klug, sie ist eloquent. Und gläubige Christin seit ihrer Kindheit, ihr Vater arbeitet bei der Landeskirche.

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Seehofer wehrt sich gegen Kritik der Kirchen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) setzt sich gegen Kritik der Kirchen an der Flüchtlingspolitik seiner Partei zur Wehr.

evangelisch.de

Es werde immer ein Gegensatz zwischen Humanität und Sicherheit hergestellt, sagte der CSU-Chef dem „Münchner Merkur“ (Samstag). „Ist es unchristlich, Gefährder und Straftäter außer Landes zu bringen?“ Ohne Ordnung im Land und den Schutz der einheimischen Bevölkerung werde es auf Dauer keine Humanität geben.

Seehofer kündigte an, dass er mit beiden großen christlichen Kirchen das Gespräch suchen werde, um ihnen die Beweggründe seiner Politik zu erläutern. Der Vorsitzende katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte die Wortwahl der CSU in der Flüchtlingspolitik als „höchst unangemessen“ kritisiert.

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Priesterrat: Papst soll Erzbischof Wilson entlassen

© Bild: picture alliance/chromorange/Antonio Gravante
Nach Australiens Premierminister Malcolm Turnbull unterstützt auch der Priesterrat des Landes Appelle an Papst Franziskus, den verurteilten Erzbischof von Adelaide, Philip Wilson, zu entlassen.

katholisch.de

Australiens Nationaler Priesterrat unterstützt aus „ganzem Herzen“ Appelle an Papst Franziskus, den verurteilten Erzbischof Philip Wilson zu entlassen. Dies würde „dem Wohl der Kirche in Australien und dem Wohl des Volkes Gottes in der Erzdiözese Adelaide“ dienen, heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Presseerklärung des National Council of Priests (NCP). Der Erzbischof von Adelaide war wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen zu einer Haftstrafe von 12 Monaten verurteilt worden. Bereits am Donnerstag hatte Australiens Premierminister John Turnbull an Franziskus appelliert, Wilson zu entlassen. Dem 1970 gegründeten und von der Australischen Bischofskonferenz anerkannten Nationalen Priesterrat gehören rund 1.700 Geistliche an.

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Was darf ich eigentlich anziehen, wenn ich tot bin?

Julia Friese wundert sich oft, wie abseitig das Leben sein kann Quelle: Infografik WELT, Foto: CHRISTIAN WERNER
Darf man nackt beerdigt werden? Oder seinen liebsten PVC-Regenmantel mit ins Grab nehmen? Julia Friese hat bei einem Bestatter nachgefragt – und sich gewundert. Es scheint, auch im Tod werden wir dieses zivilisatorische Leben einfach nicht los.

Von Julia Friese | DIE WELT

Mit anderen leben heißt, sich vor ihnen zu verstecken. Denn Zivilisation bedeutet Kleidung. Nackt zu sein kommt im öffentlichen Raum meist nicht besonders gut an. Aber sterben tun wir ja alleine, sagte ich, als ich letztens mal nicht alleine war, und erzählte, dass ich gerne nackt beerdigt werden würde.

Die Augenbrauenpaare am Tisch hoben sich. Ich glaube, das geht nicht, Julia, sagte mir eine Freundin mit diesem Unterton, der mir signalisieren sollte, dass sie mich grundsätzlich – und meine Aussage im Speziellen – wohl so ein bisschen irre findet.

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